Staatsanwaltschaft ermittelt

Verdacht in Schwaben: Arzt soll Impfnachweise gefälscht haben

Es besteht das Risiko, dass vermeintlich Geimpfte nun doch nicht geimpft sind.

Es besteht das Risiko, dass vermeintlich Geimpfte nun doch nicht geimpft sind.

Bild: Stefan Puchner, dpa (Symbolbild)

Es besteht das Risiko, dass vermeintlich Geimpfte nun doch nicht geimpft sind.

Bild: Stefan Puchner, dpa (Symbolbild)

Ein Hausarzt aus Nordschwaben wird verdächtigt, Impfnachweise gefälscht zu haben. Patienten wurden womöglich gar nicht geimpft - oder mit falschen Spritzen.
01.10.2021 | Stand: 19:31 Uhr

Ein Hausarzt im schwäbischen Landkreis Donau-Ries steht im Verdacht, seinen Patienten fälschlicherweise Impfausweise über Corona-Schutzimpfungen ausgestellt zu haben.

Nachdem die Kriminalpolizei am Donnerstag mitgeteilt hatte, die Praxis des Mediziners sei durchsucht worden, warnte am Freitag das Landratsamt Donau-Ries die Patienten davor, die Impfnachweise zu verwenden. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Augsburg war am Freitagabend nicht zu erreichen.

"Es besteht der Verdacht, dass es zu Unregelmäßigkeiten im Rahmen von Impfungen gegen das Covid-19-Virus durch den Mediziner gekommen ist", heißt es in der Mitteilung des Landratsamtes. Unklar blieb zunächst, ob den Patienten falsche Spritzen verabreicht wurden oder ob Impfungen - dann wohl mit Wissen der Patienten - gänzlich unterblieben und nur vorgetäuscht wurden. Es bestehe jedenfalls die Gefahr, dass bei Patienten, die einen in der Praxis ausgestellten Impfnachweis erhalten haben, kein ausreichender Impfschutz bestehe. (Aktuelle Corona-Nachrichten lesen Sie in unserem Newsblog.)

Impfnachweise gefälscht: Was passiert nun mit den Patienten?

"Patienten, die sich in dieser Praxis einer Covid-19-Schutzimpfung unterzogen haben, benötigen zur Abklärung des Impfschutzes einen Antikörper-Test", heißt es in der Mitteilung weiter. Unter Beteiligung des Gesundheitsamtes und mit Unterstützung des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) solle ein einheitlicher Labornachweis geführt werden. Die genauen Modalitäten zum Ablauf des Antikörper-Nachweises soll demnächst auf der Website des Landratsamtes Donau-Ries unter (donau-ries.de/aktuelles) veröffentlicht werden.

Impfnachweise aus Praxis in Nordschwaben sind nicht gültig

Es sei davon auszugehen, dass Impfnachweise aus der betroffenen Praxis nicht gültig seien, teilte das Landratsamt weiter mit. Sie dürften daher auch nicht verwendet werden. Andernfalls bestehe die Gefahr, dass sich die Patienten strafbar machten. Die betroffenen Patienten müssten bis auf weiteres wie Ungeimpfte behandelt werden.

Lesen Sie auch
##alternative##
Arzt soll Impfung vorgetäuscht haben

Behörde will Details zu mutmaßlich falschen Impfungen bekanntgeben

Weitere Nachrichten aus Bayern lesen Sie hier.