Tierseuche in Bayern

Geflügelpest erreicht Bayern - mehrere infizierte Wildenten

Die Geflügelpest hat nun auch Bayern erreicht. Bekannt ist die Tierseuche auch unter dem Namen Vogelgrippe.

Die Geflügelpest hat nun auch Bayern erreicht. Bekannt ist die Tierseuche auch unter dem Namen Vogelgrippe.

Bild: Patrick Pleul, dpa (Symbolbild)

Die Geflügelpest hat nun auch Bayern erreicht. Bekannt ist die Tierseuche auch unter dem Namen Vogelgrippe.

Bild: Patrick Pleul, dpa (Symbolbild)

Die Geflügelpest breitet sich weiter aus. Nun tauchte der Erreger auch in Bayern auf. Geflügelhalter sollen vorsichtig sein.
Die Geflügelpest hat nun auch Bayern erreicht. Bekannt ist die Tierseuche auch unter dem Namen Vogelgrippe.
dpa
20.11.2020 | Stand: 17:01 Uhr

Nun ist es amtlich: Die Geflügelpest hat in diesem Herbst erstmals Bayern erreicht. Bei mehreren Wildenten im Landkreis Passau ist die Tierseuche nachgewiesen worden, teilte das Umweltministerium am Freitag in München mit. Im Landkreis Rottal-Inn und in weiten Teilen des Landkreises Passau gelte Stallpflicht für Geflügel.

"Die Agrarmärkte beim Geflügel liegen wegen der Corona-Krise ohnehin schon am Boden", sagte Markus Drexler vom Bayerischen Bauernverband. Im Sommer sei die Nachfrage an Geflügel infolge der abgesagten Volksfeste stark eingebrochen. Auch mit Bestellungen vor den anstehenden Feiertagen hielten sich bisher viele zurück - aus Unsicherheit, ob sie Weihnachten dieses Jahr überhaupt wie gewohnt feiern können. "Und die Geflügelpest, das ist jetzt die nächste Hiobsbotschaft."

Geflügelpest in Bayern: Seit Ende Oktober in Deutschland

Die Stockenten wurden im Rahmen des bayerischen Wildtiermonitorings bei Bad Füssing getötet und untersucht. "Bei zehn Tieren wurde der Erreger H5N8 nachgewiesen", berichtete Annika Nottensteiner, Geschäftsführerin des Landesverbands der Bayerischen Geflügelwirtschaft. "Wir haben eigentlich die ganze Zeit nur darauf gewartet, bis bei uns der erste Fall auftaucht."

Die Geflügelpest tritt seit Ende Oktober verstärkt in Deutschland auf. Der erste Fall in einer Nutztierhaltung in diesem Herbst wurde in einer kleinen Hühnerhaltung auf der nordfriesischen Hallig Oland (Schleswig-Holstein) nachgewiesen. Zuvor war der Erreger H5N8 bei mehreren Wildvögeln in Norddeutschland aufgetreten.

Nach den ersten bestätigten Fällen in Bayern rechnet der Landesverband der Bayerischen Geflügelwirtschaft auch hier mit einem größeren Ausbruch. "Ich denke, das wird bei weitem nicht der letzte Fall in Bayern sein", meinte Nottensteiner. Stockenten hätten keine festen Rastplätze. "Wer weiß, wo die schon überall rumgeschwirrt sind."

Stallpflicht soll helfen - Herausforderung für Tierhalter

Die Stallpflicht für Haus- und Nutzgeflügel in der betroffenen Region soll vor einer weiteren Ausbreitung schützen. Sie gilt sowohl für gewerbsmäßige Geflügelhalter als auch für Privatpersonen, die Geflügel halten oder züchten. "Jeder direkte oder indirekte Kontakt zwischen Wildvögeln und Nutzgeflügel muss vermieden werden", betonte Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (CSU). Außerdem wolle der Freistaat das Wildvogelmonitoring verstärken.

"Je schneller und konsequenter alle die nötigen Maßnahmen umsetzten, desto einfacher können wir die Geflügelpest eindämmen", erklärte Landrat Raimund Kneidinger (CSU). "Natürlich bringt diese Stallpflicht große Herausforderungen für Tierhalter mit sich, ist aber das wirksamste Mittel, um eine Ausbreitung der Geflügelpest auf die Nutztierbestände zu verhindern." Die Allgemeinverfügung soll ab nächster Woche gelten.

Die Infektionskrankheit, die auch Vogelgrippe genannt wird, kommt vor allem bei Wasservögeln und anderen Vögeln vor. Bei Hühnern und Puten werden die höchsten Erkrankungs- und Sterberaten beobachtet - teilweise bis zu 100 Prozent.

Bei intensivem Kontakt können sich auch Menschen anstecken. Bei dem Erreger H5N8 sei in Deutschland bisher aber keine Infektion bekannt, betonte eine Sprecherin des Friedrich-Löffler-Instituts. Die Geflügelpest ist eine anzeigepflichtige Tierseuche und wird daher staatlich bekämpft.

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