Nach Corona-Masseninfektion in Niederbayern

Bayern erhöht Bußgeld für Betriebe bei Corona-Verstößen

Gesundheitsministerin Melanie Huml und Ministerpräsident Markus Söder informierten bei einer Pressekonferenz zur Corona-Lage in Mamming.

Gesundheitsministerin Melanie Huml und Ministerpräsident Markus Söder informierten bei einer Pressekonferenz zur Corona-Lage in Mamming.

Bild: Peter Kneffel/dpa

Gesundheitsministerin Melanie Huml und Ministerpräsident Markus Söder informierten bei einer Pressekonferenz zur Corona-Lage in Mamming.

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Der Freistaat zieht Konsequenzen: Ministerpräsident Söder kündigt Corona-Tests für alle Saisonarbeiter, höhere Bußgelder und häufigere Betriebskontrollen an.
Gesundheitsministerin Melanie Huml und Ministerpräsident Markus Söder informierten bei einer Pressekonferenz zur Corona-Lage in Mamming.
dpa
27.07.2020 | Stand: 12:15 Uhr

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat nach der Corona-Masseninfektion auf einem Gemüsehof in Mamming höhere Strafen für Betriebe angekündigt, die gegen Hygieneauflagen verstoßen. Söder rief am Montag in München eindringlich zum Einhalten der Regeln im Kampf gegen die Pandemie auf. Mehr Vorsicht sei auch bei Reiserückkehrern, Familienfeiern und Partygängern geboten. Der CSU-Chef bekräftigte zugleich seine Forderung an den Bund nach verpflichtenden Tests für Urlaubsrückkehrer aus Risikogebieten.

Auf dem Gemüsebauernhof im niederbayerischen Mamming sind mehr als 170 Erntehelfer bei einer Reihenuntersuchung positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Fast 500 Menschen stehen dort nun unter Quarantäne und dürfen den Betrieb nicht mehr verlassen.

Bayern will mehrere Konsequenzen aus dem Fall ziehen. Bei Verstößen gegen Hygieneauflagen würden künftig 25 000 Euro statt bislang 5000 Euro Bußgeld fällig, kündigte Söder an. Weiter sollten während der Erntezeit landwirtschaftliche Betriebe in kürzeren Abständen als bisher geprüft werden, das sei Tag und Nacht unangemeldet möglich. Vorgesehen sind auch Corona-Tests für alle Saisonarbeiter in Bayern.

 

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Freiwillige Teststationen an Autobahnen

Mit Blick auf die Urlaubssaison richtet Bayern an drei Grenzübergängen zu Österreich auf den Autobahnen freiwillige Teststationen ein - in Walserberg, Pocking, Kiefersfelden -, ebenso an den Hauptbahnhöfen in München und Nürnberg. Söder zufolge sind auch verpflichtende Tests für Rückkehrer an Flughäfen nötig. Der Bund müsse hierfür den rechtlichen Rahmen schaffen. Bayern bereite alles vor, um dann umgehend starten zu können, sagte er.

Freiwillig können sich Passagiere, die an den Flughäfen München und Nürnberg ankommen, seit dem Wochenende kostenlos auf den Corona-Erreger Sars-CoV-2 testen lassen. 1500 Menschen haben dieses Angebot nach Angaben von Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) schon angenommen. Außerdem müssten die Risikogebiete noch einmal neu regional überprüft werden - auch in Europa, forderte Söder. Freiwillig können sich Passagiere, die an den Flughäfen München und Nürnberg ankommen, seit dem Wochenende kostenlos auf den Corona-Erreger Sars-CoV-2 testen lassen.

 

Söder appelliert vor allem an Jüngere

Söder appellierte auch an die Eigenverantwortung der Menschen in Bayern: "Corona verzeiht keinen Leichtsinn", sagte er. Unvernunft, mangelnde Vorsicht und zum Teil bewusste Verstöße gegen Regeln und Hygienekonzepte seien das Problem. "Corona kommt schleichend zurück, leider aber mit aller Macht", sagte Söder. Daher sei es wichtig darauf zu achten, dass aus wenigen Fällen nicht schleichend eine zweite Infektionswelle werde.

Auf einem Gemüsebauernhof in Mamming waren mehr als 170 Erntehelfer bei einer Reihenuntersuchung positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Fast 500 Menschen stehen dort nun unter Quarantäne und dürfen den Betrieb nicht mehr verlassen.

 

Der Live-Stream mit Ministerpräsident Markus Söder