Kirche und Corona

Erzdiözese München und Freising stellt Haushalt vor

Wie ist das größte Bistum Bayerns finanziell durch die Corona-Pandemie gekommen?

Wie ist das größte Bistum Bayerns finanziell durch die Corona-Pandemie gekommen?

Bild: Werner Baum, dpa (Symbolbild)

Wie ist das größte Bistum Bayerns finanziell durch die Corona-Pandemie gekommen?

Bild: Werner Baum, dpa (Symbolbild)

Die Corona-Krise geht auch an der Kirche nicht spurlos vorbei. Jetzt will das größte Bistum Bayerns bekanntgeben, wie es bislang durch die Pandemie gekommen ist.
##alternative##
dpa
08.07.2021 | Stand: 10:14 Uhr

Eine nicht abebbende Kirchenaustrittswelle und die Corona-Krise bedeuten große Herausforderungen für die katholische Kirche in Bayern. Die Bistümer rechnen mit deutlich weniger Einnahmen und müssen sparen. Wie es in Bayerns größtem Bistum, dem Erzbistum München und Freising, konkret aussieht, will Generalvikar Christoph Klingan am Donnerstag in München bekanntgeben.

Dann stellt das Bistum den Jahresabschluss 2020 und den Haushalt für das laufende Jahr vor. Das Erzbistum gilt als eines der reichsten in Deutschland, hat aber - wie alle anderen Diözesen auch - mit den Auswirkungen der Corona-Krise zu kämpfen, weil diese auch ein Minus an Kirchensteuern bedeutet.

Kirchensteuereinnahmen im Bistum Augsburg deutlich gesunken

Im Bistum Augsburg gingen die Einnahmen aus Kirchensteuern im vergangenen Jahr auf 362,5 Millionen Euro zurück. Das waren knapp 20 Millionen weniger als 2019. "Ein deutlicher Rückgang war vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie zu erwarten gewesen, zumal die Höhe des allgemein gesunkenen Einkommensteueraufkommens, von dem die Kirchensteuer direkt abhängt, die Finanzierung des Wirkens des Bistums ausschlaggebend erschwert", teilte das Bistum Anfang des Monats mit. Die Einnahmen aus Kirchensteuern machten 86,2 Prozent der Einnahmen der Diözese aus.

Die Zuschüsse des Bistums an Kirchenstiftungen und andere kirchliche Einrichtungen sanken deutlich von 209,4 Millionen Euro im Jahr 2019 auf 173,5 Millionen im vergangenen Jahr.

Finanzdirektor: Besser durch die Krise gekommen als befürchtet

"Wir sind besser durch das Corona-Jahr 2020 gekommen, als zu befürchten war", sagte Finanzdirektor Jérôme-Oliver Quella. "Auch nach dem vorläufigen Blick auf das erste Halbjahr 2021 können wir sagen, dass wir im Plan sind."

Lesen Sie auch
##alternative##
Katholische Kirche

"Kirche an totem Punkt": Kardinal Marx bietet Papst seinen Rücktritt an

Die Corona-Krise hat die katholische Kirche in Bayern im vergangenen Jahr schon mehr als 100 Millionen Euro gekostet. Allein das Erzbistum München und Freising rechnete mit einem Minus von bis zu 32 Millionen Euro bei Einnahmen aus der Kirchensteuer.

Kurzarbeit wirkt sich auf Kirchensteuer aus

Die Einnahmen aus Kirchensteuern sinken vor allem deshalb, weil in der Corona-Krise mehr Menschen in Kurzarbeit gegangen oder sogar arbeitslos geworden sind und deshalb keine Kirchensteuer mehr zahlen.

Damit ergab sich für 2020 ein erwartetes negatives Jahresergebnis von mehr als 40 Millionen Euro. Er könne sich nicht daran erinnern, jemals ein negatives Ergebnis ausweisen zu müssen, sagte der Finanzchef des Bistums, Markus Reif, im vergangenen Jahr. 2019 hatte das Bistum mit Kirchensteuern noch rund 665 Millionen Euro verdient.

Lesen Sie auch: Diese sakralen Schätze tragen Kaufbeurer Geschichte in sich