Denkmalpfleger in Sorge

Hinweise auf Hunderte Raubgrabungen pro Jahr in Bayern

03.09.2019, Sachsen-Anhalt, Harzgerode: Eine Archäologin zeigt auf der Grabungsstelle «Wüstung Anhalt» einen Reitersporn. Die Siedlung umfasste etwa 11 Hektar und wurde zwischen dem 11. und 12. Jahrhundert gegründet. Bereits im 15. Jahrhundert wurde der Ort aufgegeben. Das Dorf ist eines von rund 100 in der Region Harz, welche im Laufe des Mittelalters verschwanden und heute Wüstungen genannt werden. Die Grabungen sind wichtig, weil es im Ostharz bislang kaum systematische Untersuchungen gab. (z

In Bayern gibt es pro Jahr nach Expertenschätzung Hunderte von Raubgrabungen.

Bild: picture alliance/Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa, Symbolfoto

In Bayern gibt es pro Jahr nach Expertenschätzung Hunderte von Raubgrabungen.

Bild: picture alliance/Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa, Symbolfoto

Dem bayerischen Landesamt für Denkmalpflege liegen Hinweise auf mehrere Hundert Raubgrabungen im Jahr im Freistaat vor.

dpa
01.08.2020 | Stand: 08:32 Uhr

Diese kämen von Ehrenamtlichen, Heimatpflegern und Strafverfolgungsbehörden, sagte eine Sprecherin. Viele Finder würden sich trotz einer gesetzlichen Pflicht nicht beim Landesamt melden.

Lesen Sie auch: 

Bayern hat als einziges deutsches Bundesland kein sogenanntes Schatzregal, wonach wissenschaftlich bedeutsame Funde Staatseigentum sind. Stattdessen gehört die Hälfte des Schatzes dem Finder, die andere Hälfte dem Grundstückseigentümer.

Raubgräber unterschlagen die Beute aber nach Angaben des Denkmalamts regelmäßig. Selbst wenn sie deswegen verurteilt werden, dürfen sie aber ihren Anteil behalten.