Aktuelle Corona-Lage

Zahlen sinken: Wird die Notbremse im Landkreis Lindau gelockert?

Der Bundestag hat eine bundeseinheitliche "Notbremse" gegen Corona beschlossen.

Der Bundestag hat eine bundeseinheitliche "Notbremse" gegen Corona beschlossen.

Bild: Christoph Soeder, dpa (Symbolbild)

Der Bundestag hat eine bundeseinheitliche "Notbremse" gegen Corona beschlossen.

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Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt unter 100. Deshalb dürfen die Kindergärten im Westallgäu wieder öffnen. Allerdings kommt es vermehrt zu schweren Verläufen.
16.04.2021 | Stand: 17:49 Uhr

Es ist nur eine Momentaufnahme. Die ist aber positiv. Während deutschlandweit die Corona-Zahlen steigen, gehen sie im Landkreis Lindau zurück. Erstmals seit vier Wochen ist die Sieben-Tage-Inzidenz an diesem Freitag (16. April) unter 100 gesunken.

Das hat Folgen für Schulen und Kindertagesstätten: Sie öffnen in der kommenden Woche (19. bis 23. April) unter bestimmten Voraussetzungen beziehungsweise gehen in den Regelbetrieb über. Ob die Notbremse in anderen Bereichen gelockert wird, entscheidet sich am Wochenende.

Die Infektionszahlen sind zuletzt Tag für Tag ein Stück weit gesunken. Mit einem Wert von 91,5 liegt der Landkreis Lindau weit unter den anderen Allgäuer Kreisen. Das Landratsamt mahnt aber weiter zur Vorsicht.

„Wir freuen uns über die sinkenden Werte und hoffen, dass der Trend anhält. Aufgrund der steigenden Zahlen in anderen Landkreisen, sind wir jedoch skeptisch und bitten die Menschen, weiterhin sehr vorsichtig zu sein und sich auch im Freien an die Abstandsregelungen zu halten“, sagt Sibylle Ehreiser, Sprecherin der Behörde.

Warum die Zahlen im Landkreis gegen den Trend sinken, ist nicht klar. „Eine wirkliche Erklärung können nicht geben“, sagt Ehreiser. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitsamt seien aber nach wie vor an sieben Tagen in der Woche oft bis in die späten Abendstunden dabei, Kontaktpersonen zu ermitteln, um rasch Infektionsketten zu durchbrechen und damit das Infektionsgeschehen einzudämmen.

Corona-Fälle in Schulen in Lindenberg und Lindau

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Aktuelle Corona-Lage

Jeder vierte Bürger im Landkreis Lindau ist schon geimpft

Von Corona-Fällen betroffen sind derzeit zwei Schulen – das Gymnasium in Lindenberg und die Grundschule in Reutin – der Schwerpunkt sind laut Landratsamt jedoch Familien und Arbeitsstätten. Bestimmt wird das Infektionsgeschehen immer noch zu einem Großteil von den Virusmutationen.

Sie werden allgemein für schwerere Krankheitsverläufe verantwortlich gemacht. Darauf deuten auch die Zahlen vor Ort hin. Stand Freitag mussten elf Bürger aus dem Landkreis in einer Klinik wegen Covid-19 stationär behandelt werden. Bemerkbar machen sich die schweren Erkrankungen auch auf den Intensivstationen der beiden Krankenhäuser in Lindenberg und Lindau. Dort waren Stand Freitagmittag laut Intensivregister zehn der zwölf Betten belegt, fünf davon mit Covid-19-Patienten, einer musste beatmet werden.

Folgen hat die sinkende Inzidenz in jedem Fall für Kinder und Jugendliche: An allen Schularten und Jahrgangsstufen findet ab Montag (19. April) wieder Präsenzunterricht statt – falls der Mindestabstand von 1,5 Metern durchgehend eingehalten werden kann, sonst findet Wechselunterricht statt.

