Bundestagswahl

Grüne Tupfer für die Bayern-Karte? Spannende Rennen um Direktmandate

Thomas von Sarnowski, Landesvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen Bayern, spricht beim Kleinen Online-Parteitag der bayerischen Grünen im Juli 2021.

Thomas von Sarnowski, Landesvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen Bayern, spricht beim Kleinen Online-Parteitag der bayerischen Grünen im Juli 2021.

Bild: Felix Hörhager, dpa (Archivbild)

Thomas von Sarnowski, Landesvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen Bayern, spricht beim Kleinen Online-Parteitag der bayerischen Grünen im Juli 2021.

Bild: Felix Hörhager, dpa (Archivbild)

Es wäre das erste Mal in der Geschichte der Partei: Bei der anstehenden Bundestagswahl hoffen die bayerischen Grünen darauf, der CSU Direktmandate abzujagen.
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dpa
17.08.2021 | Stand: 07:09 Uhr

CSU-Direktkandidaten hatten es jahrelang ziemlich komfortabel. Jedenfalls bei den jüngsten Bundestagswahlen mussten sie sich keine allzu großen Sorgen machen - sie hatten ihr Ticket nach Berlin quasi sicher. Bei den vergangenen drei Wahlen holte die CSU in Bayern sämtliche Direktmandate. Die SPD, die 2005 noch einen Wahlkreis direkt erobert hatte, bei Wahlen zuvor zum Teil auch mehrere, konnte seither keine solchen direkten Kämpfe mehr gewinnen.

Diesmal müssen gleich mehrere CSU-Direktkandidaten zittern: Vor allem in München machen sich die Grünen größte Hoffnungen, der CSU eines oder mehrere Direktmandate abzujagen. Ob das gelingt, ist offen, doch die Chancen scheinen nicht schlecht. Und auch andernorts im Freistaat könnte es am 26. September vereinzelt ziemlich enge Rennen geben.

Grünen hoffen auch in Augsburg auf Direktmandate

Die größten Chancen rechnen sich die Grünen im Wahlkreis München West/Mitte aus: Dort tritt der Wirtschaftsexperte Dieter Janecek gegen den CSU-Mann Stephan Pilsinger an - beide sitzen schon im Bundestag. Zudem hoffen die Grünen auf die stellvertretende Bundesvorsitzende Jamila Schäfer, die im Wahlkreis München Süd das Direktmandat holen will, das derzeit CSU-Mann Michael Kuffer hält.

Aber auch in Augsburg oder Nürnberg hoffen die Grünen erstmals auf Direktmandate - auch wenn die Chancen dort etwas schlechter scheinen.

Es sind also vor allem die Großstädte, in denen die Grünen auf Erfolge hoffen - wie schon bei der Landtagswahl vor drei Jahren. Da eroberten die Grünen in München fünf von neun Direktmandaten. Die Landeshauptstadt gilt deshalb als Sorgenkind der Christsozialen.

CSU hält dagegen

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"Wir haben bei der Landtagswahl gezeigt, dass wir auch in Bayern Direktmandate gewinnen können", sagt Grünen-Landeschef Thomas von Sarnowski. "Das wollen wir bei der Bundestagswahl wiederholen."

CSU-Generalsekretär Markus Blume freilich hält dagegen. "Wir haben das klare Ziel, wieder sämtliche Direktmandate zu gewinnen", sagt er. "Und wir sind sehr zuversichtlich, dass wir das auch schaffen."

Mancherorts hilft der CSU der Zuschnitt der Bundestagswahlkreise. In Würzburg etwa hatten die Grünen ein Landtagsmandat direkt gewonnen. Bei der Bundestagswahl gehört zu dem Wahlkreis aber nicht nur die Stadt Würzburg, sondern auch der Landkreis Würzburg - wo sich die Partei schon wieder einiges schwerer tut als in der Stadt selbst.

SPD-Trend könnte Grüne Erststimmen kosten

Ganz grundsätzlich sah es für die Grünen und deren Direktkandidaten zeitweise besonders gut aus, als die Partei kurz nach der Kür von Annalena Baerbock zur Kanzlerkandidatin im April in Umfragen bundesweit nach oben geschnellt war. Solch einen Sog bräuchte es auch im Kampf um die Direktmandate - doch der Höhenflug ist vorbei. Hinzu kommt: Sollte der SPD-Trend in den Umfragen weiter nach oben zeigen, könnte das die Grünen Ende September Erststimmen kosten - mit dem Ergebnis, dass dann eben doch die CSU-Kandidaten wieder obsiegen.

Wer am Ende wo die Nase vorn hat, wird sich aber erst am 26. September zeigen - manche Rennen bleiben spannend bis zum Schluss.

(Autor: Christoph Trost)