Droht Überschwemmung?

Hochwasser-Gefahr in Kempten und im Oberallgäu: "Die Sandsacklager sind gut gefüllt"

Hochwasser

Den Weidacher Weg (links) entlang der Iller hat das Kemptener Amt für Katastrophenschutz gesperrt.

Bild: Martina Diemand

Den Weidacher Weg (links) entlang der Iller hat das Kemptener Amt für Katastrophenschutz gesperrt.

Bild: Martina Diemand

Hochwasser-Warnung für die Stadt Kempten und den Landkreis Oberallgäu! Der Kemptener Bauhof sperrte am Montag Radwege an der Iller und den Illersteg. Stadt und Kreis sagen, sie sind auf drohende Überschwemmungen „gut vorbereitet“. Die Bahnstrecke Kempten-Immenstadt wurde vorsorglich gesperrt. 
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Von Kerstin Schellhorn, Franz Summerer
03.02.2020 | Stand: 17:27 Uhr

Dauerregen von Sonntag- bis Montagabend – wegen dieser Wettervorhersage hat das Kemptener Wasserwirtschaftsamt eine Hochwasser-Warnung für Stadt und Landkreis ausgerufen. Im Bereich der Iller sei mit „deutlich steigenden Wasserständen zu rechnen“. Die Behörden reagierten sofort: Der städtische Bauhof sperrte im Laufe des Montags die Radwege an der Iller sowie den Illersteg. Das Amt für Katastrophenschutz, Feuerwehren und das Technische Hilfswerk (THW) bereiteten sich auf Überschwemmungen vor. Grund für den Dauerregen ist laut Meteorologe Joachim Schugg ausgerechnet Karibik-Luft (mehr darüber gibt's hier). 

 Die Iller trat am Montag teils kräftig über ihr Ufer.
Die Iller trat am Montag teils kräftig über ihr Ufer.
Bild: Martina Diemand

Drei Meldestufen gibt es, gerechnet werden musste bis Dienstagnacht mit Stufe 3. Das bedeutet, dass landwirtschaftliche Flächen, aber auch einzelne Keller überflutet werden können. Außerdem müssen Bürger mit Verkehrsbeeinträchtigungen rechnen. „Entsprechend der Warnungen setzen wir die normalen Maßnahmen um“, sagte Michael Fackler vom Kemptener Amt für Brand- und Katastrophenschutz am Montagvormittag. Konkret hieß das, die Radwege an der Iller und den Illersteg zu sperren. Außerdem wurden die Anwohner des Augartenweges über einen Aufruf auf der Webseite der Stadt gebeten, ihre Fahrzeuge umzuparken. „Die Bevölkerung möchten wir bitten, die ufernahen Bereiche insbesondere der Iller zu meiden“, hieß es.

Einsatzkräfte hätten – Stand Montagnachmittag – in Kempten noch keine ausrücken müssen, sagte Fackler. Im Oberallgäu war am Sonntag und Montag vor allem Oberstdorf betroffen. Aber auch nach Martinszell musste die Feuerwehr einmal ausrücken. „Wir sind verstärkt am Beobachten“, sagte Kreisbrandrat Michael Seger am Montagvormittag. Kleine Bäche führten viel Wasser, „die Iller ist noch im Rahmen“. Laut Prognose erreiche sie in der Nacht auf Dienstag ihren Höchststand. Er versicherte: „Die Sandsacklager sind gefüllt.“

Wegen einer drohenden Überflutung der Gleise wurde in der Nacht auf Montag die Bahnstrecke von Kempten nach Immenstadt geschlossen. Um 2.30 Uhr errichtete der Betriebshof die Gleissperre in Immenstadt-Stein. „Bis Dienstagmittag werden auf jeden Fall keine Züge auf dieser Strecke verkehren“, sagte Alfred Becker von der Stadtverwaltung Montagmittag. Auch die Strecke zwischen Immenstadt und Oberstdorf ist seit Montagmittag zu. Auf beiden Strecken setzt die Bahn nun Busse ein. Damit die Sperre nicht mehr nötig wird, drängt Bürgermeister Armin Schaupp auf den Bau einer Spundwand.

Wegen des Dauerregens steht auf Wiesen und Feldern das Wasser. Aus landwirtschaftlicher Sicht sei das aber kein Problem, sagte Andreas Hummel, Landwirt aus Muthmannshofen und stellvertretender Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes.

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Wegen des trockenen Winters sei man „um das Wasser froh“. Aber natürlich wäre es schöner, wenn es besser verteilt wäre. Problematisch sei allerdings, wenn die Iller über ihre Ufer trete. Denn Flüsse führten Sand, Kies und Abfall mit sich, der auf den Feldern lande. Bis wieder hochwertiges Futter wachse, könne es dann mehrere Jahre dauern.