Corona-Situation

Wieso sich die Lage an den Allgäuer Kliniken noch nicht entspannt

Viele Corona-Tests sind nach wie vor positiv, dennoch sinken die Inzidenzen im Allgäu leicht. In den Kliniken liegen aber weiter viele Patienten.

Viele Corona-Tests sind nach wie vor positiv, dennoch sinken die Inzidenzen im Allgäu leicht. In den Kliniken liegen aber weiter viele Patienten.

Bild: Ralf Lienert

Viele Corona-Tests sind nach wie vor positiv, dennoch sinken die Inzidenzen im Allgäu leicht. In den Kliniken liegen aber weiter viele Patienten.

Bild: Ralf Lienert

Die Inzidenzen sinken teils unter 1000, doch in den Krankenhäusern im Allgäu bleibt die Lage schwierig. Manche Operationen können nicht stattfinden.
14.04.2022 | Stand: 06:27 Uhr

Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt nicht nur bayernweit, sondern auch im Allgäu. Spitzenreiter ist weiterhin das Oberallgäu mit einem Wert von 1171. In Memmingen und im Unterallgäu dagegen sanken die Werte erstmals seit Wochen unter 1000.

Die Inzidenzen hat Mechthild Feldmeier vom Memminger Schuhhaus Cornelius immer im Blick. „Es ist ein positives Zeichen, dass sie sinken“, sagt die Bezirksvorsitzende des Handelsverbandes. Dennoch gehen sie und die Mitarbeiter auf Nummer sicher und tragen weiterhin Mund-Nasen-Schutz, bis „die Ansteckungsgefahr niedrig ist und die Inzidenzen weiter gefallen sind“.

Inzidenzen weit unter den Höchstwerten

Das habe gleich mehrere Gründe, sagt Feldmeier. Es sei wichtig, dass nicht zu viele Mitarbeiter durch eine Corona-Quarantäne ausfallen, zudem setzten auch Kunden noch häufig auf die Maske. Auf der anderen Seite störe der Schutz beim Verkauf. Da gehe es darum, die Kunden anlächeln zu können, sich gut zu verständigen. „Und das Atmen fällt ohne Maske auch leichter“, sagt Feldmeier. Die derzeitige Kaufzurückhaltung führt sie aber nicht auf die Maske oder Inzidenzwerte zurück, sondern auf die gestiegenen Lebenshaltungskosten, das Weltgeschehen und die damit verbundene Verunsicherung der Kundinnen und Kunden. Der höchste Inzidenzwert lag in Memmingen am 23. März 2022 bei 2700, im Unterallgäu am 26. März 2022 bei 2581.

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Der Unterallgäuer Landrat Alex Eder sagt zu den sinkenden Werten: „Da ich eine reine Inzidenzbetrachtung schon lange kritisiere, ist für mich auch das Sinken unter einen bestimmten Wert nicht besonders aussagekräftig. Viel wichtiger ist für mich, dass die Krankenhäuser und die Rettungsdienste die Lage aktuell im Griff haben.“

Verschiebbare Operationen finden nur eingeschränkt statt

Entwarnung geben die Kliniken dennoch nicht. „Die Situation ist weiter angespannt“, heißt es beispielsweise aus dem Krankenhaus-Verbund Ostallgäu-Kaufbeuren. In den Häusern in Füssen, Buchloe und Kaufbeuren lägen derzeit 37 Corona-Patienten, vier davon auf der Intensivstation. Die Zahlen seien damit zwar leicht rückläufig, der Krankenstand unter den Mitarbeitern sei aber höher als zu dieser Jahreszeit üblich. Daher fänden derzeit verschiebbare Operationen nur eingeschränkt statt.

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Ähnlich sieht es beim Klinikverbund Allgäu aus. In dessen sechs Häusern werden derzeit 66 Corona-Patienten betreut, darunter fünf auf der Intensivstation. „Die Zahlen sinken zwar im Vergleich zu den Höchstständen der vierten Welle, aber nach wie vor behandeln wir eine hohe Anzahl an Corona-positiven Patienten“, sagt Dr. Florian Wagner, Chefarzt der Intensivmedizin am Kemptener Klinikum. Auch wegen der vielen Ausfälle beim Personal gebe es noch keine Entspannung – die Ausfallrate sei doppelt bis dreimal so hoch wie vor Corona. Verschiebbare Operation seien um zehn bis 20 Prozent reduziert worden.

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