Todestag König Ludwig II.

Geheimbund der "Guglmänner" fordert: Kini soll in Kampenwand gemeiselt werden

The carved stone face of George Washington gazes from Mount Rushmore National Monument in South Dakota, USA, 12 August 2010. The massive carving, the largest in the world, was completed in 1941 to represent the first 150 years of the great experiment in democracy that is America. The US president carved into Mt. Rushmore are from L to R: George Washington, Thomas Jefferson, Theodore Roosevelt and Abraham LIncoln. EPA/MIKE NELSON  +++(c) dpa - Bildfunk+++ |

Die Guglmänner wollen nach dem amerikanischen Vorbild König Ludwig II. in Stein meiseln. Das Anlitz des Königs wäre ihrer Meinung nach an der Kampenwand am besten aufgehoben.

Bild: Mike Nelson/dpa (Symbol)

Die Guglmänner wollen nach dem amerikanischen Vorbild König Ludwig II. in Stein meiseln. Das Anlitz des Königs wäre ihrer Meinung nach an der Kampenwand am besten aufgehoben.

Bild: Mike Nelson/dpa (Symbol)

Zum 134. Todestag von König Ludwig II. fordern die Guglmänner: Kini soll in die Kampenwand verewigt werden. Es ist nicht ihr erster Vorschlag dieser Art.

14.06.2020 | Stand: 07:26 Uhr

Sie tragen schwarze Kutten und sehen sich als Hüter der Monarchie: Der bayerische Geheimbund der Guglmänner sorgt immer wieder mit skurrilen Aktionen für Aufmerksamkeit. Pünktlich zum 134. Todestag von König Ludwig II. fordern die Guglmänner nun von Ministerpräsident Söder: Der Märchenkönig soll ein Monument aus Stein bekommen. Und das nicht irgendwo - sondern in die Kampenwand bei Chiemgau. So könnte der verstorbene bayerische König auf ewig auf sein Schloss Herrenchiemsee und ganz Bayern hinunterblicken.

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Wird die Kampenwand nun der bayerische Mount Rushmore nach dem Vorbild in den USA, wo vier Präsidentenköpfe in Stein gemeistelt sind? Wenn es nach den Guglmännern ginge, dann auf jeden Fall. "Das Ludwigsmonument darf nicht vergleichbar sein mit den Standbildern gewöhnlicher Monarchen, es muss unübertreffbare Größe ausstrahlen - wie die Sphinx", zitiert die Süddeutsche Zeitung aus dem Schreiben an Söder.

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Mallorca als bayerischer Regierungsbezirk

Es ist nicht das erste Mal, dass sich der Geheimbund an die Regierung wendet. Bereits 2001 forderten die Guglmänner vom damaligen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber eine Umgestaltung der Euro-Münzen. Anstatt des preußischen Adlers solle ein Porträt von König Ludwig die Münzen zieren. "Für Bayern wird der preußische Adler niemals ein Identifikationssymbol sein", heißt es in einem offenen Brief. 2011 forderten sie einen Lehrstuhl für Ludwigologie an der Ludwig-Maximilian-Universität in München. 2017 trumpfte der Bund mit einer anderen Idee auf. Söder solle die Ferieninsel Mallorca kaufen und zum achten Regierungsbezirk des Freistaates Bayern machen. Söder, der sich passenderweise zu diesem Zeitpunkt auf Mallorca-Urlaub befand kommentierte gegenüber dem Münchner Merkur: "Wir kaufen heute keine Inseln mehr, sondern investieren lieber in Bayern".

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Wer sind die Guglmänner?

Doch woher kommen die Guglmänner und was bedeutet ihr Name? Der Name Guglmänner bezeichnete ursprünglich die Begleiter eines Trauerzugs. Der Begriff stammt aus dem 14. Jahrhundert, als sich Büßer von Kopf bis Fuß in ein schwarzes Gewand, das sogenannte Gugl, hüllten. Nur die Augen blieben frei. Die Verhüllung geht auf ein Verbot des Papstes zurück, der öffentliche Buße untersagte. "Media in vita in morte sumus" lautet der Leitspruch des bayerischen Geheimbundes - "Inmitten des Lebens sind wir vom Tode umfangen". Die Guglmänner sind der Auffassung, dass König Ludwig II. vom preußischen Geheimdienst ermordert wurde. Anhänger sehen es als ihre Aufgabe an, immer wieder daran zu erinnern und die Theorie zu verbreiten.