Corona-Pandemie

Zwei Corona-Fälle am Humboldt-Institut in Lindenberg - Wie ein Schüler die Situation erlebt

Das Humboldt-Institut in Lindenberg befindet sich im Gebäude des ehemaligen Eisenbahner-Waisenhorts.

Das Humboldt-Institut in Lindenberg befindet sich im Gebäude des ehemaligen Eisenbahner-Waisenhorts.

Bild: Olaf Winkler

Das Humboldt-Institut in Lindenberg befindet sich im Gebäude des ehemaligen Eisenbahner-Waisenhorts.

Bild: Olaf Winkler

Am Humbold-Institut Lindenberg hat eine Schülerin das Coronavirus aus den Weihnachtsferien mitgebracht. Auch eine Mitarbeiterin ist positiv getestet worden.
17.01.2021 | Stand: 07:33 Uhr

Am Humboldt-Institut in Lindenberg gibt es zwei Corona-Fälle: Bereits am Samstag vor einer Woche ist eine Schülerin positiv auf das Virus getestet worden. Dies löste eine Quarantäne für alle derzeit 69 Jugendlichen zwischen 13 und 19 Jahren aus, die sich in der Einrichtung befinden. Sie alle wurden im Laufe der Woche getestet – „ohne ein weiteres positives Ergebnis“, wie Geschäftsführer Lennart Güthling erleichtert feststellt. Allerdings erhielt am Freitag eine Mitarbeiterin ohne Schülerkontakt ein positives Testergebnis. Beide betroffenen Personen sind symptomfrei.

Güthling weiß um die Sensibilität des Themas. Er verweist auf einen ähnlichen Fall im vorigen Jahr in einem anderen Haus des Instituts. „Wir hatten es dort mit rassistischen Äußerungen zu tun“, sagt der Geschäftsführer. Seit Beginn der Pandemie setze das Institut auf ein umfangreiches Hygienekonzept. So wurde die jetzt positiv getestete Schülerin nach der Rückkehr aus den Weihnachtsferien umgehend getestet – mit negativem Ergebnis. Wie im Institut üblich, erfolgte dann die Unterbringung zunächst in einem Einzelzimmer, um noch einen zweiten Test abzuwarten. Dieses Ergebnis lag am vorigen Sonntag vor – und war positiv.

Gesundheitsamt ordnet Quarantäne an

Das Gesundheitsamt ordnete daraufhin Quarantäne für die direkten Kontaktpersonen an. „Das haben wir auf alle Schülerinnen und Schüler erweitert“, sagt Güthling. Erst seit Vorlage der negativen Testergebnisse am Donnerstagabend können sich die Sprachschüler, die im Hause unterrichtet werden, innerhalb des Gebäudes wieder frei bewegen. Für die 40 Jugendlichen, die das Lindenberger Institut als Internat nutzen und die am hiesigen Gymnasium unterrichtet werden, bleibt die Einzelquarantäne bestehen, zumal sie teilweise auch direkten Kontakt mit der positiv getesteten Schülerin hatten. Für sie findet derzeit kein Präsenz-Unterricht statt.

So geht es den Schülern in Lindenberg momentan

Die Jugendlichen stammen überwiegend aus China, Russland, Vietnam und Südkorea. Einer der Schüler berichtet im Telefongespräch, dass er sein Zimmer nicht verlassen dürfe. Spaziergänge im Freien sind damit ebenso unmöglich wie das gemeinsame Essen im Speiseraum. Das hatte zuletzt unter besonderen Hygienebedingungen dort noch stattgefunden – „mit viel Abstand“, wie der Schüler sagt. Das Essen erhalten die Jugendlichen zu ihren Zimmern gebracht. „Wir sind sehr gut versorgt“, sagt der Schüler. Er ist froh, dass weiterhin virtueller Unterricht stattfindet. Am Tagesablauf habe sich letztlich nicht viel geändert. Untereinander können die Schüler ebenfalls über das Internet kommunizieren. „Da müssen wir halt durch“, sagt der 19-Jährige und freut sich darauf, bald den vielen Schnee vor der Haustür genießen zu können (Lesen Sie auch: Rotkreuzklinik in Lindenberg beendet Aufnahmestopp).

Güthling lobt das gute Miteinander mit dem Gesundheitsamt: „Das lief sehr kompetent ab.“ Von dort kommt auf Nachfrage einzig die Bestätigung, dass es einen Ausbruch gegeben hat. „Alle notwendigen Maßnahmen wurden ergriffen“, schreibt Sybille Ehreiser aus dem Landratsamt und verweist darauf, dass die Behörde zu Einzelfällen keine Informationen herausgibt. Die Quarantäne gilt voraussichtlich bis zum Samstag nächster Woche. Bis dahin sei das Institut eine „Insel“ in Lindenberg, beschreibt Güthling die Situation. Alle Jugendlichen bleiben im Haus.

Das ist das Humboldt-Institut in Lindenberg

  • Das Humboldt-Institut bietet Sprachkurse an 13 Standorten in Deutschland sowie in Wien an.
  • In Lindenberg gibt es sowohl Internatsschüler, die das Gymnasium im Ort besuchen, als auch Sprachschüler. Für bis zu 200 Personen stehen Ein- und Mehrbettzimmer zur Verfügung.
  • Untergebracht ist die Einrichtung in Lindenberg in den 1936 entstandenen Räumen des ehemaligen Eisenbahner-Waisenhorts.