Testpflicht für Urlauber in Bayern

Beherbergungsverbot für Reisende aus Risikogebieten: Das gilt jetzt für Bayern-Urlauber

Goldener Oktober am Hopfensee im Ostallgäu: Für viele Urlauber ist der beliebte See ein Anziehungspunkt. Doch Reisende aus Risikogebieten müssen jetzt einiges beachten, wenn sie in Bayern Urlaub machen wollen.

Goldener Oktober am Hopfensee im Ostallgäu: Für viele Urlauber ist der beliebte See ein Anziehungspunkt. Doch Reisende aus Risikogebieten müssen jetzt einiges beachten, wenn sie in Bayern Urlaub machen wollen.

Bild: Ralf Lienert (Archiv)

Goldener Oktober am Hopfensee im Ostallgäu: Für viele Urlauber ist der beliebte See ein Anziehungspunkt. Doch Reisende aus Risikogebieten müssen jetzt einiges beachten, wenn sie in Bayern Urlaub machen wollen.

Bild: Ralf Lienert (Archiv)

Bayern ist im Moment als Urlaubsziel besonders beliebt. Aber was gilt jetzt für Urlauber aus Corona-Risikogebieten? Hier ein erster Überblick.
Goldener Oktober am Hopfensee im Ostallgäu: Für viele Urlauber ist der beliebte See ein Anziehungspunkt. Doch Reisende aus Risikogebieten müssen jetzt einiges beachten, wenn sie in Bayern Urlaub machen wollen.
dpa
08.10.2020 | Stand: 09:19 Uhr

Wer darf noch in Bayern Urlaub machen?

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) teilte mit, dass Urlauber aus innerdeutschen Corona-Hotspots ohne negativen Corona-Test von diesem Donnerstag an nicht mehr in bayerischen Hotels und Gaststätten übernachten dürfen. Das Beherbergungsverbot gilt für Reisende aus vier Berliner Bezirken, aus Bremen sowie aus den Städten Hamm und Remscheid in Nordrhein-Westfalen. Bei den Berliner Bezirken handelt es sich um Mitte, Neukölln, Tempelhof-Schöneberg und Friedrichshain-Kreuzberg.

Diese Liste werde noch am Abend im Bayerischen Ministerialblatt veröffentlicht, hieß es aus dem Gesundheitsministerium in München. Wer aus einem der innerdeutschen Corona-Hotspots einreist und einen negativen Corona-Test vorweisen kann, ist aber weiter willkommen.

Das Beherbergungsverbot richte sich nicht ausschließlich nach der Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen, es handle sich vielmehr um Einzelfallentscheidungen auf Grundlage auch anderer Aspekte, hieß es. Die "Risikogebiete" sollen regelmäßig aktualisiert werden - in welchen Abständen, ist noch offen.

Welche Regelungen gelten in den anderen Bundesländern?

Das Beherbergungsverbot gilt auch deutschlandweit - mit Ausnahmen: Die Bundesländer haben ein Beherbergungsverbot für Urlauber aus inländischen Gebieten mit hohen Corona-Infektionszahlen vereinbart - allerdings haben fünf Länder zu dem Beschluss jeweils unterschiedliche Protokollerklärungen abgegeben. Mehr Infos dazu.

In dem Beschluss von Bund und Ländern heißt es, dass Personen aus solchen Risikogebieten nur in Beherbungsbetrieben übernachten dürfen, wenn sie einen negativen Corona-Test vorlegen können. Der Test darf dabei höchstens 48 Stunden vor der Anreise vorgenommen worden sein, heißt es in einem Papier nach einer Telefonschaltkonferenz der Staatskanzleichefs mit dem Chef des Bundeskanzleramts, Helge Braun.

Die Länder Bremen, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Thüringen legten dazu eigene Protokollerklärungen vor. Niedersachens Vertreter behielt sich vor zu prüfen, ob der Beschluss mitgetragen werden kann. Thüringen wies darauf an, "dass die Einschätzung der Gesundheitsbehörden der betroffenen Gebiete Grundlage und Maßstab für die Maßnahmen der Reisezielgebiete sein muss". Das Gesundheitsministerium in Erfurt erklärte am Abend, dass dies de facto bedeute, es gebe keine Einreiseverbot in Thüringen. (Mehr dazu lesen Sie hier)

Söder: "Testpflicht für Urlauber aus Risikogebieten" - gilt das auch für private Übernachtungen?

Söder erklärte, das Beherbergungsverbot bedeute "eine Testpflicht de facto für Urlauber, die aus Risikogebieten nach Bayern kommen". Denn wer einen aktuellen, negativen Corona-Test vorweisen kann, darf auch weiterhin in Hotels in Bayern übernachten. Tests müssen Reisende aber in der Regel aus eigener Tasche bezahlen, wenn sie keine Krankheitsanzeichen haben.

