Aktuelle Corona-Lage

Zündet jetzt endlich der „Impfturbo“ im Landkreis Lindau?

Im Landkreis Lindau impfen auch die Betriebsärzte, zum Beispiel Dr. Alexander Vesper aus Lindenberg.

Im Landkreis Lindau impfen auch die Betriebsärzte, zum Beispiel Dr. Alexander Vesper aus Lindenberg.

Bild: Benjamin Schwärzler

Im Landkreis Lindau impfen auch die Betriebsärzte, zum Beispiel Dr. Alexander Vesper aus Lindenberg.

Bild: Benjamin Schwärzler

Im Landkreis Lindau sollen nächste Woche 4000 Bürger in den Impfzentren in Lindenberg und Lindau ihre erste Impfung erhalten. Warum das plötzlich möglich ist.
18.06.2021 | Stand: 17:37 Uhr

In den beiden Impfzentren in Lindau und Lindenberg wird in der Woche ab dem 21. Juni Hochbetrieb herrschen. Das hat drei Gründe: Zum einen bekommt der Landkreis ein Sonderkontingent an Impfstoff, gleichzeitig fällt die normale Zuteilung höher aus und es gibt gleichzeitig weniger Zweitimpfungen. „Wir können in der nächsten Woche im Landkreis Lindau einen Impfturbo bei den Erstimpfungen zünden“, freut sich Landrat Elmar Stegmann.

Vorausgesetzt, die zugesagten Vakzine kommen tatsächlich, sollen circa 4000 Menschen die erste Impfung erhalten. Die Teams in den Impfzentren freuen sich auf die Herausforderung. „Wir sind gut vorbereitet und freuen uns, endlich einmal so richtig loslegen zu können“, sagt Sarah Spöttl, Geschäftsführerin der Allgäu Medical Service GmbH.

Bayernweit bekommen Landkreise mit niedriger Impfquote ein Sonderkontingent an Impfstoff. Dazu gehört auch der Landkreis Lindau. Mit dem angekündigten Vakzin sollen Menschen mit Priorisierung versorgt werden, die noch auf der Warteliste stehen. Zudem kommen nach und nach die Bürgerinnen und Bürger ohne Priorisierung an die Reihe, die sich bereits für eine Impfung angemeldet haben. Das sind nach Angaben des Landratsamts insgesamt 7000.

Um die Arbeit der Impfzentren zu erleichtern, bittet die Behörde alle Personen, die sich online registriert haben und bereits eine Impfung über ihren Hausarzt erhalten haben, ihre Online-Registrierung zu löschen.

Die Sonderlieferung an den Landkreis umfasst 2500 Dosen des Impfstoffs Moderna und weitere 1000 Dosen von AstraZeneca. „Wir schwäbischen Landräte haben wiederholt eine Sonderzuteilung für diejenigen Landkreise gefordert, die eine niedrigere Impfquote haben. Es freut mich, dass diese Sonderzuteilung nun kommt“, erklärt Stegmann.

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Zusätzlich wurden über die reguläre Zuteilung 1764 Dosen des Impfstoffes von BionTech/Pfizer, 800 Dosen von Moderna, 500 Dosen von AstraZeneca und 100 Impfdosen von Johnson & Johnson angekündigt.

Sollten alle Impfdosen auch kommen, werden die Teams in den Impfzentren in den nächsten Tagen alle Hände voll zu tun haben. „Wir werden diese Impfdosen problemlos zeitnah verimpfen“, erklärt Andrea Hohenester von Allgäu Medical. Erst an diesem Dienstag haben die Teams bewiesen, wie gut sie arbeiten, denn allein an diesem Tag fanden 800 Impfungen statt. „Wenn man uns genügend Impfstoff gibt, dann können wir auch“, sagt Hohenester. Die beiden Zentren zusammen könnten laut Landratsamt 8000 Menschen in der Woche impfen.

Delta-Variante taucht im Landkreis Lindau auf

Im Landkreis Lindau gibt es die ersten Corona-Infektionen mit der Delta-Variante (indische Mutation). Das Landratsamt spricht von zwei Fällen, die miteinander zusammenhängen. Sie sind nach der Rückkehr einer Reise aufgetreten.

Es ist wie bei einem Jo-Jo: Erst sinken die Coronazahlen, dann steigen sie rasant an und jetzt sinken sie wieder. Hauptursache für die Entwicklung sind Infektionen in Unterkünften für Asylbewerber. Der erste Fall ist laut Landratsamt am 2. Juni aufgetreten. Seitdem sind 34 Menschen positiv auf Corona getestet worden – das ist die Hälfte aller Fälle in dieser Zeit. Die Infektion fand laut Landratsamt in einem Sprachkurs statt, den Mitglieder aus den Familien besucht hatten.

26 Menschen aus sechs Familien sind infiziert

Aktuell sind laut Landratsamt 26 Menschen aus sechs Familien in vier Unterkünften betroffen. Das Infektionsgeschehen ist aber noch nicht abgeschlossen. In den Asylbewerberunterkünften und bei Kontaktpersonen stehen nach Angaben der Behörde weitere Testungen an.

Betroffen sind außerdem neun Schulen und zwei Kindertagesstätten mit 18 infizierten Personen. Hier handelt es sich nach wie vor um Einzelfälle. Laut Landratsamt wurden sie teils so früh erkannt, dass es in der betroffenen Klasse keinen Kontakt gegeben hat. Teilweise sind aber auch ganze Klassen in Quarantäne.

Die Corona-Lage im Landkreis Lindau (Stand: 18. Juni)

  • Fälle seit Beginn der Pandemie 3433 (36 mehr als in der Vorwoche)
  • Quarantänefälle in dieser Woche 386 (Vorwoche: 223)
  • 7-Tage-Inzidenz 41,5 (Freitag vor einer Woche: 57,3).

Die Zahl der Corona-Fälle in den Kommunen seit Beginn der Pandemie (Stand: 18. Juni)

  • Lindenberg 524 (Veränderung gegenüber der Vorwoche: +14)
  • Lindau 1202 (+11)
  • Weiler-Simmerberg 278 (+1)
  • Scheidegg 173 (+0)
  • Heimenkirch 136 (+0)
  • Bodolz 103 (+1)
  • Gestratz 58 (+0)
  • Grünenbach 55 (+0)
  • Hergatz 87 (+0)
  • Hergensweiler 99 (+1)
  • Maierhöfen 97 (+0)
  • Nonnenhorn 58 (+3)
  • Oberreute 47 (+1)
  • Opfenbach 119 (+0)
  • Röthenbach 57 (+0)
  • Sigmarszell 88 (+1)
  • Stiefenhofen 75 (+0)
  • Wasserburg 87 (+3)
  • Weißensberg 90 (+0)