Kein Feiertag mehr

Buß- und Bettag 2021: Warum ist in Bayern kein Feiertag, aber schulfrei?

Schüler frei, Eltern nicht: Seit 17 Jahren ist Buß- und Bettag kein gesetzlicher Feiertag mehr in Bayern, was zu einer ungewöhnlichen Schulregelung führt.

Schüler frei, Eltern nicht: Seit 17 Jahren ist Buß- und Bettag kein gesetzlicher Feiertag mehr in Bayern, was zu einer ungewöhnlichen Schulregelung führt.

Bild: Jan Woitas, dpa (Archiv)

Schüler frei, Eltern nicht: Seit 17 Jahren ist Buß- und Bettag kein gesetzlicher Feiertag mehr in Bayern, was zu einer ungewöhnlichen Schulregelung führt.

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Buß- und Bettag 2021 heute in Bayern ist in Bayern schulfrei, aber kein Feiertag (mehr). Warum ist das so? Und wo ist trotzdem noch Feiertag?
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Von Allgäuer Zeitung
17.11.2021 | Stand: 07:27 Uhr

Buß- und Bettag heute ist ein evangelischer Feiertag und wird immer elf Tage vor dem ersten Advent begangen. Seit 17 Jahren ist Buß- und Bettag kein gesetzlicher Feiertag mehr in Bayern, was zu einer ungewöhnlichen Schulregelung führt. Und daran wird sich, Stand 2021, auch nichts ändern. Man habe keinen Spielraum, die gesetzliche Regelung sei klar, heißt es aus dem bayerischen Kultusministerium.

Wie kam es dazu? Und wo ist am Mittwoch komplett frei?

Welche Bedeutung hat der Buß- und Bettag 2021 heute?

Der Buß- und Bettag ist ein Feiertag der evangelischen Kirche. In früheren Zeiten wurden Buß- und Bettage aus aktuellen Anlässen angesetzt - in Notzeiten sollten die Menschen beten und sich auf ihren Glauben besinnen. Heute dient er evangelischen Christen zur Besinnung, aber auch zur Neuorientierung. Nach Auffassung der evangelischen Kirche hat der Tag nicht nur eine private, sondern auch eine gesellschaftspolitische Bedeutung. "Versagen und Schuld, Versäumnisse und Fehlentscheidungen kann man im Gebet vor Gott bringen. Der Feiertag dient zudem dem Nachdenken über gesellschaftliche Irrtümer", heißt es bei der Evangelischen Kirche.

Ist Buß- und Bettag ein gesetzlicher Feiertag in Deutschland oder in Bayern?

Nein. Seit 27 Jahren nicht mehr. 1994 wurde in fast allen Bundesländern beschlossen, den Feiertag abzuschaffen. Dadurch, dass die Menschen an diesem Tag arbeiten, sollte die Belastung der Arbeitgeber durch die damals neu eingeführte Pflegeversicherung ausgeglichen werden.

Evangelische Arbeitnehmer können am Buß- und Bettag aber aus religiösen Gründen freinehmen, einen Urlaubstag müssen sie dafür nicht opfern. Das ist im Feiertagsgesetz so festgelegt. Allerdings haben sie an dem Tag dann keinen Anspruch auf Lohn oder Gehalt.

Wo ist Buß- und Bettag heute ein gesetzlicher Feiertag?

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Nur in Sachsen ist Buß- und Bettag bis heute ein gesetzlicher Feiertag. Die Menschen haben also frei, die Geschäfte bleiben zu. Nachteil für die Sachsen: Sie zahlen etwas mehr Beiträge in die Pflegeversicherung.

Wie sind die Schulregeln an Buß- und Bettag in Bayern?

In Bayern führte die Abschaffung des Feiertags zu einer ungewöhnlichen Regelung an den Schulen. Dass evangelische Arbeitnehmer bis auf einige Ausnahmen grundsätzlich das Recht haben, an diesem Tag nicht zur Arbeit zu kommen, gilt auch für Lehrer. "Bei Lehrkräften besteht jedoch die Besonderheit, dass sie wegen der Aufrechterhaltung des Unterrichts nicht frei nehmen können", so das Kultusministeriums. Weil sie aber so gegenüber anderen Bürgern ungleich behandelt würden, entfällt im Freistaat der Unterricht an den Schulen.

Unterrichtsfrei bedeute aber nicht dienstfrei: An vielen Schulen wird der Tag für einen sogenannten pädagogischen Tag genutzt - ein Dilemma für Lehrerinnen und Lehrer, sagt Simone Fleischmann, Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV). Viele Menschen gingen davon davon aus, sie hätten an dem Tag frei ebenso wie die Schüler. Dem sei aber nicht so: Es gebe Fortbildungsveranstaltungen - entweder überregional oder auch an den Schulen selbst.

Für viele Eltern ist die Regelung gernerell nach wie vor ein großes Problem: Sie müssen arbeiten, sollen sich aber gleichzeitig um die Betreuung ihrer Kinder kümmern.

Wie wird der Buß- und Bettag in der Kirche gefeiert?

Mit Rücksicht auf Berufstätige finden am Buß- und Bettag viele Gottesdienste erst am Abend statt. Bayerns Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm feiert bereits am Mittwochvormittag einen Gottesdienst zum Buß- und Bettag in der Münchener Matthäuskirche.

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