Landgericht Deggendorf

Junge Frau im Schlaf erstochen? Aussagen von Schlüsselzeugen im Prozess erwartet

Eine 20-Jährige aus Freyung wurde 2016 von ihrem Ex-Partner getötet. Weil Zeugen falsche Angaben zugunsten des Angeklagten machten, wird der Fall nun neu aufgerollt.

Eine 20-Jährige aus Freyung wurde 2016 von ihrem Ex-Partner getötet. Weil Zeugen falsche Angaben zugunsten des Angeklagten machten, wird der Fall nun neu aufgerollt.

Bild: Philipp von Ditfurth, dpa (Symbolbild)

Eine 20-Jährige aus Freyung wurde 2016 von ihrem Ex-Partner getötet. Weil Zeugen falsche Angaben zugunsten des Angeklagten machten, wird der Fall nun neu aufgerollt.

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War es nun Mord statt Totschlag? Vor dem Landgericht Deggendorf wird am Dienstag erneut ein Fall verhandelt, bei dem ein Mann seine Ex-Freundin tötete.
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dpa
09.05.2022 | Stand: 17:59 Uhr

Es sind zwei Zeugen mit Gewicht: Im Prozess um den gewaltsamen Tod einer 20 Jahre alten Frau aus Freyung sollen am Dienstag (9.00 Uhr/10.00 Uhr) vor dem Landgericht Deggendorf ein früherer Freund des Angeklagten sowie dessen Freundin aussagen. Die Zeugen hatten 2017 im ersten Prozess vor dem Landgericht Passau zugunsten des Angeklagten ausgesagt, ihre Angaben aber später korrigiert. Hierfür wurden sie 2019 vor dem Amtsgericht Passau wegen uneidlicher Falschaussage verurteilt.

Prozess um getötete Frau: Falschaussagen führen zu Wiederaufnahme des Verfahrens

Die Falschaussagen gaben den Anstoß zur Wiederaufnahme des Verfahrens. Dem Angeklagten wird Mord vorgeworfen. Es geht im Kern um die Frage, ob der heute 28-Jährige 2016 seine Ex-Freundin im Schlaf erstochen hat. Im ersten Prozess hatte sich das nicht klären lassen. Der Mann wurde im November 2017 rechtskräftig wegen Totschlags zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Eine Tötung im Schlaf hätte das Mordmerkmal der Heimtücke bedeutet.

Das Landgericht Deggendorf kam nach der Verurteilung der beiden Zeugen zu dem Schluss, dass nicht auszuschließen sei, dass die Richter ohne die Falschaussagen 2017 ein Mordurteil gesprochen hätten. Das Landgericht ließ die Wiederaufnahme des Verfahrens zu. Mehr Nachrichten aus Bayern lesen Sie hier.

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