Infrastruktur

Zehn Millionen Euro für den Straßenbau: Diese Projekte will der Landkreis Lindau anpacken

Die Beseitigung des Bahnüberganges in Schlachters (Gemeinde Sigmarszell) wird mehr als zehn Millionen Euro kosten. Den Landkreis trifft das aber finanziell kaum.

Die Beseitigung des Bahnüberganges in Schlachters (Gemeinde Sigmarszell) wird mehr als zehn Millionen Euro kosten. Den Landkreis trifft das aber finanziell kaum.

Bild: Caroline Mittermeier

Die Beseitigung des Bahnüberganges in Schlachters (Gemeinde Sigmarszell) wird mehr als zehn Millionen Euro kosten. Den Landkreis trifft das aber finanziell kaum.

Bild: Caroline Mittermeier

In den nächsten Jahren will der Landkreis mehrere Großprojekte anpacken. 2021 bleibt es aber ruhig - zumindest was die Bautätigkeit angeht.
18.12.2020 | Stand: 17:10 Uhr

Es wird ein ruhiges Jahr auf den Kreisstraßen im Landkreis werden – zumindest, was die Bautätigkeit angeht. 2021 sind keine größeren Baumaßnahmen geplant. Die folgen in den Jahren darauf. Da will der Kreis auch mit Mitteln des Freistaates mehr als zehn Millionen in seine Straßen investieren.

Diese vier Vorhaben plant der Landkreis Lindau

Der Kreistag beschließt immer am Jahresende ein Investitionsprogramm für seine insgesamt 67 Kilometer langen Straßen. Darin legen die Politiker in Absprache mit Verwaltung und dem Staatlichen Bauamt fest, welche Vorhaben Priorität genießen und wann sie in den nächsten Jahren möglichst angegangen werden sollen. Ein Beschluss, das auch umzusetzen, ist das allerdings nicht. Zudem müssen die nötigen Mittel erst im Haushalt aufgenommen werden. Priorität eins genießen im aktuellen Plan, das der Kreistag gegen vier Stimmen gut geheißen hat, vier Vorhaben.

  • Ellhofen Der Ausbau der Ortsdurchfahrt in Zusammenhang mit der Dorferneuerung steht seit Jahren im Investitionsprogramm. Aktuell geplant ist er nach dem Jahr 2021. Sollte es zu keinem Ausbau kommen, wird der Kreis die Fahrbahn nur instandsetzen. Als Kosten veranschlagt sind für das 750 Meter lange Stück circa 1,2 Millionen Euro. Davon muss der Kreis etwa 750 000 Euro tragen.
  • Eglofstal Der Neubau der Brücke über die Obere Argen und der anschließend geplante bestandsnahe Ausbau der Kreisstraße ist ein Dauerbrenner in der Kreispolitik. Ein Teil der Räte lehnt beide Vorhaben ab. Aktuell läuft das Planfeststellungsverfahren für den Neubau der Brücke. Derzeit rechnet das Staatliche Bauamt damit, die Brücke in den Jahren 2022/2023 versetzt zum jetzigen Standort neu bauen zu können. Von den Kosten in Höhe von etwa 1,3 Millionen Euro müsste der Kreis 750 000 Euro übernehmen. Der Ausbau der Kreisstraße von der Landesgrenze über Harratried nach Steinegaden ist nach 2023 vorgesehen. Das Stück ist fast drei Kilometer lang. Als Kosten sind aktuell 5,5 Millionen Euro veranschlagt. Circa drei Millionen müsste der Kreis übernehmen, den Rest trägt der Freistaat.
    Brücke Argental
    Der Neubau der Brücke über die Obere Argen und der anschließend geplante bestandsnahe Ausbau der Kreisstraße ist ein Dauerbrenner in der Kreispolitik.
    Bild: Caroline Mittermeier
  • Nonnenhorn Im unteren Landkreis genießt ein Vorhaben oberste Priorität: bei Nonnenhorn soll eine Linksabbiegerspur eingerichtet werden. Die Stelle gilt als Unfallschwerpunkt. Umgesetzt werden soll das Vorhaben nach 2021. Kosten für den Kreis: 70 000 Euro.
  • Weitere Vorhaben Nicht in der Priorität eins eingestuft sind zwei große Neubauprojekte: So ist seit einigen Jahren geplant, den Bahnübergang in Schlachters zu beseitigen. Geplant ist das nach dem Jahr 2025. Die Chancen für eine Verwirklichung stehen mittlerweile gut. Wie berichtet, kann die Gemeinde den für das Vorhaben nötigen Grund erwerben. Von den dafür anfallenden Kosten übernimmt der Landkreis zwei Drittel. Das Vorhaben lässt sich finanziell für den Kreis mittlerweile deutlich einfacher darstellen. Seit März übernehmen Bahn, Bund und Land beim Umbau von Bahnübergängen die gesamten Kosten. Beim Kreis fallen dadurch nur circa 100 000 Euro als Verwaltungskosten an und für die Anbindung an den Radweg.
    Bahnübergang Schlachters
    Seit einigen Jahren ist geplant, den Bahnübergang in Schlachters zu beseitigen.
    Bild: Caroline Mittermeier
  • Unterhalt Im Investitionsprogramm tauchen nur Unterhalts-maßnahmen auf, deren Kosten auf mehr als 100 000 Euro geschätzt werden. Zum einen die grundhafte Erneuerung der LI 15 zwischen Hergatz und der Landesgrenze – sie ist im kommenden Jahr geplant – zum anderen die Erneuerung der LI 10 von Weiler in Richtung Ober-/Untertrogen. Die Kosten für die beiden Vorhaben gibt das Bauamt mit 250 000 beziehungsweise 200 000 Euro an.