Quarantäne und Isolation

Corona: Wie funktioniert Freitesten nach sieben Tagen?

Der Weg in die vorzeitige Freiheit: Ein Corona-Test kann Isolation oder Quarantäne verkürzen.

Der Weg in die vorzeitige Freiheit: Ein Corona-Test kann Isolation oder Quarantäne verkürzen.

Bild: Martin Schutt, dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Der Weg in die vorzeitige Freiheit: Ein Corona-Test kann Isolation oder Quarantäne verkürzen.

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Freitesten ist einer der wenigen positiven Begriffe, die im Zuge der Corona-Pandemie in den Sprachgebrauch aufgenommen wurden. Doch wie funktioniert das genau?
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Von Marcus Giebel
31.03.2022 | Stand: 18:45 Uhr

Auch nach mehr als zwei Jahren Corona-Pandemie hat sich eines in Deutschland nicht geändert: Wer positiv getestet wird, muss in den allermeisten Fällen in Isolation. Für viele Kontaktpersonen heißt die nahe Zukunft Quarantäne. Diese Maßnahmen müssen in aller Regel für zehn Tage aufrechterhalten werden.

Doch es gibt einen früheren Ausweg: die Freitestung. Nach sieben Tagen können Infizierte - falls sie seit mindestens 48 Stunden keine Symptome mehr aufweisen - einen PCR- oder Antigen-Schnelltest vornehmen lassen, bei einem negativen Ergebnis endet die Isolation sofort. Gleiches gilt für Kontaktpersonen in Quarantäne.

Schon an Tag fünf können „Schülerinnen und Schüler sowie Kinder in den Angeboten der Kinderbetreuung die Quarantäne“ mit einem negativen Testergebnis beenden. Hintergrund ist ihre „Einbindung in regelmäßige Testungen“, erläutert das Bundesgesundheitsministerium. Stellt sich für viele Bürger nur eine Frage.

Wie funktioniert das Freitesten nach sieben Tagen aus Isolation oder Quarantäne?

Nicht jeder Test wird anerkannt. So verweist das Bundesgesundheitsministerium darauf, dass „eine Testung im Rahmen der Arbeitgebertestung“ nicht ausreiche. Laut Coronavirus-Testverordnung §6 Absatz 1 sind als Leistungserbringer berechtigt „die zuständigen Stellen des öffentlichen Gesundheitsdienstes und die von ihnen betriebenen Testzentren“, die von diesen „als weitere Leistungserbringer beauftragten Dritten“ sowie „Arztpraxen, Zahnarztpraxen, Apotheken, medizinische Labore, Rettungs- und Hilfsorganisationen, und die von den Kassenärztlichen Vereinigungen betriebenen Testzentren“.

Wichtig sei der Nachweis. Neben den deutlich sichereren PCR-Tests können die viel häufiger auftretenden Antigen-Schnelltests genutzt werden, wenn sie die Mindestanforderungen vom Paul-Ehrlich-Institut und vom Robert-Koch-Institut (RKI) erfüllen.

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Diese müssen eine Sensitivität von mehr als 80 Prozent und eine Spezifizität von mehr als 97 Prozent aufweisen. Das heißt, bei vorigen Untersuchungen muss dieser Test bei mehr als 80 Prozent der mit dem Virus Infizierten angeschlagen und bei mehr als 97 Prozent der Nicht-Infizierten ein negatives Ergebnis gezeigt haben.

Eine Ausnahme gewährt das RKI bei der Freitestung von Infizierten. Nutzen diese einen PCR-Test, darf die Isolation auch mit einem positiven Ergebnis beendet werden, wenn ein CT-Wert von mehr als 30 angezeigt wird. In diesem Fall würde der sehr sensible Test eine Viruslast aufzeigen, die unter einem Schwellenwert liegt. Der CT-Wert gibt wieder, wie viele Messzyklen nötig waren, um das Virus nachzuweisen. Bei einem Wert von mehr als 30 ist die Viruslast entsprechend sehr gering und die Person nicht mehr ansteckend.

Wie sollten sich Personen nach der Freitestung verhalten?

Verbindliche Vorgaben gibt es nicht. Laut Bundesgesundheitsministerium wird empfohlen, bis zum 14. Tag nach Symptombeginn oder letztem Kontakt zum infektiösen Fall die Kontakte zu reduzieren oder kontinuierlich eine medizinische Maske zu tragen.

Den aus der Quarantäne entlassenen Kontaktpersonen wird vom RKI zudem geraten, sich selbst zu monitoren. Werden innerhalb der 14 Tage Corona-Symptome festgestellt, „ist sofort eine Selbst-Isolierung und mindestens ein zertifizierter Antigentest durchzuführen“. Ein positives Ergebnis hätte den Beginn einer bis zu zehntägigen Isolation zur Folge.

Wie wird der Antigen-Schnelltest durchgeführt?

Das Bundesgesundheitsministerium zieht einen Vergleich zum Schwangerschaftstest. Es wird ein Abstrich aus der Nase oder dem Rachen genommen und auf einen Teststreifen gegeben. Das Ergebnis liegt meistens binnen 30 Minuten vor. Wird das Virus nachgewiesen, reagieren dessen Eiweißbestandteile mit dem Teststreifen und er verfärbt sich.

Wie wird der PCR-Test durchgeführt?

Hier gehen geschulte Fachleute ans Werk. Diese entnehmen mit einem speziellen Tupfer einen Abstrich aus dem Rachen oder der Nase, der dann an ein Diagnostiklabor geschickt wird. Dort wird der Abstrich anhand einer Polymerase-Kettenreaktion (englisch: Polymerase Chain Reaction - daher: PCR) auf Virusspuren untersucht. Das Bundesgesundheitsministerium erklärt: „Dafür wird das Erbmaterial des Virus so stark vervielfältigt, dass es nachgewiesen werden kann, auch wenn es zuvor nur in geringen Mengen vorlag.“

Hier dauert eine Untersuchung vier bis fünf Stunden, in der Regel bekommt der Getestete das Ergebnis binnen 24 Stunden via Mail oder direkt auf die Corona-Warn-App. Bis dahin sollten sich die Verdachtsfälle in häusliche Quarantäne begeben.

Wie läuft die Dokumentation des Testergebnisses ab?

Laut Bundesgesundheitsministerium verfügt jedes Testzentrum über ein Dokumentationssystem. Der entsprechende Nachweis wird dem Getesteten ausgehändigt, dieses gelte auch für Apotheken und Arztpraxen. Die Teststellen können das Ergebnis auch digital via Corona-Warn-App versenden.

Das RKI betont allgemein: „Das Testergebnis des Abschlusstestes muss vor der Beendigung der Isolierung oder Quarantäne vorliegen.“