Lockerung der Corona-Regeln

Endlich: Tourismus-Branche darf in Bayern ab Pfingsten bei Inzidenz unter 100 öffnen

Gute Laune bei der Kabinettssitzung: Bayern hat die nächsten Öffnungsschritte für den Freistaat beschlossen. Ministerpräsident Markus Söder hat vor allem Perspektiven für die Tourismus-Branche.

Gute Laune bei der Kabinettssitzung: Bayern hat die nächsten Öffnungsschritte für den Freistaat beschlossen. Ministerpräsident Markus Söder hat vor allem Perspektiven für die Tourismus-Branche.

Bild: Peter Kneffel, dpa

Gute Laune bei der Kabinettssitzung: Bayern hat die nächsten Öffnungsschritte für den Freistaat beschlossen. Ministerpräsident Markus Söder hat vor allem Perspektiven für die Tourismus-Branche.

Bild: Peter Kneffel, dpa

In Bayern sind die nächsten Öffnungsschritte möglich: Das bedeutet vor allem Perspektiven für die Außengastronomie und die Tourismus-Branche.
04.05.2021 | Stand: 14:22 Uhr

Nach monatelangen strikten Corona-Beschränkungen leitet Bayern ab kommenden Montag (10. Mai) reihenweise Lockerungen ein. In Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 dürfen dann die Außengastronomie, Theater, Konzert- und Opernhäuser sowie Kinos öffnen. Das entschied die Regierung von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstag. Das Gesundheitsministerium muss aber formal zustimmen.

Und die schönste Nachricht für die Tourismus-Branche: Zu Beginn der Pfingstferien am 21. Mai soll in Regionen mit niedrigen Corona-Zahlen auch Tourismus wieder möglich sein (hier alle Allgäuer Inzidenzwerte im Überblick).

Bei alledem gelten Hygienekonzepte, Masken- und Testpflichten - die Details werden nun von den zuständigen Ministerien erarbeitet.

Die Beschlüsse aus der Pressekonferenz im Überblick:

