Bodensee-Airport in Friedrichshafen

Flughafen Friedrichshafen sucht Rettung im Schutzschirmverfahren

Ein Flugzeug der Regionalfluggesellschaft People's Viennaline startet vom Bodensee-Airport in Friedrichshafen aus. Der Flughafen sucht angesichts wirtschaftlicher Probleme durch die Corona-Pandemie Rettung in einem Schutzschirmverfahren.

Ein Flugzeug der Regionalfluggesellschaft People's Viennaline startet vom Bodensee-Airport in Friedrichshafen aus. Der Flughafen sucht angesichts wirtschaftlicher Probleme durch die Corona-Pandemie Rettung in einem Schutzschirmverfahren.

Bild: Felix Kästle, dpa (Archivbild)

Ein Flugzeug der Regionalfluggesellschaft People's Viennaline startet vom Bodensee-Airport in Friedrichshafen aus. Der Flughafen sucht angesichts wirtschaftlicher Probleme durch die Corona-Pandemie Rettung in einem Schutzschirmverfahren.

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Als kleiner Regionalflughafen hat es der Bodensee-Airport in der Corona-Krise nicht leicht. Der zweite Lockdown gibt ihm nun den Rest.
Ein Flugzeug der Regionalfluggesellschaft People's Viennaline startet vom Bodensee-Airport in Friedrichshafen aus. Der Flughafen sucht angesichts wirtschaftlicher Probleme durch die Corona-Pandemie Rettung in einem Schutzschirmverfahren.
dpa
05.02.2021 | Stand: 17:35 Uhr

Der Flughafen Friedrichshafen sucht angesichts wirtschaftlicher Probleme durch die Corona-Pandemie Rettung in einem Schutzschirmverfahren. Einen entsprechenden Antrag habe das Amtsgericht Ravensburg bewilligt, teilte der Bodensee-Airport am Freitag mit. Der Betrieb des Flughafens sei auch während des Verfahrens sichergestellt. Arbeitsplätze sollen auch im Rahmen einer Umstrukturierung erhalten bleiben.

Besonderheit im deutschen Insolvenzrecht

Ein Schutzschirmverfahren ist eine Besonderheit im deutschen Insolvenzrecht. Das Verfahren kann in Eigenverwaltung durchgeführt werden. "Man bleibt steuerungsfähig, das Geschäft kann also ganz normal weitergehen und die Leute bekommen ihre Gehälter", erklärte ein Flughafensprecher. Voraussetzung ist die grundsätzliche Aussicht auf eine Sanierung des Betriebes.

Der Schritt sei trotz großer Unterstützung aus der Politik und Wirtschaft notwendig geworden, erklärte der Flughafen. "Aufgrund der zweiten Coronawelle und den damit verbundenen Einschränkungen findet Flugverkehr, anders als noch im September 2020 erwartet, kaum statt." Auch mit der begonnenen Impfungen sei bis weit ins Jahr 2021 keine wesentliche Verbesserung zu erwarten.

Minus von 80 Prozent bei Erlösen erwartet

Für das abgelaufene Geschäftsjahr hatte Geschäftsführer Claus-Dieter Wehr ein Minus von mindestens 80 Prozent bei den Erlösen erwartet, die 2019 bei 9,5 Millionen Euro gelegen hatten. Die Umsatzzahlen für 2020 sollen Ende März veröffentlicht werden. Rund 1,9 Millionen Euro gab es laut dem Sprecher schon als Corona-Hilfe von der Stadt Friedrichshafen und dem Bodenseekreis. Die beiden größten Gesellschafter des Airports hatten sich für den Erhalt ausgesprochen, weil die Region von ihm profitiere.

Liquiditätsprobleme habe der Flughafen momentan nicht, sagte der Sprecher. "Wir haben so viel in der Kasse, dass wir alles bis Ende des Jahres begleichen können." Nun müsse die Finanzstruktur auf gesunde Beine gestellt werden. "Wir müssen dem Gericht darlegen, wie es in Zukunft weitergehen soll." Daran werde man in den nächsten drei Monaten arbeiten.

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