Abstandsregel in der Windkraft

Landkreise wollen 10H-Regel zu Mindestabstand für Windräder behalten

Der Präsident des Bayerischen Landkreistags Christian Bernreiter (CSU) will an der 10H-Regel im Freistaat festhalten.

Der Präsident des Bayerischen Landkreistags Christian Bernreiter (CSU) will an der 10H-Regel im Freistaat festhalten.

Bild: Matthias Balk, dpa (Archivbild)

Der Präsident des Bayerischen Landkreistags Christian Bernreiter (CSU) will an der 10H-Regel im Freistaat festhalten.

Bild: Matthias Balk, dpa (Archivbild)

Die 10H-Regel besagt, dass Windräder einen gewissen Abstand zu Siedlungen haben müssen. Regierung und Wirtschaft wollen sie kippen, Landkreise sind dagegen.
14.01.2022 | Stand: 15:31 Uhr

Bayerns Landräte stellen sich gegen die Pläne der neuen Bundesregierung zur Beseitigung der hohen Hürden für neue Windräder im Freistaat. Landkreistagspräsident Christian Bernreiter (CSU) plädierte am Freitag dafür, die vom früheren Ministerpräsidenten Horst Seehofer eingeführte sogenannte 10H-Regel zu behalten.

10H-Regel bei Windkraft: Land kein Energieversorger für Ballungsräume

"Der ländliche Raum ist nicht dazu da, den Energieversorger für den Verdichtungsraum zu spielen, solange Potenziale in den Städten, beispielsweise auf den Dächern, nicht umfassend genutzt werden", erklärte der Deggendorfer Landrat.

Die Ampelregierung will mehr Windräder bauen. Dafür soll die 10H-Regel in Bayern gekippt werden.
Die Ampelregierung will mehr Windräder bauen. Dafür soll die 10H-Regel in Bayern gekippt werden.
Bild: Ralf Lienert (Symbolbild)

Damit stellte sich Bernreiter sowohl gegen den neuen Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) als auch gegen die von der Angst vor Stromausfällen getriebene bayerische Wirtschaft.

Abstandsregel seit 2014 in Bayern: Damals großer Widerstand gegen die Anlagen

Seehofer hatte die 10H-Regel 2014 eingeführt, weil es in Teilen der Bürgerschaft großen Widerstand gegen die Anlagen gibt. Seither muss der Abstand eines Windrads zur nächsten Siedlung im Regelfall das Zehnfache der Bauhöhe betragen, der Bau von Windrädern in Bayern ist nahezu zum Erliegen gekommen.

Ampel will Regel kippen: Wirtschaft stärkt Regierung den Rücken

Die Ampelkoalition will diese Hürden nun beseitigen. Auch die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft fordert die Abschaffung der 10H-Vorschrift, weil nach Analysen des Prognos-Instituts die bayerische Stromversorgung im Laufe der kommenden Jahre instabiler werden könnte. "Die vielfältigen ländlichen Räume dürfen nicht zum Ausfallbürgen für die Verdichtungsräume werden", erklärte Bernreiter.

Tourismus-Verband Bayern äußert sich: Bedeutende Sichtachsen erhalten

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Der oberbayerische Tourismusverband wiederum ist besorgt, dass Windräder die Landschaft in Bayerns wichtigster Urlaubsregion zerstören und damit dem Fremdenverkehr schaden könnten.

"Viele Landschaftsbilder wie der Königssee mit Sankt Bartholomä, Schloss Herrenchiemsee, der Tegernsee oder Schloss Elmau mit Zugspitze prägen das Bild Bayerns und Deutschlands in der Welt", sagte der Rosenheimer CSU-Landtagsabgeordnete und Verbandschef Klaus Stöttner. "Diese bedeutenden Sichtachsen dürften nicht verbaut werden."

Unter anderem Blicke wie diesen sieht der Tourismusverband durch die Windkraftanlagen in Gefahr. Das Schloss Neuschwanstein ist nur eines von vielen Denkmälern in Bayern, das der Verband so schützen will.
Unter anderem Blicke wie diesen sieht der Tourismusverband durch die Windkraftanlagen in Gefahr. Das Schloss Neuschwanstein ist nur eines von vielen Denkmälern in Bayern, das der Verband so schützen will.
Bild: Benedikt Siegert (Archivbild)

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