Gymnasium Lindenberg

Westallgäuer Schüler wollen einmal um die ganze Welt laufen

Gymnasium

Die Schwestern Luisa, Mia und Fiona Hele aus Weiler (von links) machen bei der Laufaktion des Gymnasiums Lindenberg mit.

Bild: Benjamin Schwärzler

Die Schwestern Luisa, Mia und Fiona Hele aus Weiler (von links) machen bei der Laufaktion des Gymnasiums Lindenberg mit.

Bild: Benjamin Schwärzler

Eine mehrwöchige Sport-Aktion am Gymnasium Lindenberg soll das Wir-Gefühl stärken. Die Idee hatten Schüler. Auch Lehrer machen mit. Das Ziel ist ambitioniert.
03.05.2021 | Stand: 12:16 Uhr

In nur 80 Tagen haben Phileas Fogg und sein Diener Passepartout im berühmten Roman von Jules Verne die Welt umrundet. Am Gymnasium Lindenberg wollen sie nun schneller sein als der englische Exzentriker. Dazu startet am Montag (3. Mai) eine besondere Aktion: Schüler, Lehrer und Eltern sollen durch Joggen, Radfahren, Rollschuhfahren und ähnliche sportliche Tätigkeiten gemeinsam so viele Kilometer wie möglich sammeln.

„Wir wollen gemeinsam einmal um die Erde laufen“, sagt Verbindungslehrerin Anja Rentschler. Um das zu erreichen, müssten die Teilnehmer zusammen rund 40.000 Kilometer im Zeitraum zwischen 3. Mai und 6. Juni zurücklegen – also in lediglich 35 Tagen. Damit wären sie sogar mehr als doppelt so schnell wie Jules Vernes Romanheld.

Idee der Schüler kommt bei Schulleitung gut an

Die Idee zu dieser Aktion hatte die SMV um die drei Schülersprecher Fiona Hele (16), Benjamin Eberle (17) und Gabriel Sandholzer (16). „Normalerweise organisieren wir immer einen Faschingsball für die Unterstufe“, sagt Hele. Weil der aber wegen der Corona-Pandemie diesmal ausfallen musste, haben sie überlegt, was sie stattdessen machen können, um etwas Farbe in den Schulalltag zu bringen. Ganz bewusst wollten sie alle Jahrgänge miteinbeziehen. Denn trotz Distanz- und Wechselunterricht steht für Fiona Hele fest: „Wir halten zusammen und sind eine Gemeinschaft.“

Dieser Aspekt ist auch für Anja Rentschler wichtig: „Die Aktion soll das Gemeinschaftsgefühl stärken, da wir durch den Distanzunterricht nicht so ein richtiges Wir-Gefühl entwickeln können“, sagt die Lehrerin für Mathe und Sport. Das betrifft vor allem die Schüler der Unterstufe (fünfte, sechste und siebte Klasse), die noch nicht so lange gemeinsam an der Schule sind.

Die Sportaktion „Einmal um die Welt“ funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip wie das Stadtradeln in Lindenberg. Die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen sammeln ihre Kilometer über eine App, welche die Ergebnisse aufzeichnet und speichert. An jedem Freitag wird ein Zwischenstand auf der Schulhomepage veröffentlicht. „Dann sieht man zum Beispiel, dass die 5a schon in Barcelona ist, die Lehrer aber erst in Ulm“, sagt Anja Rentschler.

Schüler am Gymnasium Lindenberg können tolle Preise gewinnen

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Damit eine möglichst große Strecke zusammenkommt, ist die Aktion mit einem kleinen Wettbewerb verknüpft. Die Schüler treten klassenweise an, die besten Klassen der Unter-, Mittel- und Oberstufe erhalten Preise. Und die sind durchaus lukrativ: Es gibt beispielsweise Hausaufgaben-Gutscheine, die ein Schüler einlösen kann, wenn er mal einen freien Nachmittag haben will, verrät Fiona Hele. Das ist natürlich mit Schulleiterin Karin Ulrich und den Lehrern abgesprochen.

Hauptsache Sport: Auch Radfahren und Reiten sind erlaubt

Die Klassen treten zudem im Wettstreit auch gegen das Lehrerteam und das Elternteam an. „Die Lehrer wollen wir Schüler auf jeden Fall schlagen“, kündigt Fiona Hele an. Vor allem die Unterstufe sei sehr motiviert: „Die freuen sich richtig drauf. Denn gerade die Jüngeren leiden am meisten darunter, dass sie ihre Freude derzeit nicht sehen“, weiß die 17-Jährige. Durch die Laufaktion könne man zumindest virtuell zusammen Sport machen und Spaß haben. „In der App gibt es 30 verschiedene Sportarten. Auch Reiten ist erlaubt. Hauptsache, man ist in Bewegung“, sagt Fiona Hele.

Auch Schulleiterin Karin Ulrich will die Kinder und Jugendlichen dadurch zu mehr Bewegung animieren. „Die Schüler sitzen im Moment viel am Bildschirm“, weiß sie. Der Schul- und Vereinssport fehlen als Ausgleich. Die Aktion soll das zumindest ein bisschen auffangen.

Das Gymnasium hat 650 Schüler. Bei der Aktion nicht dabei sind aber die 70 Schüler der Q12, die kurz vor dem Abitur stehen.