Ulmer Münster

Eine Aufgabe ohne Ende - Ulms neue Münsterbaumeisterin

Heidi Vormann deutet auf das Münster. Sie ist die neue Münsterbaumeisterin und für den Erhalt und die Sanierung des Kirchengebäudes mit dem höchsten Kirchturm der Welt zuständig

Heidi Vormann deutet auf das Münster. Sie ist die neue Münsterbaumeisterin und für den Erhalt und die Sanierung des Kirchengebäudes mit dem höchsten Kirchturm der Welt zuständig

Bild: picture alliance/dpa | Stefan Puchner

Heidi Vormann deutet auf das Münster. Sie ist die neue Münsterbaumeisterin und für den Erhalt und die Sanierung des Kirchengebäudes mit dem höchsten Kirchturm der Welt zuständig

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Heidi Vormann ist die neue Chefplanerin des Ulmer Münsters. Die Architektin trägt Sorge für die Instandhaltung des Baus mit dem höchsten Kirchturm der Welt.
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dpa
18.04.2021 | Stand: 08:50 Uhr

Heidi Vormann steht inmitten Dutzender Steine. Jeder der fein behauenen Blöcke ist mit einer Nummer versehen. Und sie weiß genau, wo jeder Stein hin muss, was ihn besonders macht. Denn das ist ihre Welt. Die 55-Jährige hat zu Beginn des Jahres die Stelle der Münsterbaumeisterin in Ulm mit dem höchsten Kirchturm der Welt (161,53 Meter) übernommen.

Eine Aufgabe mit großer Verantwortung und Bekanntheit über die Stadt hinaus. Vormann ist der planerische Kopf des Ulmer Münsters und koordiniert die Arbeiten der Steinmetze. Eine Aufgabe ohne Ende. "Ist man einmal rundherum, sind 100 Jahre vorbei", beschreibt Vormann die andauernde Instandhaltung des Kirchenbaus. Die Architektin und studierte Denkmalpflegerin setzte sich gegen mehr als 20 Bewerber für die begehrte Position durch. "Das ist eine Stelle, da musst du dich einfach bewerben", sagt Vormann. Sie kommt aus dem bayerischen Bamberg nach Ulm. Auch bei der evangelischen Gemeinde in Franken hat sie Kirchengebäude saniert, so etwa den Bamberger Dom.

Ulmer Münster: Heidi Vormann bringt neuen Blick auf die Dinge

Durch den Tod des langjährigen Münsterbaumeisters Michael Hilbert im vorigen Jahr war die Stelle vakant geworden. Als die Entscheidung durch das Ulmer Kirchengremium im November auf Vormann fiel, ließ sie keine Zeit verstreichen und verlegte ihren für April geplanten Start vor. Zu Beginn des Jahres stünden zahlreiche langfristige Entscheidungen an. "Da wollte ich bereits dabei sein", begründet Vormann das. Bei der Münstergemeinde kam das gut an. "Je früher sie da ist, desto besser", sagt Dekan Ernst-Wilhelm Gohl. Und der erste Eindruck von der neuen Münsterbaumeisterin sei "ausgezeichnet". Heidi Vormann bringe einen neuen Blick auf die Dinge, sagt Gohl. "Das tut uns gut."

Bedroht der Klimawandel das Münster in Ulm?

Mit der Rolle der Münsterbaumeisterin als Botschafterin des Münsters in der Stadt hadert Vormann dagegen noch. Diese Rolle werde hochstilisiert, sagt sie. Die wahren Baumeister seien diejenigen gewesen, die die Kirchenschiffe des Münsters erweitert hätten. "Aber ich erschaffe ja nichts, ich halte das Bauwerk instand." Für das Gestalten habe sie immer noch ihr eigenes Architekturbüro.

Doch auch mit der Aufgabe als Münsterbaumeisterin hat sie bereits gut zu tun. So macht ihr etwa der Klimawandel Sorge. Die Steine des stets dem Wetter ausgesetzten Münsters müssten inzwischen in immer kürzeren Abständen gewechselt werden, sagt Vormann. Der hohe Wasseranteil des Gebäudes aus Sand- und Kalkstein wird ihm so zum Verhängnis. Allein das Kartieren aller Steine, die ausgewechselt werden müssen, dauere zwischen vier bis fünf Jahren.

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Eine solch große Aufgabe schafft Demut. "Das Münster ist das Wichtige, nicht ich", sagt Vormann dazu und beugt sich wieder über ihre Pläne. Es muss schließlich weitergehen.

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