Maskenaffäre

CSU-Abgeordneter Sauter verteidigt Verhalten in Maskenaffäre

Alfred Sauter setzte sich mit einer Beschwerde gegen die Ermittlungen in der Maskenaffäre durch.

Alfred Sauter setzte sich mit einer Beschwerde gegen die Ermittlungen in der Maskenaffäre durch.

Bild: Bernhard Weizenegger (Archivfoto)

Alfred Sauter setzte sich mit einer Beschwerde gegen die Ermittlungen in der Maskenaffäre durch.

Bild: Bernhard Weizenegger (Archivfoto)

Die Maskenaffäre hat Alfred Sauter seinen Platz in der CSU-Fraktion des Landtags gekostet. Nun kann er einen Erfolg verbuchen. Doch die Politik fehlt ihm, sagt er.
14.12.2021 | Stand: 14:59 Uhr

Der CSU-Landtagsabgeordnete Alfred Sauter hat nach seinem juristischen Erfolg gegen die Münchner Generalstaatsanwaltschaft sein umstrittenes Verhalten in der sogenannten Maskenaffäre verteidigt. „Ich bin nicht nur Landtagsabgeordneter, sondern auch Unternehmer“, sagte der CSU-Politiker unserer Redaktion. Zuvor hatte das Oberlandesgericht (OLG) und des mitbeschuldigten - mittlerweile aus der CSU ausgetretenen - Ex-Bundestagsabgeordneten Nüßlein stattgegeben und erklärt, sie hätten mit ihrem Verhalten bei umstrittenen Maskengeschäften in der Corona-Pandemie nicht den Tatbestand der Bestechlichkeit und Bestechung von Mandatsträgern nicht erfüllt.

Mit Söder habe Sauter seit der Maskenaffäre kein Wort mehr gesprochen

„Der Beschluss spricht für sich“, sagte Sauter unserer Redaktion. „Ich will auf keinen Fall Mitleid heischen“, betonte der CSU-Landtagsabgeordnete, der im Zuge der Affäre aus der Fraktion seiner Partei ausgetreten ist. „Mit Markus Söder habe ich seitdem kein Wort mehr gesprochen“, sagte Sauter. Allerdings gehe ihm das politische Tagesgeschäft ab. „Die Politik fehlt mir“, erklärte der frühere bayerische Justizminister. Es beschäftige ihn, wie schnell manch langjähriger Weggefährte auf Distanz zu ihm gegangen sei und welche Folgen die Affäre für ihn und seine Familie hatte. „Wenn ich behaupten würde, dass ich jede Nacht ruhig durchschlafe, wäre das gelogen“, sagte Sauter.

Was ihn vor allem belaste, sei, dass er seine Töchter in die Angelegenheit mit hineingezogen habe: „Das schmerzt mich am meisten“, sagte der 71-Jährige. Sauter hatte die Provision für den Maskendeal über eine Firma laufen lassen, die er offiziell seinen beiden erwachsenen Töchtern überschrieben hatte.

Sauter soll für ein Maskengeschäft mehr als 1,2 Millionen Euro erhalten haben

Sauter und Nüßlein sollen für die Vermittlung von Corona-Maskengeschäften im Jahr 2020 viel Geld erhalten haben, Sauter 1.243.000 Euro, Nüßlein 660.000 Euro. Die Generalstaatsanwaltschaft München hatte gegen die beiden Politiker und einen Unternehmer deshalb ein Ermittlungsverfahren Korruptionsverdachts auf Grundlage des 2014 eingeführten Straftatbestands der Bestechlichkeit und Bestechung von Mandatsträgern eingeleitet.

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