Prozess

Gülle-Tod von Bäuerin: Ehemann in Augsburg wegen Totschlags verurteilt

Ein Angeklagter (M.) sitzt neben seiner Anwältin Martina Sulzberger (r.) in einen Gerichtssaal des Strafjustizzentrums in Augsburg. Der Bauer aus Nordschwaben soll seine Ehefrau bewusstlos geschlagen und sie dann mit Gülle übergossen haben soll, bis sie erstickte. Nun verkündete das Gericht das Urteil.

Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Ein Angeklagter (M.) sitzt neben seiner Anwältin Martina Sulzberger (r.) in einen Gerichtssaal des Strafjustizzentrums in Augsburg. Der Bauer aus Nordschwaben soll seine Ehefrau bewusstlos geschlagen und sie dann mit Gülle übergossen haben soll, bis sie erstickte. Nun verkündete das Gericht das Urteil.

Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Nach dem Gülle-Tod einer Bäuerin in Nordschwaben verkündete das Augsburger Landgericht das Urteil im Prozess gegen den Ehemann. Er wurde schuldig gesprochen.

dpa
20.05.2020 | Stand: 15:41 Uhr

Die Staatsanwaltschaft hat für den Mann eine 13 Jahre und 6 Monate lange Gefängnisstrafe wegen Totschlags gefordert, weil der Mann seine Partnerin niedergeschlagen und ihr dann Gülle ins Gesicht gekippt haben soll. Das Augsburger Landgericht sprach den 55-jährigen Angeklagten schuldig. Er wurde am Nachmittag wegen Totschlags zu einer Gefängnisstrafe von 13 Jahren und sechs Monaten verurteilt. Die Strafkammer war überzeugt, dass der 55 Jahre alte Angeklagte seiner Partnerin Fäkalien eingeflößt hat, bis die Frau erstickte.

Verteidiger sprechen von Unfall

Die Verteidiger des angeklagten Deutschen haben die Vorwürfe als reine Spekulation zurückgewiesen und einen Freispruch verlangt. Ihrer Ansicht nach ist die 51 Jahre alte Landwirtin aus Wallerstein (Landkreis Donau-Ries) selbst in die Güllegrube ihres Hofs gestiegen und dort in die Gülle gestürzt. Anschließend habe sie sich selbst noch aus der Grube geschleppt und sei dann gestorben.

Ihr 55 Jahre alter Ehemann hatte in seinem letzten Wort vor dem Urteil erklärt, dass er seit September 2018 unschuldig in Untersuchungshaft sei. "Ich habe meine Frau nicht umgebracht, es war ein Unfall", beteuerte der Landwirt. Er wisse gar nicht, warum er im Gerichtssaal sitze.

Kein Zweifel an Gewaltverbrechen

Die Richter folgten der Unfallthese nicht. Die Kammer habe «keine Zweifel», dass die 51-Jährige einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen sei, sagte die Vorsitzende Richterin Susanne Riedel-Mitterwieser. «Für uns steht ihre Täterschaft fest», sagte sie zu dem 55 Jahre alten Deutschen. Die Verteidigung kündigte an, voraussichtlich einen Revisionsantrag beim Bundesgerichtshof stellen zu wollen.