Kemptener Stadtrat

Emotionaler Abschied und ein Ständchen: Dieter Zacherle (Freie Wähler) hört auf

Er singt zum Abschied leise Servus: Dieter Zacherle hört nach 48 Jahren im Stadtrat auf.

Er singt zum Abschied leise Servus: Dieter Zacherle hört nach 48 Jahren im Stadtrat auf.

Bild: Aimée Jajes

Er singt zum Abschied leise Servus: Dieter Zacherle hört nach 48 Jahren im Stadtrat auf.

Bild: Aimée Jajes

Nach 48 Jahren im Stadtrat hört er auf: Der Kemptener Kommunalpolitiker Dieter Zacherle singt beim Politischen Aschermittwoch der Freien Wähler erst gegen die Seilbahn – dann zum Abschied. So hat sich das angehört:
27.02.2020 | Stand: 15:05 Uhr

Zu Beginn appellierte Landtagsvizepräsident Alexander Hold an die etwa 90 Besucher: Es lohne sich, bis zum Schluss zu bleiben. In der Tat nahm der politische Aschermittwoch der Kemptener und Oberallgäuer Freien Wähler zum Ende hin Fahrt auf. Ganz zum Schluss wurde es gar emotional.

Der scheidende Kemptener Stadtrat Dieter Zacherle sang zunächst im Duett mit seiner Frau Annemarie gegen die Stadtseilbahnpläne der CSU und Oberbürgermeister Thomas Kiechle, dann mit dem Publikum auf „La Cucaracha“: „Mir woll’n koi Seilbahn, mir woll’n koi Seilbahn, Thomas, lass doch diesen Krampf.“

Ganz zum Schluss erhob der 79-Jährige noch einmal seine Stimme. Er dichtete Udo Jürgens’ Hit „Mit 66 Jahren“ um und verabschiedete sich von seinen Weggefährten: „Nach 48 Jahren hör’ ich im Stadtrat auf. Nach 48 Jahren ist nun endgültig Schluss.“ Das sichtlich gerührte Publikum stand auf und bedankte sich mit lang anhaltendem Applaus.

Zuvor hatte Kabarettistin Johanna Hofbauer von einem mehr oder weniger missglückten Klassentreffen berichtet. Die Kemptener und Oberallgäuer Freien Wähler schließlich teilten in unterschiedlicher Besetzung gegen die anderen Parteien aus. Aber auch gegen die eigenen Leute: Als „Drei Engel für Charlie“ traten Kemptens Bürgermeisterin Sibylle Knott, Annette Hauser-Felberbaum und Sarah Lechner-Häckelsmiller auf. Hold zum Beispiel bezeichneten sie als „ganz gewaltiges Alpha-Tierchen“.

Franz Josef Natterer-Babych (ÖDP) habe für seinen Haustür-Wahlkampf reichlich geübt, sagte Stefan Keppeler: „Was glaubst du, bei wie vielen Parteien der angeklopft hat, bis ihn endlich jemand als OB-Kandidat genommen hat?“ Hugo Wirthensohn, Vorsitzender des Oberallgäuer Kreisverbands, stichelte gegen den Landratskandidaten Alfons Hörmann: „Die CSU kommt mit ihrem letzten Aufgebot, um zu retten, was nicht mehr zu retten ist.“ Hörmann war mehrfach Zielscheibe des Spotts: „Der hat einen Geheimplan: Wenn er Landrat wird, würde er das Oberallgäu von der Sonnenalp aus regieren“, sagte Klaus Knott in einem Sketch.

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Zacherle indes wird die Kemptener Stadtpolitik weiter im Blick behalten: „Ich schau’ euch auf die Finger“, sang er. „Und läuft mal etwas schief, dann werde ich mich melden, vielleicht per Leserbrief.“