Für private Übernachtungen etwa bei Freunden oder Verwandten gibt es keine Beschränkungen. Und es gibt auch keinerlei Einreiseverbote.

Den Start des Beherbergungsverbots am Donnerstag begründete Söder mit dem Beginn der Herbstferien in einigen Bundesländern. Er wartete mit der Bekanntgabe - anders als am Dienstag angekündigt - auch nicht mehr auf das Ende einer Schalte der Staatskanzleien der Länder. (Alle aktuellen Entwicklungen zu Corona im Allgäu, Bayern und der Welt laufend in unserem Newsblog)

Gilt das Beherbergungsverbot auch für Reisende aus innerbayerischen Hotspots?

Unter anderem soll das Beherbergungsverbot auch für Reisende aus denjenigen Berliner Bezirken gelten, die die kritische 50er-Grenze überschreiten - auch dann, wenn das Land Berlin insgesamt unter der Marke bleibt. Für Menschen aus möglichen innerbayerischen Hotspots soll es nach Worten Söders innerhalb Bayerns keine Einschränkungen geben. Derzeit gibt es im Freistaat aber auch keine solchen Gebiete.

Söder nannte das Beherbergungsverbot angesichts der teilweise hohen Corona-Zahlen in Deutschland eine notwendige "Sicherheitsmaßnahme" - und zwar für die Touristen und die Gastronomie gleichermaßen. "Durch die hoch gestiegenen Zahlen, die wir in Deutschland haben in etlichen der Risikogebiete, glaube ich, ist es wichtig, da ein gemeinschaftliches Maß an Sicherheit zu etablieren", betonte er - Sicherheit für alle Gäste und Sicherheit für die Mitarbeiter.

Wann wird eine Region zum Risikogebiet?

Zentrales Kriterium beim Krisenmanagement ist, ob es in einer Region mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen gibt. Anhand dieser Schwelle stuft die Bundesregierung auch andere Staaten als "Risikogebiete" für deutsche Urlauber ein. Im Inland haben Bund und Länder vereinbart, dass ab dieser Marke in "besonders betroffenen Gebieten" örtliche Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

Die Bundesländer haben ein Beherbergungsverbot für Urlauber aus inländischen Gebieten mit hohen Corona-Infektionszahlen beschlossen. Das Verbot gelte bundesweit, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur in Berlin am Mittwoch aus Teilnehmerkreisen nach einer Schaltkonferenz der Chefs der Staatskanzleien der Länder mit Kanzleramtschef Helge Braun (CDU). Darin sollte es angesichts teils unterschiedlicher Regelungen um einen einheitlichen Rahmen gehen. (Das könnte Sie auch interessieren: Memmingen überschreitet Corona-Signalwert: Diese Regeln gelten jetzt)

Gibt es in Bayern bald ein komplettes Einreiseverbot?

Ein komplettes Einreiseverbot für Menschen aus Corona-Hotspots wird es in Bayern nicht geben. "Wir halten nichts von Einreiseverboten. Das ist innerhalb Deutschlands aus meiner Sicht nicht der richtige Weg", sagte Söder und verwies unter anderem auf Probleme mit der Kontrollierbarkeit. Einreiseverbote wären auch ein "falsches Signal" innerhalb des Landes. Bei Urlaubern allerdings mache eine sehr verhältnismäßige Regelung wie jetzt in Bayern Sinn.

Söder betonte, ein Beherbergungsverbot für Reisende aus Corona-Hotspots habe sich schon bewährt. Tatsächlich hatte Bayern die rechtliche Möglichkeit dazu schon früh geschaffen und auch in Kraft gesetzt - unter anderem bei lokalen Corona-Ausbrüchen in Nordrhein-Westfalen. (Lesen Sie dazu auch: Corona-Hotspot Memmingen: Wie der Alltag der Kitas eingeschränkt wird)

Nach der bayerischen Verordnung kann das Gesundheitsministerium "Landkreise, Gemeinden oder abgegrenzte Gemeindeteile innerhalb Deutschlands bekanntgeben, bei denen ein erhöhtes Risiko für eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht". Gaststätten im Freistaat dürfen dann keine Gäste mehr aufnehmen, die von dort anreisen oder dort ihren Wohnsitz haben - es sei denn, sie können ein ärztliches Attest auf der Grundlage eines negativen Corona-Tests vorweisen. Ausnahmen gelten zudem für Gäste, "die zwingend notwendig und unaufschiebbar beruflich oder medizinisch veranlasst anreisen" oder einen sonstigen triftigen Reisegrund haben. Und private Übernachtungen sind ohnehin auch weiterhin nicht beschränkt.