Vogelschutz

Bartgeier-Nachwuchs aus Nürnberger Zoo zieht in die Alpen

Ein Bartgeier-Paar brütet zwei Eier im Nürnberger Zoo. Die Jungen könnten im Sommer in den Alpen ein neues Zuhause finden.

Ein Bartgeier-Paar brütet zwei Eier im Nürnberger Zoo. Die Jungen könnten im Sommer in den Alpen ein neues Zuhause finden.

Bild: Monika Skolimowska, dpa (Symbolbild)

Ein Bartgeier-Paar brütet zwei Eier im Nürnberger Zoo. Die Jungen könnten im Sommer in den Alpen ein neues Zuhause finden.

Bild: Monika Skolimowska, dpa (Symbolbild)

Im Nürnberger Zoo brütet ein Bartgeier-Paar gerade zwei Eier aus. Die Jungvögel könnten im Sommer in den Alpen ausgewildert werden.
Ein Bartgeier-Paar brütet zwei Eier im Nürnberger Zoo. Die Jungen könnten im Sommer in den Alpen ein neues Zuhause finden.
dpa
05.02.2021 | Stand: 13:19 Uhr

Im Nürnberger Tiergarten brütet derzeit ein Bartgeier-Paar zwei Eier aus - einer der Jungvögel könnte im Sommer in den Alpen heimisch werden. Denn nach mehr als 100 Jahren will der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) im Gebirge nahe Berchtesgaden drei junge Tiere auswildern.

Brut im Nürnberger Zoo hat begonnen

Das Nürnberger Bartgeier-Paar hat vor kurzem mit der Brut begonnen, nachdem das Weibchen zwei Eier gelegt hatte, wie Tiergarten und LBV am Freitag mitteilten. "Ist die Brut erfolgreich, sollten die Jungvögel Anfang März schlüpfen", sagte Jörg Beckmann, stellvertretender Direktor und Biologischer Leiter des Tiergartens.

Bartgeier brüten schon im Winter

Die meisten Vogelarten legen im Frühjahr ihre Eier - nicht so aber die Bartgeier, die als Europas seltenste Geierart gelten. Sie brüten bereits im Winter, obwohl in ihrem alpinen Lebensraum noch tiefe Minustemperaturen, Schneefälle und Lawinenabgänge vorherrschen. "Diese besondere Brutzeit hängt mit der Ernährung der Küken zusammen, die im Gegensatz zu den Altvögeln keine Knochen verdauen können.

Daher hat sich die Art so entwickelt, dass die Küken gegen Ende des Winters schlüpfen, wenn es in den alpinen Lagen durch verunglückte Wildtiere ein reichhaltiges Angebot an Aas gibt", sagte LBV-Experte Toni Wegscheider.

Küken müssen nach dem Schlüpfen getrennt werden

Sollten aus beiden Eiern Küken schlüpfen, müssten sie sofort getrennt werden, "da sie von Natur aus eine starke Aggression gegeneinander aufweisen und immer nur das stärkere Küken überlebt", sagte Wegscheider. Der Grund: Ein junger Geier benötigt so viel Futter, dass die Eltern niemals zwei Jungen gleichzeitig aufziehen könnten. Im Tiergarten könnte das zweite Küken einem anderen Bartgeier-Paar zur Aufzucht gegeben werden. Und einer der jungen Geier könnte dann im Mai im Nationalpark Berchtesgaden ausgewildert werden.

Eine Studie hatte ergeben, dass sich das Gebiet um den Watzmann gut für die Wiederansiedlung der Vögel eignet. Eine Voraussetzung ist, dass Jäger bleifreie Munition verwenden, damit die Geier als Aasfresser nicht durch Munitionsreste im Wild verenden. Bartgeier sind mit einer Spannweite von bis zu drei Metern die größten heimischen Vögel. 1986 waren erste Bartgeier in den Alpen ausgewildert worden. In den West- und Zentralalpen vermehren sie sich seit 1997 selbstständig.

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