Nach Corona-Test-Panne in Bayern

Huml bot Rücktritt an: Markus Söder spricht Ministerin Vertrauen aus - LGL-Chef wechselt ins Innenministerium

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und seine Gesundheitsministerin Melanie Huml sind nach der schweren Corona-Test-Panne in Bayern schwer unter Druck.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und seine Gesundheitsministerin Melanie Huml sind nach der schweren Corona-Test-Panne in Bayern schwer unter Druck.

Bild: Peter Kneffel/dpa

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und seine Gesundheitsministerin Melanie Huml sind nach der schweren Corona-Test-Panne in Bayern schwer unter Druck.

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Nach der schweren Panne bei den Corona-Tests an bayerischen Autobahnen hat Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) zweimal ihren Rücktritt angeboten.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und seine Gesundheitsministerin Melanie Huml sind nach der schweren Corona-Test-Panne in Bayern schwer unter Druck.
dpa
13.08.2020 | Stand: 16:13 Uhr

Das sagte Ministerpräsident Markus Söder am Donnerstag in München, fügte aber hinzu: "Ich habe weiter Vertrauen zu ihr." Huml wolle die "Scharte auswetzen".

Corona-Test-Panne in Bayern: Markus Söder entschuldigt sich

Söder gestand die Panne ein und bedauerte den Fehler. "Wir können uns dafür auch nur entschuldigen letztlich", sagte er. "Das tut der gesamten Staatsregierung leid, dass diese Fehler passiert sind."

Die Staatsregierung hatte am Mittwoch eingestehen müssen, dass die Verzögerungen bei der Übermittlung von Corona-Testergebnissen an bayerischen Autobahnen deutlich dramatischere Ausmaße haben als bisher bekannt. Stand Mittwoch warteten 44.000 Reiserückkehrer, die im Ausland im Urlaub waren, nach Corona-Tests an den Autobahnen noch auf ihre Ergebnisse. Besonders brisant ist, dass darunter auch etwa 1.000 nachweislich positiv Getestete waren.

Von etwa 1.000 positiven Tests seien 908 informiert worden, sagte Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Donnerstag in München. Es müsse aber noch abgeglichen werden, ob unter den ausstehenden Tests auch Dubletten seien.

>> Lesen Sie hier: Nach Corona-Test-Panne in Bayern: Das ist Gesundheitsministerin Melanie Huml <<

Die schwere Panne hat neben Huml auch Söder massiv unter Druck gebracht, in Bayern, aber auch bundesweit. Denn Söder war mit der Ankündigung der Teststationen an Autobahnen vorgeprescht. Die Staatsregierung und die Behörden unterschätzten in der Eile aber anfangs, wie viele Menschen sich tatsächlich an den Autobahn-Stationen testen lassen wollen.

Die Opposition übte scharfe Kritik und verlangte Aufklärung. Grünen-Chefin Annalena Baerbock beispielsweise kritisierte die Panne bei den Corona-Tests als "schweres Versäumnis" - und sieht CSU-Chef Söder persönlich in der Verantwortung. "Wer sich als Ministerpräsident permanent als Krisenmanager inszeniert und sich selbst ständig auf die Schulter klopft, ist auch in der Verantwortung sicherzustellen, dass es funktioniert", sagte Baerbock am Donnerstag.

Söder: Corona-Lage ähnelt erster großer Corona-Welle im März

Söder warnt wegen steigender Corona-Zahlen vor einem neuerlichen explosionsartigen Anstieg der Infektionen. "Die Situation ist nicht unähnlich wie im März", sagte Söder in der Münchner Staatskanzlei. Es gebe in vielen Regionen eine Zunahme der Infektionen und europaweit eine wachsende Zahl von Risikogebieten. "Die Sorge ist mehr als berechtigt."

Landesamt-Chef Zapf wechselt nach Corona-Panne ins Innenministerium

Nach der schweren Panne im Umgang mit Corona-Tests bei Reiserückkehrern wechselt der Leiter des bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), Andreas Zapf, ins bayerische Innenministerium. Von dort soll künftig der Betrieb der kommunalen Testzentren gesteuert werden, gab Ministerpräsident Markus Söder bekannt. Das Innenministerium sei näher an den Kommunen, sagte Söder.

>> Alle aktuellen Entwicklungen zur Corona-Lage im Allgäu und der Welt laufend in unserem News-Blog <<

Der Internist und Familienvater Zapf hat das in Erlangen angesiedelte Landesamt seit zwölf Jahren geleitet. Zuvor war er unter anderem als Arzt in Gesundheitsämtern sowie im bayerischen Gesundheitsministerium eingesetzt worden. Seit Juni ist Zapf auch Honorar-Professor an der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

Die Behörden im Freistaat hatten es nicht geschafft, Zehntausenden auf das Corona-Virus getesteten Reiserückkehrern rechtzeitig ihre Testergebnisse zu übermitteln. Zapf hatte am Mittwoch eingeräumt, die Behörden hätten die Zahl der Tests bei weitem unterschätzt und seien überrollt worden.

Die Testzentren an Autobahnraststätten an der Grenze zu Österreich, an Flughäfen und an den Hauptbahnhöfen München und Nürnberg waren zum Ferienstart in Bayern in Windeseile aus dem Boden gestampft worden. Das Bayerische Rote Kreuz hatte zunächst mit Freiwilligen die Organisation übernommen und später bemängelt, es hätte mehr Vorbereitungszeit benötigt.

Weitere Informationen folgen.