Corona-Pandemie

Familiengericht kippt Maskenpflicht für einen Weilheimer Schüler

In Weilheim hat eine Familienrichterin ein Schulkind von der Maskenpflicht befreit. Das Kultusministerium spricht von einer Einzelfallentscheidung (Symbolbild).

In Weilheim hat eine Familienrichterin ein Schulkind von der Maskenpflicht befreit. Das Kultusministerium spricht von einer Einzelfallentscheidung (Symbolbild).

Bild: Matthias Balk, dpa (Symbolbild)

In Weilheim hat eine Familienrichterin ein Schulkind von der Maskenpflicht befreit. Das Kultusministerium spricht von einer Einzelfallentscheidung (Symbolbild).

Bild: Matthias Balk, dpa (Symbolbild)

In Weilheim hat eine Familienrichterin ein Schulkind von der Maskenpflicht befreit. Das Kultusministerium spricht von einer Einzelfallentscheidung.
14.04.2021 | Stand: 10:17 Uhr

Ein Familiengericht im oberbayerischen Weilheim hat ein Kind von der Maskenpflicht in seiner Schule befreit. In dem Beschluss ordnete das Gericht am Dienstag an, dass die Schulleitung dem Kind nicht mehr das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung auf dem Schulgelände vorschreiben darf. Wie eine Sprecherin des Gerichtes mitteilte, gelte die Entscheidung allerdings nur für diesen Einzelfall (Az. 2 F 192/21).

Auch das Kultusministerium wies darauf hin, dass es sich um eine familiengerichtliche Einzelentscheidung handelt. Der Beschluss habe keine Auswirkungen auf bestehende Infektionsschutzmaßnahmen an den Schulen im Freistaat. Die Regelungen seien auch vom Bayerischen Verwaltungsgerichtshof in ständiger Rechtsprechung als rechtmäßig eingestuft worden. Maßnahmen wie etwa die Maskenpflicht würden deshalb für alle Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler unverändert gelten.

Geklagt hatten in Weilheim die Eltern des Kindes. Das Verfahren wurde vor einer Familienrichterin geführt, die über eine mögliche Kindeswohlgefährdung durch die Masken zu entscheiden hatte. Dies sah das Gericht durch die an der Realschule geltenden Corona-Vorschriften als gegeben an. Das Kind hatte demnach in einer persönlichen Anhörung erklärt, dass es, wenn es die Maske über einen längeren Zeitraum tragen müsse, unter Kopfschmerzen und Übelkeit leide. Im vergangenen Jahr habe die Mutter ihr Kind wegen der Beschwerden teilweise mehrmals wöchentlich von der Schule abholen müssen, hieß es.

Die Richterin bezog sich auch auf Professor Christof Kuhbandner von der Universität Regensburg. Der Psychologe hatte bereits in der Vergangenheit auf mögliche negative Nebenwirkungen für Schüler hingewiesen.

Gericht: Kind darf nicht in der Schule isoliert werden

Das Amtsgericht Weilheim entschied auch, dass das Kind an der Realschule nun wegen des Urteils nicht in der Klasse isoliert werden dürfe. Grundsätzlich wird durch die Gerichtsentscheidung aber nicht die entsprechende Verordnung gekippt. Denn für eine solche rechtliche Überprüfung wäre nicht das Amtsgericht zuständig, sondern die Verwaltungsgerichte.

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Auch im thüringischen Weimar hatte das Familiengericht bereits gegen die Maskenpflicht an zwei Schulen entschieden. Das Thüringer Bildungsministerium hatte daraufhin "gravierende verfahrensrechtliche Zweifel" an der Entscheidung angemeldet. Die AfD im bayerischen Landtag forderte hingegen die Staatsregierung in München auf, die Verordnungen zu ändern, weil sich diese "längst als unsinnig und schädlich erwiesen" hätten.

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