Corona-Krise

Bayern beschließt FFP2-Maskenpflicht für Nahverkehr und Einzelhandel

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat angesichts etwas zurückgehender Corona-Zahlen von einer «verhalten positiven Tendenz» gesprochen.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat angesichts etwas zurückgehender Corona-Zahlen von einer «verhalten positiven Tendenz» gesprochen.

Bild: Michael Kappeler, dpa

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat angesichts etwas zurückgehender Corona-Zahlen von einer «verhalten positiven Tendenz» gesprochen.

Bild: Michael Kappeler, dpa

In Bayern gilt vom kommenden Montag (18. Januar) an eine Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken im öffentlichen Nahverkehr und im Einzelhandel.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat angesichts etwas zurückgehender Corona-Zahlen von einer «verhalten positiven Tendenz» gesprochen.
dpa
12.01.2021 | Stand: 18:48 Uhr

Das hat das Kabinett am Dienstag in München beschlossen. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte, die "normalen Community-Masken" seien in der Corona-Pandemie zum Schutz der anderen. FFP2-Masken schützen auch den Träger selbst. Ziel sei, die Sicherheit im öffentlichen Personennahverkehr und im Handel zu verbessern.

Söder: Genügend FFP2-Masken im Handel zu kaufen

"Die Verfügbarkeit im Handel ist ausreichend gewährleistet, also es gibt keine Mangelware FFP2", betonte der Ministerpräsident. Die Masken seien zum Teil sogar "deutlich im Überfluss, zum Teil jedenfalls, vorhanden". Sie werden gegenwärtig von Apotheken kostenlos an Senioren ausgegeben, sind aber auch etwa in Drogerie- oder Baumärkten erhältlich (Lesen Sie dazu: Darf ich eine FFP2-Maske wiederverwenden oder waschen? - Fragen und Antworten zur FFP2-Masken).

Die Neuerung stieß auf viel Zustimmung. "Alle bisherigen Studien haben nachgewiesen, dass der ÖPNV sicher ist", sagte Burkhard Hüttl vom Verband Deutscher Verkehrsunternehmen Bayern der Deutschen Presse-Agentur. "Von daher wird eine hohe Sicherheit jetzt noch weiter erhöht - dem verschließen wir uns natürlich nicht." Auch der Handel sieht die Pflicht zu FFP2-Masken positiv. "Es ist ein logischer Schritt, denn die Fallzahlen gehen bisher nicht zurück", sagte der Geschäftsführer des Handelsverbands Bayern, Bernd Ohlmann.

Insgesamt sprach Söder angesichts etwas zurückgehender Corona-Zahlen von einer "verhalten positiven Tendenz". "Ein Großteil der Maßnahmen beginnt zu wirken."

Binnen 24 Stunden habe es in Bayern 1.740 Neuinfektionen gegeben - fast 500 weniger als vor einer Woche. Mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 158,8 liege der Freistaat bundesweit auf Platz sieben. Das sei nur ein Zwischenstand. Noch sei unklar, wie sich die Ferien auswirken. Dies werde man endgültig wohl gegen Ende dieser Woche sehen. Söder betonte, jedenfalls sei weiterhin Konsequenz und Geduld notwendig.

Corona-Mutationen aus England: Söder nennt Maßnahmen "Wettlauf mit der Zeit"

Söder warnte vehement vor einer verstärkten Ausbreitung des Coronvirus durch mutierte Virenformen aus Großbritannien. Er verglich die Maßnahmen gegen die Mutationen mit "einem Wettlauf gegen die Zeit". "Die Mutationen bereiten uns Sorge", sagte Söder am Dienstag nach einer Sitzung seines Kabinetts in München. Auch Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) sagte, die Mutationen müssten jetzt im Fokus stehen.

"Erst wenn wir ausreichend geimpft sind, ist der Spuk beherrschbar", sagte Söder. Er wiederholte in diesem Zusammenhang seinen Vorschlag, auch eine begrenzte Impfpflicht für Bedienstete in Alten- und Pflegeheimen zu debattieren. Der gelieferte Impfstoff werde gegenwärtig in Bayern vollständig verabreicht. Die Impfbereitschaft sei aber Anlass zur Sorge. "Wir sind ganz klar gegen eine allgemeine Impfpflicht - da muss keiner Sorge haben", sagte Söder. Für ganz bestimmte Berufsgruppen könne man aber eine Debatte über eine Verpflichtung führen - das habe auch der Deutsche Ethikrat bereits angestoßen.

Von den Pflegeverbänden kam prompt ein Veto: "Die Impfung gegen Corona muss eine freiwillige Entscheidung jedes einzelnen Menschen bleiben, und das muss auch für die Pflegenden gelten", betonte die Geschäftsführerin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe Südost, Marliese Biederbeck.

Auch eine wöchentliche Corona-Testpflicht für Berufspendler aus dem Ausland will Söder wieder einführen. Mit einer neuen Einreise-Quarantäneverordnung des Bundes werde dafür voraussichtlich noch in dieser Woche die Möglichkeit geschaffen, sagte er. Auf dieser Grundlage werde man das schon einmal praktizierte Modell wiederbeleben.

Ende Oktober hatte Bayern schon einmal eine Testpflicht für Pendler aus dem Ausland eingeführt. Wer regelmäßig mindestens einmal wöchentlich einreiste, entweder zu Berufs- oder zu Ausbildungszwecken, musste den Behörden regelmäßig einmal pro Woche einen negativen Corona-Test vorlegen. Ende November hatte der Bayerische Verwaltungsgerichtshof die Regelung allerdings gekippt.