Feuerwehr

Das Ostallgäu hat seine erste Feuerwehr-Kommandantin

Erste: Seit 10 Jahren ist Bianka Krebs bei der Freiwilligen Feuerwehr in Ummenhofen. Nun wurde sie von ihren Kollegen zur ersten Kommandantin im Ostallgäu gewählt.

Erste: Seit 10 Jahren ist Bianka Krebs bei der Freiwilligen Feuerwehr in Ummenhofen. Nun wurde sie von ihren Kollegen zur ersten Kommandantin im Ostallgäu gewählt.

Bild: Michaela Kirschner

Erste: Seit 10 Jahren ist Bianka Krebs bei der Freiwilligen Feuerwehr in Ummenhofen. Nun wurde sie von ihren Kollegen zur ersten Kommandantin im Ostallgäu gewählt.

Bild: Michaela Kirschner

Die Feuerwehr-Kameraden im Jengener Ortsteil Ummenhofen haben Bianka Krebs (25) zu ihrer Kommandantin gewählt - zur ersten überhaupt im Landkreis. Girl-Power bei unseren Feuerwehren! Lies hier, was Bianka dazu sagt und wie sie es in diese Position geschafft hat.
09.01.2022 | Stand: 16:01 Uhr

Die Feuerwehr im Jengener Ortsteil Ummenhofen hat für eine „besondere Premiere in der Ostallgäuer Feuerwehrgeschichte“ gesorgt, berichtet deren Pressereferentin Michaela Kirschner stolz. Denn die Mitglieder wählten Bianka Krebs zur Kommandantin – und damit zur ersten im Landkreis Ostallgäu. „Ich habe mich gefreut, dass die Aktiven hinter mir stehen und mir auch zutrauen, dass ich das kann“, erklärt Krebs. Normal ist das noch nicht.

Zwar stehen die Ostallgäuer Feuerwehren mit ihrem Frauenanteil im „gesunden Mittelfeld“ im Regierungsbezirk Schwaben, erläutert Kreisbrandrat Markus Barnsteiner. Doch soll es im Allgäu noch Feuerwehren geben, bei denen grundsätzlich die Aufnahme von Frauen ein Problem sei. Da sei der Landkreis auf einem besseren Weg, berichtet Barnsteiner: „In den Freiwilligen Feuerwehren Ostallgäu gibt es bereits seit mehreren Jahren auch weibliche Führungskräfte in der Funktion Gruppenführer – mit Bianka Krebs in Ummenhofen allerdings die erste weibliche Führungskraft als Leiterin einer Freiwilligen Feuerwehr“, berichtet der Kreisbrandrat.

Ich wurde gewählt, weil ich es kann und die Ausbildung habe.
Bianka Krebs

„Frauen stehen in nichts nach“

„Grundsätzlich haben Frauen in unseren Feuerwehren in den vergangenen 20 Jahren ihren festen Platz bekommen“ erklärt Barnsteiner weiter. „Sie stehen in der Leistungsfähigkeit ihren männlichen Kollegen in der Regel in nichts nach und absolvieren sowohl Lehrgänge zur Atemschutzgeräteträgerin als auch zur Maschinistin. Im Kreisfeuerwehrverband Ostallgäu gibt es außerdem eine Frauenbeauftragte, zudem sind die Fachbereiche Brandschutzerziehung/Kinderfeuerwehr sowie die Stellvertretende Kreisjugendleitung jeweils mit Frauen besetzt."

Die 25-jährige Krebs aus dem Jengener Ortsteil Koneberg – etwa einen Kilometer neben Ummenhofen gelegen – ist gelernte Hauswirtschafterin und macht derzeit eine Ausbildung zur Tourismusfachfrau. Seit zehn Jahren ist sie nebenbei bei der Ummenhofener Feuerwehr aktiv: nach der Grundausbildung bei Einsätzen und Übungen, nach einer weiteren Ausbildung als Gruppenführerin. „Weil man etwas Gutes tut und dabei die Gemeinde und die Menschen unterstützt“, nennt Krebs als Motivation.

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Die Katzen kommen selbst vom Baum

Meist fallen im Ort oder im Gemeindebereich kleinere Einsätze an, dazu gehören auch die Sicherheitsdienste bei Festen, Umzügen oder Sperren. Katzen von Bäumen zu retten, gehört allerdings nicht dazu: „Bei uns kommen die noch selbst runter.“ Denn als kleine Wehr ist die Ummenhofener fast immer als Unterstützung für größere Feuerwehren im Einsatz. Für Krebs war bislang eine Personensuche am aufwendigsten: Zusammen mit Nachbar-Wehren, der Polizei und Hunden suchten sie Wälder und Felder ab – allerdings vergeblich, denn die Person blieb verschwunden. Dennoch halten sich die Ummenhofener mit den vorgeschriebenen Übungen wie Bergen und Löschen, Unfallverhütung oder Erster Hilfe auf dem Laufenden.

Als dann Mario Leibl kürzer treten wollte – nach zwölf Jahren als Kommandant, ist er nun Stellvertreter – schlugen die Aktiven Krebs für dessen Nachfolge vor und wählten sie auch. Deren Wahl – „keine Ernennung“, wie Barnsteiner betont – „ist für alle weiblichen Feuerwehrdienstleistenden ein positives Signal und zeigt das Vertrauen und die Akzeptanz in weibliche Führungskräfte der Feuerwehren“. Das sieht auch die Gelobte so: „Ich wurde gewählt, weil ich es kann und die Ausbildung habe“, sagt Krebs.