Unesco

Bayern bekommt mit Donaulimes die zehnte Welterbe-Stätte

Das Römerkastell Abusina an der Donau. Die Unesco hat den Donaulimes als Teil der Grenze des antiken Römischen Reiches als neues Welterbe ausgezeichnet.

Das Römerkastell Abusina an der Donau. Die Unesco hat den Donaulimes als Teil der Grenze des antiken Römischen Reiches als neues Welterbe ausgezeichnet.

Bild: Armin Weigel/dpa

Das Römerkastell Abusina an der Donau. Die Unesco hat den Donaulimes als Teil der Grenze des antiken Römischen Reiches als neues Welterbe ausgezeichnet.

Bild: Armin Weigel/dpa

Die Unesco hat den Donaulimes als Teil der Grenze des antiken Römischen Reiches als neues Welterbe ausgezeichnet.
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dpa
30.07.2021 | Stand: 15:58 Uhr

Bayern hat seit Freitag eine zehnte Welterbestätte vorzuweisen. Die Unesco hat den Donaulimes als Teil der Grenze des antiken Römischen Reiches als neues Welterbe ausgezeichnet. Das Komitee der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation (Unesco) gab die Entscheidung am Freitag auf der Sitzung im chinesischen Fuzhou bekannt.

Der Donaulimes verläuft im Freistaat quer durch Niederbayern und ein Stück durch die Oberpfalz. Er beginnt bei Neustadt an der Donau (Landkreis Kelheim), wo die Reste des Römerkastells Abusina bis heute zu sehen sind, führt über Regensburg, Straubing sowie Passau und findet seine Fortsetzung in Österreich. Mehrere Einzeldenkmäler entlang des Flusses, wie das im Jahr 2003 entdeckte Amphitheater in Künzing (Kreis Deggendorf), gehören jetzt speziell zu dem Donaulimes-Welterbe.

Bayerns Kunstminister Bernd Sibler sieht in der neuen Welterbe-Auszeichnung Chancen für die Kommunen. "Für die Regionen liegt darin eine große Chance, ihr reiches kulturelles Erbe noch sichtbarer zu machen", sagte der CSU-Politiker nach der Entscheidung des Welterbe-Komitees. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) rechnet mit einer großen Anziehungskraft für Kulturtouristen.

Die Römer hatten einst die Donau als Verlängerung ihres Grenzwalls genutzt, um die eigenen Gebiete zu schützen - der Donaulimes wird daher auch als "nasser Limes" bezeichnet. "Die Aufnahme in die Welterbeliste ist ein deutliches Zeichen für die Bedeutung dieser historischen natürlichen Grenze des Römischen Reichs", meinte Sibler.

Der Limes erstreckte sich insgesamt von Großbritannien über Mittel- und Osteuropa und den Nahen Osten bis nach Nordafrika. Die Unesco strebt die vollständige Einschreibung der 6000 Kilometer langen "Grenzen des Römischen Reiches" an. Erst am Dienstag war der Niedergermanische Limes in die Welterbeliste aufgenommen worden, der auf rund 400 Kilometern entlang des Rheines läuft.

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Der Donaulimes ist nun die zehnte Welterbestätte in Bayern. Die erste war die Würzburger Residenz, die vor genau 40 Jahren, 1981, in die Liste aufgenommen wurde. Zwei Jahre später folgte die oberbayerische Wallfahrtskirche "Wies" in Steingaden, danach 1993 die Bamberger Altstadt. Der Obergermanisch-Raetische Limes, der auch durch mehrere bayerische Bezirke verläuft, kam 2005 hinzu.

Im Folgejahr bekam die Altstadt von Regensburg das begehrte Unesco-Siegel, 2011 dann die prähistorischen Pfahlbauten im Alpenraum. Nach dem Markgräflichen Opernhaus in Bayreuth (2012) wurde auch noch das historische Augsburger Wassersystem (2019) zum Welterbe ernannt.

Bei der diesjährigen Sitzung war bereits die unterfränkische Kurstadt Bad Kissingen bei einer Sammelbewerbung gemeinsam mit anderen Kurorten wie Bad Ems und Baden-Baden erfolgreich. Als Welterbe werden nur Kultur- und Naturstätten von herausragendem universellen Wert ausgezeichnet. Es gibt allerdings auch die Kritik, dass letztlich in Deutschland zu viele Welterbestätten anerkannt würden.

Im Fall des Donaulimes hatte es zunächst bei der diesjährigen Sitzung des Komitees Verärgerung gegeben, weil Ungarn kurzfristig aus dem gemeinsamen Antrag mit Deutschland, Österreich und der Slowakei ausgestiegen war. Das Komitee hatte daraufhin die Entscheidung um mehrere Tage verschoben und zunächst eine Arbeitsgruppe für weitere Beratungen eingerichtet.

Bayerns oberster Denkmalschützer, Generalkonservator Mathias Pfeil, sagte, dass der Donaulimes den Titel verdient habe. "So vieles in unserem modernen Leben hat seine Ursprünge im Alten Rom. Die Römer haben nicht nur Europa geprägt, sondern die ganze Welt", betonte er.

Die Stadt Regensburg bejubelte ihre zweite Welterbe-Auszeichnung. "Ich freue mich sehr, dass die jahrelange internationale Zusammenarbeit bei der Antragsstellung Früchte getragen hat und Regensburg nun zweifaches Welterbe ist", sagte Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD).

Auch Straubings Oberbürgermeister Markus Pannermayr (CSU) betonte, dass es ein langer gemeinsamer Kampf mit Nachbarn gewesen sei. "Ich freue mich sehr, dass damit auch das historische Erbe Straubings eine herausragende Würdigung erhält. Gleichzeitig birgt diese Auszeichnung natürlich starkes Entwicklungspotenzial für unsere Stadt, insbesondere im touristischen Bereich", sagte der Vorsitzende des Bayerischen Städtetags.

In Straubing wurde im Jahr 1950 eine der bedeutendsten archäologischen Entdeckungen aus der Römerzeit in Deutschland gemacht. Der damals geborgene Römerschatz, eine Sammlung von Paraderüstungen, ist heute das Aushängeschild des Straubinger Gäubodenmuseums.