Sorgen wegen Ösi-Konzept

Droht auf der A7 bei Füssen ein Megastau?

Kommunalpolitiker warnen: Künftig könnte es noch mehr Staus auf der A7 bei Füssen geben, sollte auf österreichischer Seite ein Verkehrs-Dosiersystem eingefühtrt werden.

Kommunalpolitiker warnen: Künftig könnte es noch mehr Staus auf der A7 bei Füssen geben, sollte auf österreichischer Seite ein Verkehrs-Dosiersystem eingefühtrt werden.

Bild: Martin Peter

Kommunalpolitiker warnen: Künftig könnte es noch mehr Staus auf der A7 bei Füssen geben, sollte auf österreichischer Seite ein Verkehrs-Dosiersystem eingefühtrt werden.

Bild: Martin Peter

Weil's am Fernpass ständig staut und stockt, überlegen österreichische Verkehrsexperten und Politiker, ein neues Dosiersystem einzuführen: Der Verkehr würde dann nur noch tröpfchenweise fließen. Die Folge: Rückstaus auf deutscher Seite und immer mehr Autofahrer, die auf Nebenstrecken im Füssner Land ausweichen. Vize-Bürgermeister Niko Schulte (CSU) warnt jetzt vor Megastaus rund um Füssen. Was dagegen getan werden könnte, erfährst Du hier.
31.01.2017 | Stand: 17:08 Uhr

Füssens Vize-Bürgermeister Niko Schulte (CSU) schwant Übles, wenn die Außerferner Nachbarn ihr Dosiersystem dauerhaft einführen, um den Verkehr auf der Strecke zwischen Reutte und dem Lermooser Tunnel flüssig zu halten: Denn dann drohe, dass sich der Stau in der Tourismussaison weiter nordwärts und damit auf die A7 auf deutscher Seite verlagere. Die Folge könnte sein, dass Fahrer versuchen, die Autobahn zu umgehen – und damit auch im Füssener Land einen massiven Stau auslösen könnten.

Das Außerfern leidet vor allem in der Tourismussaison massiv unter dem Verkehrsaufkommen: Die Fernpass-Straße ist eine der meist befahrenen Landesstraßen Tirols – in Spitzenzeiten mit bis zu 28.000 Fahrzeugen pro Tag kommt man auf ihr oft nur im Schneckentempo vorwärts, selbst Einsatzfahrzeuge im Notfall sind dann so gut wie ausgebremst.

Stau verlagert sich nach Norden

Daher tüftelt man auf Tiroler Seite bereits seit längerem an einer Fernpass-Strategie, Ziel ist eine Entlastung. Ein Punkt dabei ist das Dosiersystem: Bei Reutte wurde eine Ampelanlage errichtet, die in Spitzenzeiten den Verkehr nur „tröpfchenweise“ weiter in Richtung Fernpass fahren lässt. Bei Versuchen ergab sich folgendes Ergebnis: Die Dosierung führte zwischen Reutte und Lermoos zur gewünschten Verringerung der Reisezeit, der Verkehrsfluss kam wieder in Gang. Doch gleichzeitig verlagerte sich der Stau nach Norden.

Das schmeckt nicht jedem, auch nicht im Außerfern. „Die Bürgermeister und Anrainer jener Gemeinden, die an potenziellen Ausweichrouten liegen, haben massive Bedenken geäußert. Diese Bedenken nehmen wir ernst“, hat der stellvertretende Tiroler Landeshauptmann Josef Geisler laut österreichischen Medien bereits gesagt. Vor kurzem wurden deshalb drei weitere Verkehrszählanlagen im Außerfern errichtet. Damit soll ermittelt werden, welche Auswirkungen die Pförtnerampel auf verschiedene potenzielle Ausweichrouten in der Tiroler Nachbarregion hat.

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Für die drohenden Auswirkungen des Dosiersystems auf Füssen und die umliegenden Gemeinden benötigt Niko Schulte indes keine Zählanlagen. Sollte sich der Verkehr auf der A7 massiv stauen, würden die Fahrer auf dem Weg in den Süden so früh wie möglich die Autobahn verlassen und über Land fahren. Und dann drohten auch in Füssen und den umliegenden Gemeinden Staus, warnte er vor kurzem im Verkehrsausschuss.

"Stadt Füssen muss sich lautstark einbringen"

Schultes Wunsch ist es, dass die Stadt sich in die Debatte um das Dosiersystem lautstark einbringen sollte – doch man höre nichts. „Wir werden zu den Veranstaltungen im Außerfern eingeladen“, sagt Bürgermeister Paul Iacob (SPD) dazu. Mehr als die Bedenken aus Füssener Sicht vorbringen, könne man aber nicht tun: „Wir können Wortbeiträge liefern, aber bestimmend sind das Land Tirol und die Regierung in Wien.“

Iacobs Hoffnung: Noch ist nichts abschließend beschlossen, die Nachbarn im Außerfern seien „noch am überlegen“. Sollte das Dosiersystem aber dauerhaft umgesetzt werden, befürchtet auch er, dass sich der Stau auffächern werde. Das Kernproblem sei, dass die A7 nur bis zum Grenztunnel führe und es von dort nur zweispurig weitergehe. „Das wusste man von Anfang an, dass das nicht gut gehen kann.“ Doch das Außerfern sei strikt gegen einen vierspurigen Ausbau der Straße zum Fernpass.

Welche Auswirkungen das Dosiersystem haben kann, davon kann man sich laut österreichischen Medien demnächst überzeugen: Voraussichtlich im Frühjahr soll die Pförtnerampel bei Reutte erneut probeweise in Betrieb gehen.