Gelockert werden auch die Bestimmungen für Kindertagesstätten. Dort gibt es einen eingeschränkten Regelbetrieb, heißt: Die Betreuung aller Kinder ist in festen Gruppen möglich. Ob es zu weiteren Lockerungen beispielsweise für private Treffen oder den Handel kommt, entscheidet sich am Sonntag. Dazu müsste die Sieben-Tage-Inzidenz an drei Tagen hintereinander unter der Marke 100 bleiben. Etwaige Änderungen würden dann ab Dienstag (20. April) gelten.

17.000 Menschen im Landkreis Lindau sind geimpft

Für eine Entspannung der Lage sollen die Impfungen sorgen. Diesbezüglich geht es zumindest in kleinen Schritten voran. Über 17.000 Menschen im Landkreis haben zumindest eine Dosis erhalten, sollten also vor schweren Verläufen geschützt sein. Das entspricht 21 Prozent der Bevölkerung. 5985 Menschen haben zudem schon die zweite Impfung erhalten.

Corona-Infektionen trotz zweiter Impfung

Allerdings schützt sie nicht immer vor einer Infektion. Mittlerweile gibt es sechs Menschen im Landkreis, die trotz zweier Impfungen positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Die Menschen sind laut Landratsamt zwischen 18 und 92 Jahre alt, alle haben den Impfstoff von Biontech/Pfizer bekommen. Allen geht es aber trotz Infektion gut.

In der kommenden Woche erwartet das Landratsamt 2060 Impfdosen – 1860 von Biontech/Pfizer, 200 von Moderna. Der Stoff von AstraZeneca wird dagegen ab Montag nur noch in Arztpraxen genutzt.

In dieser Woche hatte der Landkreis noch 1000 Dosen des britisch-schwedischen Herstellers für die beiden Impfzentren in Lindenberg und Lindau erhalten. Sie konnten laut Landratsamt nach der vorgesehenen Priorisierung verimpft werden. Ehreiser spricht von einer guten Akzeptanz des Stoffes von AstraZeneca bei der Bevölkerung im Landkreis.

Die Corona-Zahlen im Landkreis Lindau (Stand: 16. April)

  • Fälle gesamt 2955 (81 mehr als in der Vorwoche)
  • Quarantänefälle 443 (Vorwoche 519)
  • 7-Tage-Inzidenz 91,5 (Vorwoche: 156,1).
  • Ausblick Damit der Wert unter der Marke von 100 bleibt, dürfen binnen einer Woche nur 81 Menschen positiv getestet werden. Basis ist die Kreisbevölkerung von knapp 82.000 Menschen

Die Corona-Fälle in den Kommunen seit Beginn der Pandemie (Stand: 16. April)

  • Lindenberg 407 (Veränderung innerhalb einer Woche: +10)
  • Lindau 1037 (+28)
  • Weiler-Simmerberg 262 (+2)
  • Scheidegg 154 (+2)
  • Heimenkirch 112 (+1)
  • Bodolz 83 (+4)
  • Gestratz 55 (+4)
  • Grünenbach 48 (+0)
  • Hergatz 71 (+5)
  • Hergensweiler 81 (+4)
  • Maierhöfen 92 (+0)
  • Nonnenhorn 46 (+2)
  • Oberreute 46 (+0)
  • Opfenbach 110 (+0)
  • Röthenbach 50 (+0)
  • Sigmarszell 80 (+3)
  • Stiefenhofen 68 (+2)
  • Wasserburg 77 (+11)
  • Weißensberg 76 (+3)

Die Neuinfektionen vom 10. April bis 16. April nach Altersgruppen

  • 0 bis 14 Jahre 9 Fälle
  • 15 bis 34 Jahre 30 Fälle
  • 35 bis 59 Jahre 35 Fälle
  • 60 bis 79 Jahre 5 Fälle
  • 80 Jahre und älter 2 Fälle