Schnee oder Regen?

So stehen die Chancen auf eine weiße Weihnacht im Allgäu

An Weihnachten warten viele nicht nur aufs Christkind, sondern auch auf den Schnee.

An Weihnachten warten viele nicht nur aufs Christkind, sondern auch auf den Schnee.

Bild: Martina Diemand

An Weihnachten warten viele nicht nur aufs Christkind, sondern auch auf den Schnee.

Bild: Martina Diemand

Gibt es weiße Weihnachten im Allgäu? Zwei Wetter-Experten sagen, wie die Chancen stehen, dass heuer an Weihnachten Schnee zur Bescherung fällt.
22.12.2020 | Stand: 09:29 Uhr

Aktualisiert am Mittwoch, 17. Dezember, 16.20 Uhr - Es ist ein Kindheitstraum, der in den meisten Jahren in Deutschland nicht in Erfüllung geht: Weiße Weihnachten mit Flocken zur Bescherung und einer kalten Christnacht, in der die Eisblumen am Fenster blühen. Laut langjähriger Statistik liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Schneedecke am ersten Feiertag in Augsburg und München bei 45 Prozent, am Bodensee bei 35 und im höheren Allgäu bei über 60 Prozent.

Garantiert ist nichts - aber die Chancen auf Schnee an Weihnachten stehen ganz gut

Und dieses Jahr? Meteogroup-Chefmeteorologe Joachim Schug sagte im Gespräch mit unserer Zeitung, nach derzeitigem Stand der Wettermodelle werde über die Feiertage im Allgäu von Norden Kaltluft die Regie übernehmen: „Wenn alles klappt, rieseln in der Heiligen Nacht Flocken bis ganz runter.“ Zumindest in den höheren Lagen des Allgäus sei es dann wohl am ersten und zweiten Feiertag weiß. Garantiert ist das aber nicht.

Jürgen Schmidt von Wetterkontor.de ist nicht ganz so zuversichtlich: Schnee an Heiligabend sehe das derzeitige Wettermodell nicht vor. Ab dem zweiten Weihnachtsfeiertag könne es laut ihm im Allgäu aber schneien. Von einer weißen Weihnacht könne man deshalb trotzdem nicht sprechen: "Weiße Weihnacht ist offiziell nur dann, wenn an allen drei Tagen Schnee liegt - und das wird es dieses Jahr leider nicht geben."

Zuletzt gab es 2010 bundesweit winterliches Weihnachtswetter - da lag Schnee sogar im Flachland und in Norddeutschland.

Obwohl es im Allgäu die höhere Wahrscheinlichkeit auf weiße Weihnachten gibt, gab es auch in den vergangenen zehn Jahren kaum richtig Schnee zum Fest. "Oft hat es vor oder nach den Feiertagen geschneit", sagt Schmidt. "Der Klimawandel macht leider auch vor dem Allgäu nicht Halt und verhindert weiße Weihnachten."

Die nächsten Tage bleibt es mild

Bevor zu den Weihnachtsfeiertagen kühlere Luft in die Region kommt, bleibt es mild, trocken und auch sonnig im Allgäu. Bis zu 10 Grad sind laut Wetterkontor in den kommenden Tagen möglich. "Zeitweise ist es auch föhnig", erklärt Schmidt. Erst Anfang nächster Woche soll es wechselhafter werden - zu Wochenbeginn mit etwas Regen und mit etwas Glück zum Ende der Woche zu den Feiertagen mit Schnee.

Warten auf den Schnee - und aufs Christkind

Woher kommt das Ideal einer weißen Weihnacht eigentlich? Das Warten auf Schnee symbolisiert das Warten aufs Christkind: So hat der verstorbene Münchener Psychologe Paul Kochenstein das Phänomen einmal erklärt. Schnee stehe für Reinheit, Leichtigkeit, Unschuld und Unberührtheit. Er verwandelt die Landschaft in eine Märchenwelt. (Das könnte Sie auch interessieren: Geschenke-Tipps gegen den Corona-Blues)

Dieses kindliche Ideal einer weißen Weihnacht gilt aber nicht immer. Früher stand der Winter für Kälte, Frieren und Hungersnöte. Erst ab 1860 tauchten Weihnachtskarten mit Wintermotiven auf.

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