Tierschutz in Nürnberg

Eichhörnchen-Babys in Not - In Nürnberg gibt es eine Auffangstation

40 Eichhörnchen-Babys hat das Nürnberger Tierheim in seiner Eichhörnchen-Auffangstation im vergangenen Jahr aufgepäppelt.

40 Eichhörnchen-Babys hat das Nürnberger Tierheim in seiner Eichhörnchen-Auffangstation im vergangenen Jahr aufgepäppelt.

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40 Eichhörnchen-Babys hat das Nürnberger Tierheim in seiner Eichhörnchen-Auffangstation im vergangenen Jahr aufgepäppelt.

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Eichhörnchen jagen sich während der Paarungszeit durch die Gegend. Dabei sausen sie oft über Straßen - und werden von Auts erfasst. Der Nachwuchs bleibt zurück.
40 Eichhörnchen-Babys hat das Nürnberger Tierheim in seiner Eichhörnchen-Auffangstation im vergangenen Jahr aufgepäppelt.
dpa
30.03.2021 | Stand: 11:09 Uhr

Manche sind noch nackt und füllen nicht einmal eine Hand, andere Eichhörnchen-Babys haben schon flauschiges Fell und nuckeln an der Flasche. "In der ersten Zeit ist es ein 24-Stunden-Job", sagt Tanja Schnabel, die Leiterin des Nürnberger Tierheims. "Die ganz Kleinen werden stündlich bis alle zwei Stunden gefüttert. Auch die Halbwüchsigen brauchen nachts noch Futter."

Nürnberger Tierheim warnt Autofahrer, die Augen offen zu halten

40 Eichhörnchen-Babys hat das Nürnberger Tierheim in seiner Eichhörnchen-Auffangstation im vergangenen Jahr aufgepäppelt. "Das darf sich nicht wiederholen", schrieb das Tierheim auf Facebook und warnte Autofahrer, die Augen offen zu halten.

Denn liebestolle Eichhörnchen jagen sich während der Paarungszeit wild: Sie verfolgen sich geräuschvoll, turnen in Spiralen Baumstämme hinauf, huschen nicht selten über Straßen. "Manche Weibchen und Männchen achten in ihrem Paarungswahn nicht auf den Verkehr und werden überfahren", erklärt Schnabel. Trifft es eine Mutter, die bereits Nachwuchs hat, würde dieser nicht mehr versorgt werden. "Es kann dann passieren, dass die Jungtiere vor Hunger anfangen zu krabbeln und aus dem Nest stürzen."

Die Paarungen beginnen in der Regel zum Jahreswechsel und dauern bis in den Sommer. Ein Eichhörnchen kann dem Naturschutzbund zufolge drei Mal im Jahr einen Wurf mit bis zu sechs Jungen zur Welt bringen. Nur die Weibchen kümmern sich um die Jungtiere, die nach der Geburt etwa so viel wiegen wie ein Radiergummi.

"Manchmal gerät der Nachwuchs auch in Not, wenn ein Nest aus dem Baum fällt, weil es windig ist", sagt Schnabel. "Oder sie werden von einem Baummarder erlegt."

Kranke oder verletzte Tiere aufzunehmen ist zulässig - sie zuhause halten nicht

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Bei einem Jungtier-Fund sollte man beobachten, ob die Mutter in der Nähe ist. "Am besten gucken, ob das Tier kalt ist, denn wenn es ausgekühlt ist, holt es die Mutter nicht mehr." Eichhörnchen in Not würden sogar auf Menschen zugehen, sagt Schnabel. "Dann kann es sogar passieren, dass ein Jungtier das Hosenbein hochklettert. Das ist kein Anzeichen von Tollwut, sondern: die brauchen Hilfe."

Dem Bundesnaturschutzgesetz zufolge ist es zulässig, kranke oder verletzte Tiere vorübergehend aufzunehmen, um sie gesund zu pflegen. Sind sie wieder überlebensfähig, müssen die Tiere unverzüglich in die Natur entlassen werden. Verboten ist es, Eichhörnchen und andere geschützte Arten zuhause zu halten.

"Auch wenn es sehr niedlich ist, sie selber zu versorgen: Eichhörnchen sind als Wildtiere sehr empfindlich und man kann viel falsch machen", sagt Schnabel. "Wenn man sie zum Beispiel falsch füttert, können sie schwere Durchfälle bekommen, die dann oft tödlich enden. Gerade wenn sie sehr klein sind, verschlucken sie sich leicht und bekommen eine Lungenentzündung."

Auffangstation in Nürnberg: Eichhörnchen-Babys werden mit Geschwistern aufgezogen

Experten des Tierschutzbundes raten, hilfsbedürftige Wildtiere in fachliche Hände zu geben und an einen Tierschutzverein oder eine Wildtierstation abzugeben. Dort werde versucht, Tiere nicht zu sehr auf den Menschen zu prägen.

In der Nürnberger Auffangstation werden die putzigen Rabauken in der Regel mit den Geschwistern aufgezogen, um sie anständig zu sozialisieren. "Damit die Tiere später in freier Wildbahn eine Überlebenschance haben und wissen, wer ein Sozialpartner ist." Schnabel freue sich jedes Mal, wenn die ersten Nüsse selbst geknackt oder Tannenzapfen leergeknabbert werden. In diesem Jahr hatte die Auffangstation bisher sechs "Hörnchen", wie manche Mitarbeiter sie nennen, aufgenommen.

Nach etwa zwölf Wochen seien sie so gut wie ausgewachsen und können als schonende Vorbereitung auf die Freiheit in die Auswilderungsvoliere. "Dann schmunzel ich oft und denke: Für dich habe ich mir die Nächte um die Ohren geschlagen und jetzt guckst du einen nicht mal mehr mit deinem Hintern an."

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