Ex-Oberbürgermeister angeklagt

Brisante Zeugenaussage im Regensburger Korruptionsprozess

ARCHIV - 04.05.2020, Bayern, Regensburg: Joachim Wolbergs, Ex-Oberbürgermeister von Regensburg, sitzt im Verhandlungssaal des Landgerichts hinter Trennwänden aus Plexiglas. Am 09.06.2020 wird der Korruptionsprozess gegen ihn fortgesetzt. Foto: Armin Weigel/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Joachim Wolbergs, Ex-Oberbürgermeister von Regensburg, sitzt im Verhandlungssaal des Landgerichts hinter Trennwänden aus Plexiglas.

Bild: Armin Weigel/dpa

Joachim Wolbergs, Ex-Oberbürgermeister von Regensburg, sitzt im Verhandlungssaal des Landgerichts hinter Trennwänden aus Plexiglas.

Bild: Armin Weigel/dpa

Vor dem Landgericht hat es im Wolbergs-Prozess eine brisante Zeugenaussage gegegeben. Im Mittelpunkt steht ein Brief, der für die Ermittler noch problematisch werden könnte.

dpa
09.06.2020 | Stand: 11:52 Uhr

Mit einer brisanten Aussage hat ein Polizist im Regensburger Korruptionsprozess aufhorchen lassen. Der Zeuge bestätigte am Dienstag vor dem Landgericht ein Zitat, das ein anonymer Briefeschreiber erwähnt hat. Dieser Brief war dem angeklagten Ex-Oberbürgermeister Joachim Wolbergs zugestellt worden. Darin erhebt der Verfasser unter anderem Vorwürfe gegen den Hauptsachbearbeiter der damaligen Ermittlungsgruppe. Dieser soll dem nun als Zeugen geladenen Beamten in einem Gespräch auf der Toilette sinngemäß über Wolbergs gesagt haben: "Wenn wir mit dem fertig sind, kann er froh sein, wenn er nicht aus dem Fenster springt."

Vorwürfe gegen Hauptsachbearbeiter 

Gegen den Hauptsachbearbeiter waren im Verlauf des Verfahrens wie auch schon im ersten Korruptionsprozess im vergangenen Jahr mehrfach Vorwürfe laut geworden, er habe einseitig zu ungunsten Wolbergs' ermittelt. Laut dem anonymen Schreiben soll zudem die stellvertretende Leiterin der Ermittlungsgruppe gesagt haben: "Der Wolbergs ist ein Betrüger, der dafür noch bluten muss."

Das letzte Wort des Angeklagten verschoben

Ursprünglich war für den Verhandlungstag das letzte Wort Wolbergs' vorgesehen. Der mitangeklagte Bauunternehmer hätte bereits Ende Mai Gelegenheit für sein letztes Wort bekommen sollen. Das entfiel jedoch wegen der Diskussion um den tags zuvor aufgetauchten anonymen Brief. Daraufhin trat das Gericht nochmals in die Beweisaufnahme ein.

Prozess läuft seit Oktober

Der Prozess gegen Wolbergs läuft seit Oktober 2019. Es geht um Korruptionsvorwürfe während des Kommunalwahlkampfes 2014. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Bestechlichkeit und Vorteilsnahme vor.