Schließungen und Besuchsbeschränkungen

Bayerns Zoos ziehen Bilanz – Millionenverluste wegen Corona

Für die Zoos in Bayern bedeuten die zwischenzeitigen Schließungen und die Besucherbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr teils Verluste in Millionenhöhe.

Für die Zoos in Bayern bedeuten die zwischenzeitigen Schließungen und die Besucherbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr teils Verluste in Millionenhöhe.

Bild: Armin Weigel, dpa

Für die Zoos in Bayern bedeuten die zwischenzeitigen Schließungen und die Besucherbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr teils Verluste in Millionenhöhe.

Bild: Armin Weigel, dpa

Für die Zoos in Bayern bedeuten die zeitweisen Schließungen und Besuchsbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr Verluste in Millionenhöhe.
dpa
10.12.2020 | Stand: 11:35 Uhr

Für die Zoos in Bayern bedeuten die zeitweisen Schließungen und Besuchsbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr Verluste in Millionenhöhe. Die Tiergärten Nürnberg und Straubing sowie der Zoo Augsburg erwarten heuer bei den Besucherzahlen und der Zahl der verkauften Tickets in der Bilanz für 2020 deutliche Einbrüche, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Der Tierpark Hellabrunn in München will kommendes Jahr Bilanz ziehen und gab mit Stand Ende November keine Prognose ab.

Im Frühjahr blieben die Zoos wochenlang geschlossen. Auch seit Anfang November sind sie im Rahmen des bayernweiten Teil-Lockdowns wieder bis auf Weiteres dicht. Dennoch planen die Zoos nach eigenen Angaben für das kommende Jahr teils Umbaumaßnahmen und Neuheiten. Ob Eintrittskarten künftig teurer werden, blieb vielerorts offen.

  • In MÜNCHEN war das Tierpark-Jahr nicht nur durch Corona geprägt. Als Highlights in Hellabrunn nannte eine Sprecherin beispielsweise die neue Streichelzoo-Anlage, die Sanierung des Hauses der kleinen Affen, die Geburt des Elefantenbabys Otto im November und einige Umzüge und Neuzugänge bei den Eisbären. Unklar ist neben den genauen Einbußen für 2020 zunächst auch noch, ob die Ticketpreise steigen werden.
    In Hellabrunn entsteht derzeit eine neue Löwenanlage. Um die Tiere sowohl während der coronabedingten Schließungen als auch im laufenden Betrieb aktiv zu halten, gebe es derweil individuelle Trainings durch die Pfleger, so die Sprecherin.
  • Der Tiergarten NÜRNBERG geriet einer Sprecherin zufolge heuer "in eine wirtschaftlich angespannte Situation": Bis zum Teil-Lockdown Anfang November seien etwas mehr als 800 000 Besucher gekommen – im gesamten Jahr 2019 seien es noch etwa 1,2 Millionen Besucher gewesen. Für 2020 rechne der Zoo mit einem Minus von mehr als drei Millionen Euro durch ausfallende Eintrittsgelder, Vermietungen und Touren. Ob Tickets künftig teurer würden, sei vom Pandemieverlauf abhängig.
    Freuen konnte sich der Tiergarten in diesem Jahr aber beispielsweise über die Geburt des Gorilla-Jungen Akono im Oktober und über eine komplett sanierte Außenanlage für die Gorillas. Als neue Tierart kamen demnach Kronenmakis hinzu, die zur Familie der Lemuren gehören. Für 2021 seien nach derzeitigem Stand unter anderem der Bau zusätzlicher Zuchtvolieren für Bartgeier und Habichtskäuze sowie die Gestaltung eines Rentiergeheges geplant.
  • Für den AUGSBURGER Zoo konkretisierte Direktorin Barbara Jantschke die coronabedingten Ausfälle: Die Mindereinnahmen durch Schließung und Besucherbeschränkung betrügen etwa 1,4 Millionen Euro. Die Ticketpreise sollen Jantschke zufolge im kommenden Jahr dennoch unverändert bleiben.
    Besondere Neuzugänge seien 2020 zwei von anderen Zoos weitergegebene Breitmaulnashörner gewesen. Für 2021 seien größere Neuerungen nicht absehbar, sagte Jantschke: "Wegen der erheblichen Einnahmeeinbußen kann der Zoo aus eigener Kraft keine Neubauten planen."
  • Auch in STRAUBING fielen die coronabedingten Schließungen bei der Jahresbilanz des Tiergartens deutlich ins Gewicht, sagte Direktor Wolfgang Peter. Allein durch den ersten Lockdown im Frühjahr seien Einnahmen in sechsstelliger Höhe weggebrochen. Bis Ende Oktober habe die Einrichtung 2020 etwa 45 000 Besucher weniger registriert im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das drücke die Gesamteinnahmen enorm. Die Menschen in der Region seien aber solidarisch mit dem Tiergarten - es habe etliche Spenden gegeben, sagte Peter.
    Die Tiere kämen ganz gut damit zurecht, dass die Besucher fehlten, auch wenn sich einige über die Ruhe wunderten, sagte Peter. Kamele oder Bären beispielsweise seien neugierige Tiere, die gern die Besucher beobachteten. Weil aber Tierpfleger, Handwerker oder Mitarbeiter der Stadtgärtnerei da seien, gebe es trotzdem immer etwas für sie zu sehen.