Nach "Bombenleger"-Kritik

Buchenberger, wollt Ihr jetzt die "Fanta 4"?

Auf dieser Wiese am Ortsausgang Richtung Isny plant Allgäu Concerts die Open Airs im kommenden Sommer.

Auf dieser Wiese am Ortsausgang Richtung Isny plant Allgäu Concerts die Open Airs im kommenden Sommer.

Bild: Bastian Hörmann

Auf dieser Wiese am Ortsausgang Richtung Isny plant Allgäu Concerts die Open Airs im kommenden Sommer.

Bild: Bastian Hörmann

In Buchenberg bei Kempten laufen einige Bürger weiter Sturm gegen zwei vom Veranstalter "Allgäu Concerts" geplante Open-Airs: Im Sommer sollen am Ortsrand "Die Fantastischen Vier" und ein Rock-Festival gastieren. Doch Anwohner fürchten, dass damit "Satanisten, Einbrecher und Bombenleger" in den beschaulichen Ort einfallen. Dementsprechend hitzig ging es nun bei einer öffentlichen Sitzung des Gemeinderats zu...
20.01.2017 | Stand: 13:07 Uhr

Wenn alle rechtlichen Vorgaben eingehalten werden, können die von "Allgäu Concerts" geplanten Rock- und Hip-Hop-Konzerte in Buchenberg nicht abgelehnt werden. Das hat Bürgermeister Toni Barth während einer Sitzung des Gemeinderates gesagt, die vor etwa hundert Bürgern in der Schulaula stattfand. Die Pläne des Veranstalters sorgen wie berichtet seit mehreren Wochen für Diskussionen im Ort.

Zu Beginn der Sitzung erläuterte Barth die beim Landratsamt eingeholten rechtlichen Hintergründe. So würde nicht der Gemeinderat über die Erlaubnis der Open-Air-Veranstaltungen entscheiden, sondern die Verwaltung. Und Auflagen müssten verhältnismäßig sein. Würde die Gemeinde die Veranstaltungen nicht zulassen, obwohl rechtliche Vorgaben eingehalten werden, hätte das Schadensersatzforderungen des Veranstalters zur Folge.

Die Emotionen kochen hoch

Die Emotionen kochten hingegen hoch bei den Anwohnern des Areals, auf dem Allgäu Concerts in diesem Sommer ein Konzert mit den "Fantastischen Vier" und ein Rockfestival plant. Die Bürger kritisieren das Vorgehen des Veranstalters und fürchten alljährliche Rockkonzerte in Buchenberg. Die aufgeheizte Stimmung zeigte sich auch in Wortmeldungen: Wolfgang Klinke hält die "logistische und sicherheitstechnische Bewältigung" für unmöglich

Auch Hans Jochem Häuser meinte, der Ablauf des Open Airs sei von den Sicherheitskräften nicht zu schaffen. "Viel Lärm" sei zu erwarten, dem Ganzen müsse Einhalt geboten werden. Arthur Nothelfer fragte nach den Auflagen für die Lautstärke der Musik, die auf das nahe gelegene Wohngebiet einwirken werde. "Wie stellt sich der Gemeinderat zum Ruhebedürfnis der Bürger?", fragte Manfred Waltner. Der Lärmpegel des Rockkonzerts treffe den ganzen Ort, dieses Problem sei unlösbar. Er plädierte dafür, "verwaltungsrechtlich anzugreifen".

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Verständnis für die Ängste

Skepsis auch im Gremium: Oliver Post (Wahlgemeinschaft Kreuzthal) fragte nach der Obergrenze für das geplante Open Air. Er meinte, es sei unklug vom Veranstalter, das Gespräch mit den Anwohnern nicht zu suchen. Antje Piekenbrock (Grüne) zeigte Verständnis für die Ängste der Bürger und prangerte das "fragwürdige Vorgehen des Veranstalters" an. Stefan Prestel schlug vor, für künftige Open Airs den Gemeindegrund nicht mehr zur Verfügung zu stellen. Zu "a bissl Toleranz", mahnte Heinrich Prestel (Grüne) die Open-Air-Gegner und erntete Entrüstung der Zuhörer.

Laut Barth ist der Lärmschutz nur anhand eines Schallschutzgutachtens genau zu beurteilen. Bei vier bis fünf Metern Entfernung zu den Lautsprecherboxen dürfe jedenfalls ein Wert von 100 Dezibel nicht überschritten werden. Für Entlastung sorge die geplante Stellung der Bühne, die vom Bauamt abgenommen werde. Sie soll nicht in Richtung Wohngebiet gerichtet sein. Wie bei allen Veranstaltungen müsse eine gaststättenmäßige Schankerlaubnis beantragt werden.

Und Barth stellte klar: "Es gibt keinerlei geschäftliche Verquickung von Gemeinde und Veranstalter."

Heuer sind zwei Konzerte geplant, das Rockfestival soll womöglich fortgeführt werden. Laut Barth ist das erarbeitete Sicherheitskonzept beim Veranstalter einzusehen. Im Übrigen herrsche Konsens mit den an das Konzertareal angrenzenden Grundstückseigentümern. Eine gemeindeeigene Fläche werde beim Rockfestival als Park- oder Campingplatz genutzt.