Corona-Pandemie in Bayern

Heftige Kritik nach erneutem Corona-Ausbruch in bayerischem Ankerzentrum - Neuer Fall in Oberfranken

In einem Ankerzentrum in Bamberg haben sich 75 Bewohner mit dem Coronavirus infiziert. Der Bayerische Flüchtlingsrat krisiert den Infektionsschutz in den Massenunterkünften. (Symbolbild)

In einem Ankerzentrum in Bamberg haben sich 75 Bewohner mit dem Coronavirus infiziert. Der Bayerische Flüchtlingsrat krisiert den Infektionsschutz in den Massenunterkünften. (Symbolbild)

Bild: Daniel Karmann, dpa (Symbolbild)

In einem Ankerzentrum in Bamberg haben sich 75 Bewohner mit dem Coronavirus infiziert. Der Bayerische Flüchtlingsrat krisiert den Infektionsschutz in den Massenunterkünften. (Symbolbild)

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In einem Ankerzentrum in Bamberg kam es zu einem Corona-Ausbruch. Das Virus verbreitet sich rasant. Der Bayerische Flüchtlingsrat kritisiert die Unterbringung.
In einem Ankerzentrum in Bamberg haben sich 75 Bewohner mit dem Coronavirus infiziert. Der Bayerische Flüchtlingsrat krisiert den Infektionsschutz in den Massenunterkünften. (Symbolbild)
dpa
03.02.2021 | Stand: 08:40 Uhr

Kaum Abstand, keine Masken, wenig Informationen: Die Kritik am Umgang mit der Pandemie in bayerischen Ankerzentren reißt nicht ab.

"In Massenunterkünften kann sich nicht ausreichend vor einer Infektion geschützt werden", erklärte der Bayerische Flüchtlingsrat. Lager würden eine große Gefahr darstellen und müssten dringend geschlossen werden.

Erneuter Ausbruch in Ankerzentrum: 75 Menschen mit Corona infiziert

Besonders schlimm sei die Lage gerade in Oberfranken: Nach einem Corona-Ausbruch in der Bamberger Unterkunft seien die Zustände "menschenunwürdig", schilderte Pfarrerin Mirjam Elsel, Koordinatorin der Flüchtlingsarbeit im Dekanat Bamberg und Mitorganisatorin der Bamberger Mahnwachen Asyl. "So kann man in unserem reichen Land nicht mit Menschen umgehen."

Tatsächlich verbreitete sich das Virus dort rasant. Nach Angaben der Regierung von Oberfranken infizierten sich 75 Bewohner, mehr als 160 müssen als Kontaktpersonen momentan in Quarantäne ausharren.

Trotz Quarantäne: Gemeinsame Zimmer und Essensausgabe

Doch selbst in Quarantäne würden die Betroffenen auf engstem Raum zusammenleben, heißt es in der Pressemitteilung der Bamberger Mahnwachen Asyl. Es fehle an Klopapier, Masken, Desinfektions- und Putzmittel. Bei der Essenausgabe über einen Bauzaun hinweg stünden die Menschen teilweise dicht gedrängt. "Die Angst ist groß, das Misstrauen untereinander wächst, die Menschen fühlen sich völlig alleine gelassen und sind verzweifelt."

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Die Regierung von Oberfranken weist die Vorwürfe zurück. Zwar könne aus Kapazitätsgründen nicht jede Person ein eigenes Zimmer bekommen, räumte eine Sprecherin ein. Bei einer Unterbringung in Drei- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen mit bis zu 110 Quadratmetern könnten die Bewohner aber Abstand zueinander einhalten.

Unerwarteter Ausbruch: Ankerzentrum muss kurzfristig umrüsten

Weil so viele plötzlich in Quarantäne mussten, seien zwei Gebäude kurzfristig umgerüstet worden. Dort seien dann auch nicht gleich alle Hygieneartikel bereit gelegen, erklärte die Regierungssprecherin. "Die Sachen wurden und werden aber durch Mitarbeiter der Regierung von Oberfranken und des Sicherheitsdienstes ausgegeben." Die Abstände bei der Essensausgabe und die Reinigung der Zimmer liege auch in der Verantwortung der Bewohner.

Der Wortteil "Anker" ist aus den Anfangsbuchstaben folgender Wörter gebildet: An(kunft), k(ommunale Verteilung), E(ntscheidung) und R(ückführung). Diese Aufgaben sollen Ankerzentren gebündelt erfüllen.

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