Abitur 2020

Abitur in Bayern: Zoff zwischen Politik und Schülervertretern

Am 20. Mai sollen die Abitur-Prüfungen in Bayern nach den Corona-Schließungen der Gymnasien beginnen. Dagegen regt sich jetzt Widerstand einiger Schüler.

Am 20. Mai sollen die Abitur-Prüfungen in Bayern nach den Corona-Schließungen der Gymnasien beginnen. Dagegen regt sich jetzt Widerstand einiger Schüler.

Bild: Tobias Kleinschmidt/dpa

Am 20. Mai sollen die Abitur-Prüfungen in Bayern nach den Corona-Schließungen der Gymnasien beginnen. Dagegen regt sich jetzt Widerstand einiger Schüler.

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Die Folgen der Corona-Pandemie für die Schulen sorgt in Bayern für einen Konflikt zwischen Bildungspolitikern und Schülervertretungen. Streitpunkt: das Abitur.
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dpa
18.04.2020 | Stand: 21:32 Uhr

Die Folgen der Corona-Pandemie für die Schulen sorgt in Bayern auch für einen Konflikt zwischen Bildungspolitikern und Schülervertretungen. Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) will am coronabedingt verschobenen Start der Abiturprüfungen am 20. Mai nicht rütteln. Dafür gibt es nach seinen Worten aber bereits eine einvernehmliche Lösung, damit noch ausstehende Klausuren bis dahin nicht in der geplanten Form geschrieben werden müssen.

Bezirksschülervertreter hatten den Zeitplan kritisiert. Der Landesschülerrat distanzierte sich am Samstag jedoch von deren Forderung, die Abiturprüfungen zu verschieben.

Noch ausstehende Klausuren: Wie sieht die Lösung aus?

«Wir wollen am Termin für die Abiturprüfungen festhalten, das ist das Ziel», sagte Piazolo am Samstag der Deutschen Presse-Agentur in München. «Deshalb sind wir intensiv mit dem Landesschülerrat in Kontakt und haben auch schon eine einvernehmliche, gute Lösung gefunden. Klar ist: Noch ausstehende Klausuren müssen nicht in der eigentlich vorgesehenen Form geschrieben werden.» Die genauen Details will Piazolo erst Anfang der neuen Woche bekanntgeben.

Schülervertreter wollen Beginn der Abiturprüfungen verschieben

Piazolo reagierte mit seiner Klarstellung auf die Kritik der Bezirksschülersprecher der Gymnasien aus Unterfranken, Niederbayern, Schwaben und der Oberpfalz. Diese hatten gefordert, die Prüfungen auf einen Termin nach den Pfingstferien zu verschieben. Viele Schüler befürchten offenbar, dass sie in verschiedenen Fächern noch Klausuren des laufenden Halbjahres nachschreiben müssen. In dieser Logik blieben am Ende nur vier freie Tage zur Vorbereitung der eigentlichen Prüfungen. Vor der Corona-Krise waren dafür mehr als drei Wochen vorgesehen.

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Piazolo sagte dazu: «Auch der Landesschülerrat war eingebunden und ist einverstanden. Das konnte lediglich in der Eile offenbar noch nicht an alle Schülervertretungen kommuniziert werden.»

Bayern: Langsamer Neustart der Schulen in der Corona-Krise

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Nach wochenlangen coronabedingten Schulschließungen hatten Bund und Länder am vergangenen Mittwoch einen langsamen Neustart in Stufen beschlossen. Das bayerische Kabinett hatte daraufhin am Donnerstag entschieden, dass als erstes die Abschlussklassen an den verschiedenen Schularten wieder zurück an die Schulen sollten, und zwar im Freistaat am 27. April.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder bekräftigte unterdessen, dass er eine Verkürzung der Sommerferien wegen der Corona-Krise ablehne. Im Bayerischen Rundfunk sagte er am Samstag, dass allerdings der Notenschluss in diesem Schuljahr später stattfinden solle. Söder sagte im Interview mit Bayern 3, der Vorschlag von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble, die Sommerferien zu verkürzen, um entstandene Stofflücken zu schließen, habe ihn gewundert.

Wegen Corona solle auch kein Schüler sitzen bleiben, das Versetzen auf Probe werde deutlich großzügiger ausgelegt, kündigte Söder an.

Eine schnelle Rückkehr der Kindergarten- und Grundschulkinder in die Einrichtungen sei momentan nicht geplant, auch keine schnelle Öffnung von Spielplätzen. Allerdings soll bei der Notfallbetreuung nachjustiert werden, zum Beispiel sollten mehr Kinder von Alleinerziehenden aufgenommen werden. Bisher durften Eltern die Notbetreuung nur in Anspruch nehmen, wenn Vater und Mutter in sogenannten systemrelevanten Berufen arbeiten.