Corona-Krise

Experte: Keine große Verbesserung durch FFP2-Pflicht zu erwarten

Eine Frau mit FFP2-Maske wartet in einer U-Bahnstation auf die Bahn. In Bayern gilt vom kommenden Montag an eine Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken im öffentlichen Nahverkehr und im Einzelhandel.

Eine Frau mit FFP2-Maske wartet in einer U-Bahnstation auf die Bahn. In Bayern gilt vom kommenden Montag an eine Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken im öffentlichen Nahverkehr und im Einzelhandel.

Bild: picture alliance/dpa | Sven Hoppe

Eine Frau mit FFP2-Maske wartet in einer U-Bahnstation auf die Bahn. In Bayern gilt vom kommenden Montag an eine Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken im öffentlichen Nahverkehr und im Einzelhandel.

Bild: picture alliance/dpa | Sven Hoppe

Die Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken in ÖPNV und Einzelhandel wird die Infektionslage in Bayern laut eines Hygieneexperten nicht merklich verbessern.
Eine Frau mit FFP2-Maske wartet in einer U-Bahnstation auf die Bahn. In Bayern gilt vom kommenden Montag an eine Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken im öffentlichen Nahverkehr und im Einzelhandel.
dpa
13.01.2021 | Stand: 05:31 Uhr

"Ich glaube nicht, dass das einen großen Unterschied macht", sagte Johannes Knobloch, Leiter des Bereichs Krankenhaushygiene am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, der Deutschen Presse-Agentur. "Im schlimmsten Fall kann sich die Lage sogar verschlechtern, weil sich die Leute geschützter fühlen und weniger vorsichtig sind."

Es bedürfe bei einer FFP2-Maske großer Expertise, sie komme aus dem Arbeitsschutz und sei nicht für Laien gedacht. "Wenn sie nicht absolut dicht aufgesetzt wird, wirkt sie nicht besser als eine einfache Einwegmaske", so Knobloch.

Lesen Sie auch: Fragen und Antworten zur FFP2-Maske: Darf ich eine FFP2-Maske wiederverwenden?

Der Atemwiderstand sei bei den dichteren FFP2-Masken größer als bei den einfachen Kunststoff- oder selbstgenähten Stoffmasken. "Durch eine Stoffmaske atme ich immer zumindest zum Teil hindurch, aber wenn bei einer FFP2-Maske irgendwo am Gesicht eine kleine Lücke bleibt, geht fast alle Luft dort hindurch - und mit ihr das Virus."

Unklar sei vielen Menschen auch, dass sich Bartträger eine FFP2-Maske nicht dicht aufsetzen können, erklärte Knobloch. "Sie ist bei Männern nur mit glattrasierter Haut zu tragen." Schon beginnender Bartwuchs könne ein Problem darstellen, weil sich ein Abstand zwischen Haut und Maske bilde, durch die Luft ungefiltert ein- und ausströme.

"Bei einer FFP2-Pflicht dürften Bartträger in Läden und öffentlichen Verkehrsmitteln also eigentlich nicht zugelassen werden." Die Maßnahme sei vielleicht gut gemeint, letztlich helfe aber in der Corona-Krise nur eines wirklich gut: zuhause bleiben.

In Bayern gilt vom kommenden Montag (18. Januar) an eine Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken im öffentlichen Nahverkehr und im Einzelhandel.