Bauen und Wohnen

Wer in Stiefenhofen künftig bauen darf - und wer nicht

Die alte Güterhalle (links) in Harbatshofen soll abgerissen werden. Den gesamten Bereich gegenüber dem alten Bahnhof (rechts) will die Gemeinde als Gewerbefläche ausweisen.

Die alte Güterhalle (links) in Harbatshofen soll abgerissen werden. Den gesamten Bereich gegenüber dem alten Bahnhof (rechts) will die Gemeinde als Gewerbefläche ausweisen.

Bild: Olaf Winkler

Die alte Güterhalle (links) in Harbatshofen soll abgerissen werden. Den gesamten Bereich gegenüber dem alten Bahnhof (rechts) will die Gemeinde als Gewerbefläche ausweisen.

Bild: Olaf Winkler

Die Westallgäuer Gemeinde Stiefenhofen hat sich mit Baugebieten befasst. Welcher Plan Diskussionen auslöste und wo man ein Grundstück findet.
29.09.2020 | Stand: 18:09 Uhr

Größere Neubaugebiete sind in Stiefenhofen die Ausnahme. Aber immer wieder bemüht sich die Kommune, kleinere Flächen für die Bebauung freizugeben. So befasste sich der Gemeinderat jetzt mit gleich drei Plangebieten, die Baurecht sowohl für Wohnen als auch für Gewerbe schaffen sollen. Die meisten Diskussionen im Gremium löste dabei der Bebauungsplan „Alte Güterhalle“ im Bereich der Bahnlinie in Harbatshofen aus.

Investor möchte alte Güterhhalle in Harbatshofen abreißen

Ein Investor möchte die alte Güterhalle abreißen und durch eine neue Gewerbehalle ersetzen. Das Landratsamt hat hierfür einen Bebauungsplan gefordert. Und auch das Staatliche Bauamt war während der Entwurfsplanung gefragt. Denn die Nähe zur Staatsstraße 2005 bringt eigentlich ein Bauverbot mit sich. Maximal 20 Meter darf üblicherweise ein neues Gebäude an die Staatsstraße heranrücken. Dann wäre eine sinnvolle Bebauung aber nicht mehr möglich gewesen.

Nach Rücksprache mit dem Bauamt rückt der geplante Neubau bis zu zwölf Meter an die Staatsstraße heran. Die neue Halle soll 36 Meter lang und knapp 16 Meter breit werden. Damit füllt das Gebäude das mögliche Baufenster knapp zur Hälfte aus. Dieses ist insgesamt 80 Meter lang.

Insbesondere Christoph Fleschhut sorgte sich, dass es einen Baukörper geben könnte, der die gesamte Länge ausfüllt. Dies wird durch die jetzt beschlossene Änderung verhindert, die besagt, dass ein Gebäude maximal 40 Meter lang sein darf.

Könnten Autofahrer wegen Werbung in Stiefenhofen abgelenkt werden?

Die maximale Höhe legten die Ratsmitglieder auf zwölf Meter fest. Die benachbarte Staatsstraße liegt sechs Meter höher, sodass ein Neubau sie maximal sechs Meter überragt. Die im Entwurf vorgesehene Größe von Werbeanlagen bereitete Sarah Grath Sorgen. Sie befürchtet, dass Autofahrer abgelenkt werden. Laut Merlin Rehmann vom Planungsbüro Sieber darf die bis zu acht Meter hohe Werbeanlage jedoch nicht in unmittelbarer Nähe zur Staatsstraße stehen.

In dem insgesamt 1.200 Qaudratmeter großen Gewerbebereich dürfen sich alle gängigen Branchen ansiedeln, nicht aber eine Tankstelle, Einzelhandel, eine Spielothek und ein Bordell. Zulässig ist hingegen eine Betriebsleiterwohnung. Die Bebauung ist erst möglich, wenn die nachgewiesenen Zauneidechsen in ein neues Biotop umgesiedelt sind. Als „relativ harte Anforderung“ bezeichnete das der Planer. Das Naturschutzrecht gebe diese aber vor.

Begrenzung von Dachaufbauten in Hopfen

Deutlich weniger Aspekte gab es bei der geplanten Einbeziehungssatzung in Hopfen zu berücksichtigen. Hier sollen aus gut 2.000 Quadratmetern zwei Baugrundstücke für Einfamilienhäuser entstehen. Der Gemeinderat einigte sich auf eine Begrenzung von Dachaufbauten. Sie dürfen maximal 40 Prozent der Breite des Daches einnehmen. Hubert Lerpscher, Markus Rasch und Bürgermeister Christian Hauber hätten auf diese Beschränkung zugunsten von mehr Wohnraum gerne verzichtet.

Während sowohl für den Gewerbebereich in Harbatshofen als auch für die Wohnbebauung in Hopfen nun die öffentliche Auslegung und die Behördenbeteiligung folgen, hat der Gemeinderat den Bebauungsplan „Harbatshofen-Unterdorf“ bereits als Satzung beschlossen. Er schafft Baurecht für zwei Neubauten und umfasst zehn Bestandsgebäude. Bei der Auslegung der Pläne waren keine Stellungnahmen eingegangen.

(Wie und wo das größte Holzhaus im Allgäu entstehen soll, erfahren Sie hier.)