Betrugsmasche in Bayern

Bayern: Polizei gelingt Schlag gegen falsche Polizisten

Ein Großteil der Telefonbetrüger geben sich als Polizisten aus.

Ein Großteil der Telefonbetrüger geben sich als Polizisten aus.

Bild: Silas Stein, dpa (Symbolbild)

Ein Großteil der Telefonbetrüger geben sich als Polizisten aus.

Bild: Silas Stein, dpa (Symbolbild)

Immer wieder gelingt es Betrügern, sich als Polizisten auszugeben. Der echten Polizei ist nun ein Schlag gegen eine Bande gelungen.
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dpa
10.08.2021 | Stand: 07:56 Uhr

Die Münchner Polizei und Staatsanwaltschaft wollen am Dienstag (11.30 Uhr) über einen Schlag gegen falsche Polizeibeamte informieren. Vergangene Woche wurden demnach mehrere Tatverdächtige festgenommen. Die Ermittlungsbehörden wollen nun über die aktuellen Ergebnisse und neuen Entwicklungen bei der Bekämpfung von organisiertem Callcenter-Betrug rund um falsche Polizeibeamte informieren.

Betrugsmaschen, bei denen die Täter sich als Polizisten und andere Amtspersonen ausgeben, machen den Großteil der Fälle von Betrug mittels Callcentern aus. Anfang des Jahres hatte das Justizministerium von insgesamt rund 21 000 Fällen von versuchtem oder erfolgreichen Telefonbetrug im vergangenen Jahr gesprochen, zu dem aber auch andere Maschen wie der Enkeltrick gehören. Bei etwas über 1000 Fällen ist bekannt, dass sie erfolgreich waren. Der Schaden beläuft sich auf rund neun Millionen Euro. Allerdings geht das Landeskriminalamt von einer hohen Dunkelziffer aus.

17.000 Anzeigen gegen falsche Polizeibeamte oder Amtspersonen

Laut Landeskriminalamt entfielen rund 17.000 Anzeigen auf den Bereich falsche Polizeibeamte und andere falsche Amtspersonen. Die Masche, sich als Polizist oder andere Amtsperson auszugeben, um Menschen dazu zu bringen, Geld oder andere Wertgegenstände zu übergeben, wird damit weiter häufig angewandt. 2019 hatte es rund 17.000 Anzeigen gegeben, 2018 waren es 14.000.

Dass die Betrüger trotz aller Warnungen immer wieder erfolgreich sind, erklärt man sich beim Landeskriminalamt damit, dass die Täter einen enormen und perfiden Druck auf ihre Opfer aufbauen. Zudem würden zigtausende Anrufe getätigt, um geeignete Opfer zu finden.

Oft agieren Betrüger von Callcentern im Ausland

Oft geschieht dies von Callcentern im Ausland aus, meist mit einer falschen Telefonnummer. Dies sei technisch für die Betrüger kein großer Aufwand, so ein Sprecher des Landeskriminalamts. "Wenn Sie die Anrufnummer 110 sehen, können Sie direkt auflegen. Das ist Blödsinn - und es ist auf jeden Fall nicht die Polizei."

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Polizei und Justiz raten in solchen Fällen, sich nicht unter Druck setzen zu lassen, und auf keinen Fall Papiere oder Wertgegenstände zu übergeben. Zudem solle man in diesen Fällen selbst die 110 wählen und die echte Polizei informieren.

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