Kriminalität im Allgäu

Zigarettenautomaten im Allgäu gesprengt: Ein Tatverdächtiger in Haft

Ein Unbekannter hat 2020 im Allgäu sechs Zigarettenautomaten gesprengt. Ein Tatverdächtiger sitzt nun in U-Haft.

Ein Unbekannter hat 2020 im Allgäu sechs Zigarettenautomaten gesprengt. Ein Tatverdächtiger sitzt nun in U-Haft.

Bild: David Ebener, dpa (Symbolbild)

Ein Unbekannter hat 2020 im Allgäu sechs Zigarettenautomaten gesprengt. Ein Tatverdächtiger sitzt nun in U-Haft.

Bild: David Ebener, dpa (Symbolbild)

Im Allgäu wurden 2020 sechs Zigarettenautomaten gesprengt. Nun gibt es einen Verdächtigen. Dieser könnte auch mit einem anderen Verbrechen zu tun haben.
20.01.2021 | Stand: 12:39 Uhr

Im Allgäu hat ein damals Unbekannter im vergangenen Jahr sechs Zigarettenautomaten gesprengt. Die Staatsanwaltschaft Kempten und die Kripo haben nun einen Tatverdächtigen ermittelt, berichtet die Polizei. Dieser befindet sich bereits wegen anderer Delikte in Untersuchungshaft.

Erstmals wurde den Beamten im Januar 2020 ein zerstörter Automat gemeldet. Dieser war im Waltenhofener Ortsteil Lanzen gesprengt worden. Als etwas ungewöhnliches Aufbruchswerkzeug hatten die Ermittler Silvesterböller identifiziert, die man im deutschen Handel nicht kaufen kann. Diese richteten am Zigarettenautomaten einen Totalschaden an. Mehrere Anwohner waren damals am 8. Januar kurz vor Mitternacht durch den lauten Knall geweckt worden.

An diesen Orten im Allgäu wurden Zigarettenautomaten gesprengt

Im Laufe des Jahres 2020 wurden weitere Zigarettenautomaten auf die gleiche Art und Weise mutwillig geöffnet und zwar an folgenden Orten und Tagen:

  • 14. Januar kurz nach 4 Uhr im Aybühlweg in Kempten,
  • 5. Juni kurz nach Mitternacht in der Memminger Straße in Kempten,
  • 26. August kurz nach 4 Uhr in Sulzberg-Graben,
  • 29. August gegen 4 Uhr in der Hindelanger Straße in Sonthofen, und am
  • 4. September gegen 5 Uhr in der Kaufbeurer Straße in Kempten.

Nach derzeitigem Kenntnisstand waren das Ziel der Täter nicht die Zigaretten, sondern der Kasseninhalt der Automaten.

„Insbesondere die akribische Spurensicherung führte uns zu dem Tatverdächtigen. Darüber bin ich vor allem deswegen erleichtert, weil durch den illegalen Einsatz dieser gefährlichen Pyrotechnik eine erhebliche Verletzungsgefahr für Unbeteiligte entsteht“, sagt Josef Ischwang, Leiter der Kripo Kempten. „Zudem setzen die Täter ebenso ihr eigenes Leben aufs Spiel, da solche Böller unkontrolliert umsetzen können.“

Täter verursachte einen Schaden in Höhe von 13.000 Euro

Insgesamt verursachte der Tatverdächtige einen Sachschaden von über 13.000 Euro. Da die Kasse der Geräte regelmäßig geleert wird, erlangte der Täter insgesamt nur knapp 2.000 Euro Bargeld. Zukünftig dürften solche Taten keinen Erfolg mehr versprechen, da diese Art der Sprengung nur bei einem bestimmten Alt-Modell möglich war und die Automatenaufsteller diese bereits nahezu komplett ausgetauscht haben.

Der Tatverdächtige befindet sich auf Antrag der Staatsanwaltschaft Kempten seit Ende September 2020 in Untersuchungshaft, nachdem die Kripo Kempten ihm auch den bewaffneten Raubüberfall auf eine Tankstelle im September 2020 in Weitnau zur Last legen konnte.

Geprüft wird nun, ob der Tatverdächtige aus dem Oberallgäu Mittäter hatte. Ebenso wird der Bezugsweg der nicht zugelassenen Böller beleuchtet.