Freibäder im Allgäu

Welche Corona-Regeln in Allgäuer Freibädern gelten und wie sie eingehalten werden

Kempten Cambomare

Auf einer Bahn nur nach links, auf einer anderen nur nach rechts: In den Allgäuer Freibädern herrscht Einbahnverkehr, um die Abstandsregeln einzuhalten. So wie hier im Kemptener Cambomare-Freibad.

Bild: Ralf Lienert

Auf einer Bahn nur nach links, auf einer anderen nur nach rechts: In den Allgäuer Freibädern herrscht Einbahnverkehr, um die Abstandsregeln einzuhalten. So wie hier im Kemptener Cambomare-Freibad.

Bild: Ralf Lienert

Wegen der Corona-Krise gelten in den Allgäuer Freibädern neue Regeln. Fast alle Badegäste halten sich daran. Ein paar flogen aber auch schon raus.
07.07.2020 | Stand: 18:52 Uhr

Hinein kommen Badegäste nur mit vorheriger Anmeldung im Internet. Oder sie hinterlassen ihre Kontaktdaten an der Kasse. Drinnen heißt es dann: Schwimmen immer nur in eine Richtung. Also Einbahnstraßenmodus – mit gehörigem Abstand: Sportschwimmer drei Meter, normale Planscher zwei Meter. Überholen verboten. Am Ende der Bahn rüber auf die nächste, und nur dort geht es zurück. Rundendrehen wie im Kreisverkehr. Was früher bei dem Gewusel in Schwimmbecken unvorstellbar war, funktioniert seit Wiedereröffnung der Freibäder nach der Lockerung des Corona-Lockdowns erstaunlich gut.

Nur 80 Menschen gleichzeitig im Wasser

„Das läuft absolut super“ ist Bernhard Dengel von der Disziplin der Badegäste begeistert. Dengel ist Prokurist beim Kemptener Kommunalunternehmen und dort Leiter der Abteilung Bäder. Dazu zählt das große Cambomare-Freibad, das am vergangenen Montag heuer erstmals seine Pforten geöffnet hat. An heißen Tagen drängten sich dort früher schon mal 5000 Menschen. Jetzt sind es gleichzeitig nur 260, wovon maximal 80 zur selben Zeit im Wasser ihre Runden drehen dürfen. Das wird mit der Ausgabe von Armbändern gesteuert. Nichtschwimmerbecken und Kinderbecken sind ohnehin gesperrt, weil dort die Abstands- und Hygieneregeln nicht zu kontrollieren wären, sagt Dengel. Schon ein paar Wochen früher als Kempten hat Memmingen sein Freibad geöffnet. Dort klappt der Betrieb mit den Einschränkungen „ganz gut“ berichtet Alexandra Wehr von der Stadtverwaltung. Damit die Bademeister einen Überblick über die Besucherzahlen haben, gibt es einen Dreischichtbetrieb. Die 30-minütigen Pausen nutzt das Personal für Reinigungsarbeiten und zum Desinfizieren von Gegenständen. Pro Schicht dürfen maximal 400 Menschen ins Freibad.

>> Tag des Freibads: Welche Freibäder im Sommer 2020 im Allgäu geöffnet und welche noch geschlossen sind <<

Freibad-Karten anfangs nur online kaufen

Eintrittskarten konnten in Memmingen anfangs nur online gelöst werden. Darüber waren manch älteren Menschen verärgert, die entweder kein Internet haben oder sich mit solch einer Reservierung schwertun. Deshalb hat die Stadt die Möglichkeit geschaffen, sich in der Tourist-Information am Marktplatz registrieren zu lassen und Tickets für eine Woche im Voraus zu kaufen.

In Kaufbeuren dagegen ist eine Online-Reservierung vorab nicht möglich. Dort werden aber die aktuellen Besucherzahlen auf der städtischen Internetseite ständig aktualisiert. Vor Ort sind dann, wie bei einem Gaststättenbesuch, Zettel mit den persönlichen Daten auszufüllen. „Bisher gab es kaum Probleme mit den Besuchern“, sagt Gerhard Witteck, zuständig in Kaufbeuren für die Bäder. Allerdings habe schon einmal eine Gruppe Jugendlicher des Freibades verwiesen werden müssen, die trotz mehrmaliger Aufforderung, die Abstandsregeln nicht eingehalten hatte.

Defizit der Freibäder wird wohl größer

Lesen Sie auch
##alternative##
Meinung

Drei Bäder: Kann sich die Stadt Kaufbeuren das noch leisten?

Im Immenstädter Freibad Kleiner Alpsee hat bisher niemand einen Platzverweis erhalten. „Einige können zwar die Sicherheitsmaßnahmen nicht verstehen, der Großteil aber schon“, sagt Marion Burkert von den Stadtwerken Immenstadt. Die Stadt im Oberallgäu hofft, dass sich wegen Corona das jährliche Defizit für das Alpsee-Bad von etwa 140.000 Euro nicht wesentlich erhöht. Das Prinzip Hoffnung besteht auch in Memmingen, das jährlich rund 400.000 Euro für das Freibad finanziell ausgleicht. Dagegen fürchtet Altusried (Oberallgäu) statt der üblichen 115.000 Euro heuer 150.000 Euro zuschießen zu müssen. Bliebe das Bad ganz geschlossen, würden trotzdem Kosten von etwa 80.000 Euro entstehen.

>> Aquaria, Wonnemar oder Cambomare: Welche Regeln jetzt in Schwimmbädern im Allgäu gelten <<