Bundespolizei

Deutschlandweite Großrazzia gegen Schleuser - auch in Kempten

Mit einer bundesweiten Großrazzia ist die Bundespolizei gegen eine internationale Schleuserbande vorgegangen.

Mit einer bundesweiten Großrazzia ist die Bundespolizei gegen eine internationale Schleuserbande vorgegangen.

Bild: Julian Stratenschulte, dpa

Mit einer bundesweiten Großrazzia ist die Bundespolizei gegen eine internationale Schleuserbande vorgegangen.

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Bei einer bundesweiten Großrazzia - auch in Kempten - ist die Polizei gegen eine Schleuserbande vorgegangen. Ausgangspunkt der Schleusung sei wohl in Füssen.
Mit einer bundesweiten Großrazzia ist die Bundespolizei gegen eine internationale Schleuserbande vorgegangen.
dpa
19.01.2021 | Stand: 16:31 Uhr

Mit einer großen Razzia sind Ermittler in mehreren Bundesländern gegen eine internationale Schleuserbande vorgegangen. Auch in Kempten verdächtig die Staatsanwaltschaft 19 Menschen. Am Dienstag verhafteten sie in Berlin, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Hessen mehrere Verdächtige und durchsuchten Gebäude. Mehr als 400 Bundespolizisten waren im Einsatz.

Ausgangspunkt in Füssen

Die Staatsanwaltschaft in Kempten verdächtigt 19 Beschuldigte zwischen 21 und 44 Jahren, seit mindestens April 2019 Menschen über die sogenannte Balkanroute gegen hohe Summen eingeschleust zu haben. Die mutmaßlich 140 Geflüchteten seien überwiegend aus Syrien. Dabei sollen sich die mutmaßlichen Täter in mindestens 23 Fällen des gewerbsmäßigen und bandenmäßigen Einschleusens von Ausländern schuldig gemacht haben. Ausgangspunkt der Schleusertätigkeit der Bande sei nach jetzigem Ermittlungsstand die Stadt Füssen, sagte ein Sprecher der Kempter Staatsanwaltschaft.

Auf die Schliche kam die Bundespolizei der Bande, als sie im August 2019 einen Schleuserfahrer auf der A7 bei Füssen nahe der Grenze zu Österreich festnahm. Zusammen mit Ermittlern aus mehreren europäischen Ländern und von Europol konnte die Staatsanwaltschaft Kempten den mutmaßlichen Kopf der Bande in Österreich ausfindig machen und im Dezember 2020 festnehmen lassen. Dessen Auslieferung sei beantragt, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Kempten. Er rechne damit, dass bis zur Entscheidung über die Auslieferung von Österreich nach Bayern noch einige Wochen vergehen.

Scouts meldeten Polizeikontrollen

Die Schleuser seien überaus planvoll und sehr professionell vorgegangen, teilte die Staatsanwaltschaft weiter mit. Sie hätten sogenannte Scouts eingesetzt: Diese fuhren den Schleuserfahrzeugen voraus und meldeten Polizeikontrollen. Die Grenze hätten die Geflüchteten oftmals zu Fuß überquert. Der Bandenchef habe das Ganze über sein Smartphone aus sicherer Entfernung koordiniert.

Bei dem Einsatz am Dienstag vollstreckten die Ermittler elf Durchsuchungsbeschlüsse und sieben Haftbefehle in Berlin, Salzgitter, Twistringen bei Bremen, Osnabrück, Hamm, Duisburg, Wuppertal und Marburg. Sie stellten umfangreiches Beweismaterial sicher, darunter auch die für die Schleusung genutzten Smartphones. Diese werden nun ausgewertet. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Kempten erwartet, dass die Ermittlungen noch Wochen oder gar Monate dauern werden.

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