Nach dem Tod von George Floyd

25.000 Menschen demonstrieren in München gegen Rassismus

06.06.2020, Bayern, München: Mehrere hundert Menschen demonstrieren mit Plakaten auf dem Königsplatz in der bayerischen Landeshauptstadt während einer "Silent Demo" gegen Rassismus. Anlass ist der gewaltsame Tod von George Floyd in den USA. Insgesamt soll in 25 deutschen Städten demonstriert werden. Foto: Peter Kneffel/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Mehrere tausend Menschen demonstrieren auf dem Königsplatz in München gegen Rassismus. Anlass ist der gewaltsame Tod von George Floyd in den USA. Insgesamt soll in 25 deutschen Städten demonstriert werden.

Bild: Peter Kneffel, dpa

Mehrere tausend Menschen demonstrieren auf dem Königsplatz in München gegen Rassismus. Anlass ist der gewaltsame Tod von George Floyd in den USA. Insgesamt soll in 25 deutschen Städten demonstriert werden.

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In den USA protestieren die Menschen gegen Rassismus. Auch in Bayern haben Demos stattgefunden, unter anderem in München, Augsburg und Nürnberg.

dpa
07.06.2020 | Stand: 19:51 Uhr

Nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd haben sich am Samstag in München rund 25.000 Menschen versammelt, um gegen Rassismus und Polizeigewalt zu demonstrieren. Genehmigt war die Demonstration am Königsplatz allerdings nur für 200 Teilnehmer. "Die Abstandsregeln werden derzeit nicht eingehalten", sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur. Der Einsatzleiter müsse nun entscheiden, wie mit der Situation weiter umgegangen werde.

Auch in anderen bayerischen Städten fanden so genannte "Silent Demos" (stille Demonstrationen) statt, darunter in Nürnberg und Augsburg.

Welle von Protesten und Gewalt erschüttert die USA

Hintergrund ist der Tod von Floyd am 25. Mai bei einem brutalen Polizeieinsatz in der US-Großstadt Minneapolis. Ein Polizist drückte sein Knie mehrere Minuten lang gegen den Hals von Floyd, der bereits am Boden lag. Floyd erstickte dadurch. Wegen seines Todes kam es zu Protesten und teilweise auch Ausschreitungen in mehreren Städten der USA. Geschäfte wurden geplündert und Autos angezündet. US-Präsident Donald Trump hat angedroht, die Proteste notfalls gewaltsam niederzuschlagen. Dafür erntete der Präsident harsche Kritik. Nicht nur hochrangige Militärs positionierten sich gegen Trump, auch alle noch lebenden Ex-Präsidenten äußerten sich zu den Vorfällen. Das ist äußerst selten.

>>> Proteste in den USA: Trump bringt Militär gegen sich auf <<<

Auch in München waren bei den Protesten immer wieder "Black Lives Matter"-Rufe zu hören. Die meisten Teilnehmer waren in schwarzer Kleidung gekommen. Neben Reden gab es auch Musik. Ein Polizeisprecher sagte: "Wir haben permanent Durchsagen gemacht, um auf die Einhaltung der Abstandsregeln hinzuweisen, die gerade anfangs oft nicht eingehalten wurden." Das Versammlungsgelände sei schließlich erweitert worden, um mehr Platz zu schaffen. Aus den angemeldeten 200 Menschen waren 20 000 Demonstranten geworden.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach äußerte sich auf Twitter kritisch: "Ich teile den Anlass des Protests voll und ganz. Aber trotzdem sind die Abstände zu klein." Die Gefahr der Corona-Pandemie sei nicht gebannt. Rassismus müsse bekämpft werden, aber ohne vermeidbare Corona-Tote.

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Nach Tod von George Floyd: Proteste gegen Rassismus in den USA eskalieren

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