  • Pfingstferien: Ab Freitag, 21.5., soll es die Möglichkeit geben, dass Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze öffnen dürfen - bei einer stabilen Inzidenz unter 100 (stabil im Zeitraum von einer Woche). Konkrete Ausführungen soll es in den nächsten Tagen dazu geben.
  • Gastronomie: Ab 10.5. darf die Außengastronomie bei einer Inzidenz unter 100 öffnen. Biergärten dürfen beispielsweise künftig mit negativem Corona-Test und einem festen vorab gebuchten Termin besucht werden (Maske bis zum Platz). Die Außengastronomie muss dann um 22.00 Uhr schließen.
  • Freizeit:
    • Ab Montag, 10. Mai, dürfen Theater, Konzert- und Opernhäuser sowie Kinos mit entsprechenden Hygienekonzepten öffnen.
    • Konzepte soll es zudem für kleinere Open Airs und "Laienmusik" (Musikproben o.ä.) bei stabilen Inzidenzwerten unter 100 geben.
    • Ebenso für den Sportbereich soll es Konzepte geben, wenn die Inzidenz unter 100 liegt. Fitnesstudios bleiben vorerst geschlossen.
    • Hundeschulen werden ebenfalls ab dem 10. Mai in Gebieten mit einer 7-Tage-Inzidenz unter 165 wieder zugelassen.
  • Körpernahe Dienstleistungen:
    • Ab dem 10. Mai werden alle bisher noch geschlossenen körpernahen Dienstleistungen in Gebieten mit einer 7-Tage-Inzidenz unter 100 unter den bereits heute für Friseure und Fußpfleger geltenden Bedingungen wieder zugelassen (Mindestabstand, Hygienekonzept, FFP2-Maskenpflicht, Quadratmeter je Kunde etc.).
  • Schulen:
    • Grundschüler gehen künftig erst ab einer Inzidenz von 165 in den Distanzunterricht - nicht ab 100 (ebenso Förderschule 5. und 6. Klasse).
    • An den weiterführenden Schulen in Bayern bleibt es bis zu den Pfingstferien beim bisherigen strikteren Grenzwert für Distanzunterricht. Erst nach den Pfingstferien - ab dem 7. Juni - soll auch dort der Grenzwert 165 gelten, wie in der Bundes-Notbremse vorgesehen.
    • Ausnahmen gelten weiterhin unter anderem für Abschlussklassen und Viertklässler, die auch bei höheren Zahlen Wechselunterricht haben.
    • Bereits vergangene Woche wurde beschlossen, dass die jeweiligen Regeln für Schulen nicht mehr an einem Freitag für die kommende Woche festgelegt werden (ob Präsenz- oder Distanzunterricht je nach Inzidenz). Jetzt gilt: Überschreitet ein Landkreis oder eine kreisfreie Stadt den jeweiligen Schwellenwert an drei aufeinander folgenden Tagen, treten die entsprechenden Maßnahmen ab dem übernächsten Tag in Kraft. Beispiel: Wenn der Schwellenwert 100 am Sonntag, Montag und Dienstag überschritten wird, gilt ab Donnerstag Distanzunterricht mit Ausnahme für die Abschlussklassen, die Jahrgangsstufe 11 an Gymnasien und Fachoberschulen und die Jahrgangsstufe 4 an Grundschulen. Unterschreitet ein Landkreis oder eine kreisfreie Stadt den jeweiligen Schwellenwert an fünf aufeinander folgenden Tagen, treten die entsprechenden Maßnahmen ab dem übernächsten Tag in Kraft.
  • Ausgangssperre: Die Ausgangssperre in Bayern bleibt bis 6. Juni ohne Ausnahmen (in Kreisen und Städten mit einer Inzidenz über 100). Ab 7. Juni wird die bayerische Ausgangssperre an die bundesweite Ausgangsbeschränkung angepasst - bedeutet: zwischen 22 und 24 Uhr sind dann noch Spaziergänge oder Joggen gehen erlaubt.
  • Geimpfte:
    • Für Geimpfte gibt es ab 6. Mai schon Erleichterungen im Freistaat: Für vollständig Geimpfte gibt es keine Kontaktbeschränkung und keine Ausgangssperre mehr. Es handle sich dabei um "elementare Grundrechte", betonte Söder. Schon jetzt sind vollständig gegen Corona geimpfte Menschen in Bayern von der Testpflicht für den Einzelhandel ausgenommen. Bei der Zahl der maximal erlaubten Kontakte werden vollständig Geimpfte nicht mitgezählt.
    • Die Staatsregierung habe sich entschieden, die Regelung schon an diesem Donnerstag und damit zwei Tage vor dem Bund in Kraft zu setzen, sagte Söder. Man wolle ein Signal setzen, dass Impfen wichtig ist. "Wir sind der festen Überzeugung, dass bei einem solchen Fortschritt der Grundrechtsschutz, die Freiheit des Einzelnen überwiegt", sagte Söder.

Die neue Infektionsschutzverordnung gilt von Montag, 10. Mai, bis Sonntag, 6. Juni. Im Juni soll es noch weitere Lockerungen geben - denn dann seien noch viel mehr Menschen geimpft, so Söder.

Söder spricht bei den geplanten Lockerungen von "Erleichterungen mit gutem Gewissen". Zu den Lockerungen zu Pfingsten sagte er, Bayern sei nicht nur Tourismusland. Es sei auch psychologisch wichtig, eine Perspektive zu haben. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) lobte die nun geplanten Lockerungen.

Lesen Sie auch
##alternative##
Übersicht zu Corona-Lockerungen

Bayern sperrt auf: Lockerungen für Biergärten, Tourismus, Schulen

Söder rief zudem weiter zu höchster Vorsicht auf. Die dritte Corona-Welle sei noch nicht gebrochen, auch wenn die Werte sich positiver entwickelten. "Ich würde nicht sagen, es ist unter Kontrolle", sagte der Ministerpräsident.

Die Pressekonferenz im Video zum Nachschauen: