Hohes Bußgeld

Ausgangssperre in Bayern auch an Weihnachten und Silvester - 500 Euro Bußgeld drohen

Ab Mittwoch tritt in ganz Bayern der harte Lockdown in Kraft. Damit einher geht auch eine nächtliche Ausgangssperre ab 21 Uhr. Die Polizei kontrolliert die Einhaltung.

Ab Mittwoch tritt in ganz Bayern der harte Lockdown in Kraft. Damit einher geht auch eine nächtliche Ausgangssperre ab 21 Uhr. Die Polizei kontrolliert die Einhaltung.

Bild: Sebastian Gollnow, dpa (Symbolbild)

Ab Mittwoch tritt in ganz Bayern der harte Lockdown in Kraft. Damit einher geht auch eine nächtliche Ausgangssperre ab 21 Uhr. Die Polizei kontrolliert die Einhaltung.

Bild: Sebastian Gollnow, dpa (Symbolbild)

Bayern hat strengere Corona-Regeln auch für Weihnachten und Silvester beschlossen. Was bedeutet die Ausgangssperre für Weihnachtsfest und Gottesdienst?
15.12.2020 | Stand: 12:00 Uhr

Trotz des "Lockdown light" sind die Corona-Infektionszahlen im Allgäu sowie in ganz Bayern nicht wie erhofft gesunken. Das Ergebnis: Ab Mittwoch gilt ein harter Lockdown, der auch die anfangs geplanten lockereren Regeln an Weihnachten uns Silvester beeinträchtigt. "Die geltenden Maßnahmen reichen nicht aus, um das Pandemiegeschehen in Bayern zu kontrollieren", heißt es in einem Sitzungsbericht des Kabinetts am Montag. Die strengeren Corona-Regeln gelten vom 16. Dezember 2020 bis einschließlich 10. Januar 2021.

Die große Frage, die sich nun wohl viele Menschen in Bayern angesichts der beschlossenen strengeren Regeln stellen: Gilt die Ausgangssperre ab 21 Uhr in Bayern auch an Heiligabend, den Weihnachtsfeiertagen und Silvester? Muss man als Gast einer Runde um spätestens 21 Uhr wieder daheim sein? Oder als Gastgeber die Liebsten pünktlich nach Hause schicken?

Ausgangssperre ab 21 Uhr: Auch an Weihnachten und Silvester darf man danach nur aus triftigem Grund draußen sein

Laut dem Kabinettsbericht darf man die eigenen vier Wände ab Mittwoch zwischen 21 Uhr abends und fünf Uhr morgens nur noch aus einem triftigen Grund verlassen. Das bedeutet:

  • Für berufliche Zwecke
  • für medizinische Notfälle
  • für die Betreuung hilfsbedürftiger Personen
  • für die Versorgung von Tieren.

Und: die Ausgangssperre gilt nach Kabinettsangaben auch an den Weihnachtsfeiertagen und an Silvester. Ab 21 Uhr müssen somit alle Gäste entweder wieder in ihrer eigenen Wohnung sein oder beim Gastgeber übernachten.

Ob die Ausgangssperre an Weihnachten und Silvester eingehalten wird, wird laut dem Bericht auch an diesen Tagen von Polizei und Ordnungsbehörden kontrolliert. Auch der Bußgeldkatalog soll entsprechend aktualisiert werden. Für einen Verstoß gegen die Ausgangssperre sollen dann mindestens 500 Euro fällig werden.

Ausnahmefall Christmette? Zählt der Besuch von Gottesdiensten noch als triftiger Grund, die Wohnung nach 21 Uhr zu verlassen?

Die aktuelle bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordung legt fest, dass "die Teilnahme an Gottesdiensten und Zusammenkünften von Glaubensgemeinschaften im Zeitraum vom 24. bis 26. Dezember 2020" ein triftiger Grund ist, die Wohnung trotz Ausgangssperre zu verlassen. Während der Gottesdienste gilt neben der Masken- und einer Anmeldungspflicht auch ein Gesangsverbot. Jetzt, da die Ausgangssperre landesweit gilt, soll die Gottesdienst-Ausnahme aber entfallen. Denn auch im Bericht zur Kabinettssitzung vom 14. Dezember ist der Besuch von Gottesdiensten nicht mehr als triftiger Grund aufgelistet, der ein Verlassen der eigenen vier Wände nach 21 Uhr erlaubt.

Es wäre gut, wenn die Gottesdienste so geplant würden, "dass die Menschen um 21.00 Uhr wieder zu Hause sein könnten", sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) nach der Kabinettssitzung. Er kündigte an, dass die Staatsregierung darüber nun mit den Kirchen sprechen werde. In der Praxis würde dies bedeuten, dass etwa Christmetten deutlich vorverlegt werden müssen, da sie traditionell erst um Mitternacht, in vielen Pfarrgemeinden auch schon um 22 Uhr oder 23 Uhr beginnen.