Gefährliche Mutprobe

28-Jähriger lässt sich "wegen Challenge" von Zug überrollen - und überlebt

Ein 28-Jähriger hat sich auf der Bahnstrecke zwischen Kaltenbrunn und Garmisch-Partenkirchen von einem Zug überrollen lassen - offenbar war es eine Mutprobe (Symbolbild).

Ein 28-Jähriger hat sich auf der Bahnstrecke zwischen Kaltenbrunn und Garmisch-Partenkirchen von einem Zug überrollen lassen - offenbar war es eine Mutprobe (Symbolbild).

Bild: Soeren Stache, dpa

Ein 28-Jähriger hat sich auf der Bahnstrecke zwischen Kaltenbrunn und Garmisch-Partenkirchen von einem Zug überrollen lassen - offenbar war es eine Mutprobe (Symbolbild).

Bild: Soeren Stache, dpa

Ein 28-Jähriger hat sich auf der Bahnstrecke zwischen Kaltenbrunn und Garmisch-Partenkirchen von einem Zug überrollen lassen - offenbar war es eine Mutprobe.
Von Allgäuer Zeitung
04.01.2021 | Stand: 16:07 Uhr

Ein Mann hat sich am Sonntagnachmittag auf der Bahnstrecke zwischen Kaltenbrunn und Garmisch-Partenkirchen offenbar absichtlich von einem Regionalzug überrollen lassen. Wie durch ein Wunder blieb der Mann unverletzt. Ersten Erkenntnissen der Bundespolizei zufolge soll es sich um eine Mutprobe gehandelt haben.

Der Zwischenfall ereignete sich gegen 16.30 Uhr: Eine Person legte sich nahe Garmisch-Partenkirchen ins Gleis und wurde von einem Regionalexpress überrollt. Der Triebfahrzeugführer, der den Zug sofort stoppte, fand den Mann unverletzt vor. Er konnte ihn überzeugen, mit dem Zug bis zum Garmisch-Partenkirchner Bahnhof mitzufahren. Dort wurde er von zwischenzeitlich verständigten Polizeibeamten in Gewahrsam genommen. Der 28-Jährige gab an, dass es sich bei seinem Gleisaufenthalt um eine "Challenge" gehandelt habe.

Eine Zeugin hatte während des Vorfalls an der Stelle des Überrollens einen weiteren Mann im Unterholz fotografieren können. Daher suchten mehrere Polizeistreifen den Streckenabschnitt ab. Dabei kam auch ein Polizeihubschrauber zum Einsatz. Für die Dauer der Absuche war der betreffende Bereich von Zügen zum Teil nur in Schrittgeschwindigkeit, zum Teil überhaupt nicht mehr passierbar. Mehrere Züge fielen komplett aus.

Zugstrecke wegen Suchaktion stundenlang blockiert

Erst gegen 20.30 Uhr wurde der Bahnverkehr für die Strecke Mittenwald - Garmisch-Partenkirchen wieder uneingeschränkt freigegeben. Der gesuchte Unbekannte blieb trotz stundenlanger Absuche verschwunden. Zu dessen Identität wollte sich der zuvor überrollte Mann nicht äußern. Der 28-Jährige, der im Landkreis Garmisch-Partenkirchen gemeldet ist, wurde vorsichtshalber in die psychiatrische Abteilung einer Klinik gebracht.

Die Nachforschungen der bahnpolizeilich zuständigen Ermittler aus Rosenheim dauern an. Vor einem unbefugten Betreten der Gleise warnt die Bundespolizei eindringlich und findet deutliche Worte: "Wer auf Bahnanlagen höchst gefährliche Mutproben bestehen will, ist keineswegs mutig, sondern ausgesprochen dumm und rücksichtslos", hieß es in einer Mitteilung.