Corona-Regeln in Bayern

Bayern bleibt bei 2G-Regelung in der Gastronomie - Die wichtigsten Entscheidungen der Kabinettssitzung im Überblick

In der bayerischen Gastronomie kommt keine 2G-plus-Regel. Das beschloss das Kabinett am Dienstag.

In der bayerischen Gastronomie kommt keine 2G-plus-Regel. Das beschloss das Kabinett am Dienstag.

Bild: Peter Kneffel, dpa

In der bayerischen Gastronomie kommt keine 2G-plus-Regel. Das beschloss das Kabinett am Dienstag.

Bild: Peter Kneffel, dpa

In der Gastronomie soll bundesweit künftig 2G plus gelten. In Bayern bleibt es allerdings weiter bei 2G. Die Entscheidungen der Kabinettssitzung im Überblick.
11.01.2022 | Stand: 14:25 Uhr

Nach den jüngsten Corona-Beschlüssen von Bund und Ländern hat das bayerische Kabinett am Dienstagvormittag über die Umsetzung im Freistaat entschieden. Insbesondere ging es darum, ob Bayern die vereinbarte 2G-plus-Regel auch in Restaurants anwenden will oder nicht.

Staatsminister Florian Herrmann, Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Gesundheitsminister Klaus Holetschek stellten die Ergebnisse der Beratungen in einer anschließenden Pressekonferenz vor.

Bayern bleibt bei 2G-Regelung in der Gastronomie - Die wichtigsten Entscheidungen der Kabinettssitzung im Überblick

In Bayern kommt keine 2G-plus-Regel für die Gastronomie, es bleibt bei der 2G-Regelung. Geimpfte und Genesene dürfen somit weiter ohne zusätzlichen Test beziehungsweise ohne Auffrischungsimpfung in Restaurants gehen. Staatsminister Florian Herrmann erklärte in der Pressekonferenz nach der Kabinettssitzung: "Wir haben die Gastro-Branche insgesamt in vielen Bereichen sehr stark eingeschränkt." Bars und Diskotheken seien in Bayern schon geschlossen, es gelte zudem bereits eine Sperrstunde ab 22 Uhr, das seien strenge und strikte Regelungen.

Desweiteren sagte der Staatsminister, dass das bayerische Kabinett beschlossen habe, die 15. Infektionsschutzverordnung nahtlos um vier Wochen nahezu eins zu eins zu verlängerern. Die Verordnung tritt nahtlos zum 13. Januar in Kraft.

Anpassungen sind: Minderjährige Schüler, die älter als 14 Jahre alt sind, können auch weiterhin bei 2G-Regelungen gastronomische Einrichtungen oder Hotels besuchen und Sport oder Musik betreiben, auch wenn sie nicht geimpft sind. Somit bleiben diese Schülerinnen und Schüler in Bayern auch weiter von der Nachweispflicht bei 2G-Regelungen befreit. Dies sei laut Herrmann möglich, da sie sich regelmäßig in der Schule testen ließen. Schülerinnen und Schüler im Alter von unter 14 Jahren sind ohnehin von der Nachweispflicht befreit.

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Zudem gilt nun: Wer geboostert ist, also die dritte Corona-Impfung bekommen hat, braucht keinen zusätzlichen Test in Bereichen, in denen 2G plus gilt. Bisher galt das ab dem Booster-Impftermin plus 14 Tage. Nun gelte das direkt ab der Booster-Impfung, sagte Herrmann. Und vollständig Immunisierte (zwei Impfungen), die anschließend eine Corona-Infektion überstanden haben - also eine Durchbruchsinfektion hatten -, gelten künftig als geboostert und brauchen bei 2G plus auch keinen Test.

Anpassung der Quarantäne-Regeln in Bayern

Bei der Quarantäne in Bayern soll eine Vereinheitlichung der Quarantänedauern kommen. Damit setzt Bayern die von Bund und Ländern vereinbarte Verkürzung von Corona-Quarantäne und -Isolation um. Bisher gilt: Kontaktpersonen müssen zehn Tage in Quarantäne und Infizierte 14 Tage in Isolation. Das werde laut Herrmann auf zehn Tage Quarantäne bzw. Isolation für alle vereinheitlicht. Anschließend brauche man auch keinen PCR-Test, um sich freizutesten.

Vor Ablauf der zehn Tage könne man sich nun nach sieben Tagen mit einem PCR- oder Schnelltest freitesten. In Isolation müsse man 48 Stunden vor Ende der Isolation allerdings symptomfrei sein. Die verkürzten Fristen treten noch am Dienstag in Kraft, wie Staatskanzleichef Florian Herrmann sagte.

Beschäftigte in vulnerablen Einrichtungen - etwa Pflegeheimen - müssen verpflichtend einen PCR-Test oder fünf Mal hintereinander einen Schnelltest machen, um sich freitesten zu lassen. Schülerinnen und Schüler sowie Kita- und Kindergarten-Kinder, die als Kontaktpersonen in Quarantäne müssen, können sich künftig bereits nach fünf Tagen freitesten, per PCR- oder Antigen-Schnelltest.

Die Regeln für Kontaktpersonen, die eine Auffrischungsimpfung haben, frisch doppelt geimpft sind, geimpft und genesen oder frisch genesen sind, werden geändert, sobald der Bund dafür nötige Rechtsänderungen umgesetzt hat. Herrmann nannte dafür voraussichtlich Freitag oder Samstag. Diese müssen dann gar nicht mehr in Quarantäne. Bisher galt für Kontaktpersonen einer mit der Omikron-Variante infizierten Person eine Quarantäne von 14 Tagen, ohne die Chance zum Freitesten.

Für die nächste Kabinettssitzung gebe es schon weitere Überlegungen, etwa im Bereich Kunst und Kultur

Für die nächste Kabinettssitzung habe es auch schon Überlegungen gegeben, so Herrmann: Sind etwa die geltenden Hotspot-Regelungen - etwa der Voll-Lockdown bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 1000 - noch angemessen, die auf Grundlage der Delta-Variante festgesetzt wurden? Passen die Delta-Voraussetzungen also auch auf Omikron? Der Lösung dieser Fragen müsse man sich in den nächsten Tagen für die nächste Kabinettssitzung kommende Woche annähern. Ab einer Inzidenz von 1000 könnte eventuell in der Gastronomie dann doch die 2G-plus-Regelung kommen, auch könnte der Schwellenwert von 1000 erhöht werden. Das müsse aber wissenschaftlich sinnvoll und begründet sein.

Gedanken müsse man sich auch weiterhin über den Umgang mit dem Bereich der Jugendarbeit machen und mit Kunst und Kultur. Hier werde es in den nächsten Tagen Gespräche mit den zuständigen Fachministern geben. Beispielsweise solle die Kapazitäts-Grenze von 25 Prozent in Kinos und bei anderen Kulturveranstaltungen diskutiert werden.

Insgesamt seien zwar keine umfangreichen Änderungen beschlossen, aber alle Bereiche umfassend in den Blick genommen worden, sagte Staatsminister Florian Herrmann. Dies sei vor dem Hintergrund der aktuellen Lage, die von Omikron bestimmt werde, geschehen. Es sei weiter wichtig, die Zahlen genau zu analysieren sowie die Entwicklung der Hospitalisierung nach den Weihnachtsferien im Blick zu behalten und dahingehend jeweils zu entscheiden.

2G plus für Gastronomie? Bayerische Regierung berät heute über neue Corona-Regeln

Nach den jüngsten Corona-Beschlüssen von Bund und Ländern will das bayerische Kabinett am Dienstag (10 Uhr) über die Umsetzung im Freistaat entscheiden. Insbesondere geht es darum, ob Bayern die vereinbarte 2G-plus-Regel auch in Restaurants anwenden will oder nicht.

Anschließend stellen Staatsminister Florian Herrmann, Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Gesundheitsminister Klaus Holetschek die Ergebnisse der Beratungen in einer Pressekonferenz vor.

Bayerns Regierung bei 2G-plus-Regel für Gastro "skeptisch"

Beim Corona-Gipfel am Freitag verständigten sich Bund und Länder unter anderem darauf, dass bei Veranstaltungen, im Handel sowie in Freizeiteinrichtungen unverändert 2G gelten soll. Auch die Kontaktbeschränkungen gelten weiterhin: Privat dürfen sich maximal zehn Menschen treffen. Wenn Ungeimpfte dabei sind, darf sich ein Haushalt sogar nur mit zwei Personen aus einem weiteren Haushalt treffen.

Und in der Gastronomie sollen nur noch Geimpfte mit zusätzlichem Test oder mit Auffrischungsimpfung Zugang haben. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte am Freitag aber angedeutet, dass Bayern in der Gastronomie bei der 2G-Regel bleiben könnte: Der Freistaat sei bei 2G plus in der Gastronomie "sehr, sehr zurückhaltend und skeptisch".

Bayern und Sachsen-Anhalt waren bei diesem Punkt am Freitag aus der gemeinsamen Bund-Länder-Linie ausgeschert und hatten jeweils eine Protokollerklärung abgegeben. Söder verwies etwa darauf, dass Bayern in weiten Bereichen bereits schärfere Regelungen habe. So sind etwa Kneipen und Discos anders als in anderen Ländern ganz geschlossen. (Lesen Sie auch: Fasnet in Memmingen und dem Unterallgäu: Faschingsfans trotzen Corona mit kleinen Aktionen)

Grüne und SPD fordern 2G+ für Gaststätten, Bars und Kneipen

Grüne und SPD fordern allerdings die Umsetzung von 2G plus auch in der Gastronomie. Es sei unverständlich, warum im Wirtshaus ohne Maske und mit Vollbesetzung andere Regeln gelten sollten als etwa in Theatern, sagte Grünen-Landtagsfraktionschefin Katharina Schulze.

Zudem will das Kabinett über die Verkürzung der Quarantäne für Kontaktpersonen und der Isolierung für Infizierte beraten und entscheiden - Bund und Länder hatten sich darauf verständigt, die Regeln zu vereinheitlichen und die Fristen zu verkürzen.

Corona-Regeln in Bayern: Pressekonferenz im Live-Stream

Die Pressekonferenz über die Beratungen in München mit Staatsminister Florian Herrmann, Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Gesundheitsminister Klaus Holetschek ist ab 13 Uhr im Live-Stream zu sehen: unter anderem auf www.bayern.de. Außerdem gibt es eine Übertragung, die in Gebärdensprache übersetzt und untertitelt ist.

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