Gerichtsverhandlung

Junge Frau getötet - Anklage hat keinen Beweis für Schuld des Vaters

Der 46 Jahre alte Angeklagte sitzt im temporären Gerichtssaal im Schloss Johannisburg in Handschellen auf der Anklagebank und hält sich einen Briefumschlag vor das Gesicht. Fast vier Jahre nach dem Tod seiner Tochter bei Aschaffenburg sollen am 21.04.2021 die Plädoyers gehalten werden.

Der 46 Jahre alte Angeklagte sitzt im temporären Gerichtssaal im Schloss Johannisburg in Handschellen auf der Anklagebank und hält sich einen Briefumschlag vor das Gesicht. Fast vier Jahre nach dem Tod seiner Tochter bei Aschaffenburg sollen am 21.04.2021 die Plädoyers gehalten werden.

Bild: Frank Rumpenhorst

Der 46 Jahre alte Angeklagte sitzt im temporären Gerichtssaal im Schloss Johannisburg in Handschellen auf der Anklagebank und hält sich einen Briefumschlag vor das Gesicht. Fast vier Jahre nach dem Tod seiner Tochter bei Aschaffenburg sollen am 21.04.2021 die Plädoyers gehalten werden.

Bild: Frank Rumpenhorst

Eine Schülerin wird tot in einem Schacht bei Aschaffenburg entdeckt. Ihr Vater gerät in Verdacht. Nach langen Ermittlungen steht die Anklage ohne Beweise da.
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dpa
21.04.2021 | Stand: 18:19 Uhr

Die Ermordung einer jungen Frau durch ihren Vater in der Nähe von Aschaffenburg ist für die Staatsanwaltschaft nicht zweifelsfrei bewiesen. Die Tat sei dem angeklagten 46-Jährigen nicht nachzuweisen, sagte Oberstaatsanwalt Jürgen Bundschuh am Mittwoch vor dem Landgericht Aschaffenburg in seinem Schlusswort. "Es ist natürlich höchst bedauerlich, wenn hier der Tod eines Mädchens (...) ungesühnt bleibt."

Die 19-Jährige war im Mai 2017 verschwunden und erst im Dezember 2018 tot in einem Wald bei Aschaffenburg gefunden worden. Die Todesursache ist unklar. Der Angeklagte hatte sich im Prozess nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Der Mann sitzt wegen Diebstahls und einem Sexualdelikt in Haft

Die überraschende Aussage eines Gefängnisinsassen am Mittwoch, wonach der angeklagte Syrer ihm die Tat in einer Zelle gestanden habe, sei wenig überzeugend, sagte Bundschuh. Der Zeuge hatte der Kammer gesagt, er hoffe durch seine Aussage auf eine geringere Strafe in seinem eigenen Strafverfahren.

"Sie bekommen von uns keinen Tag Rabatt", sagte der Vorsitzende Richter Sebastian Geis zu dem 21-Jährigen. Der junge Mann sitzt nach eigenen Worten wegen Diebstahls und eines Sexualdelikts in Haft.

Der Angeklagte steht auch wegen Mordversuchs und gefährlicher Körperverletzung vor Gericht. Er soll im Juni 2017, rund einen Monat nach Verschwinden der 19-Jährigen, den Freund der Schülerin mit einem Messer schwer verletzt haben. "Dem Angeklagten war die Beziehung zuwider", sagte der Oberstaatsanwalt. Für die Attacke auf den damals 23-Jährigen sollte der Mann daher elf Jahre ins Gefängnis, sagte er. "Eine Entschuldigung, eine Reue, eine Einsicht (...) liegt nicht vor."

Angeklagter soll die Schülerin immer wieder geschlagen haben

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Der Angeklagte war 2015 mit zwei seiner Kinder nach Deutschland gekommen. Dass die Jugendliche schnell das westliche Leben genoss, passte dem konservativ eingestellten Vater laut mehrerer Zeugenaussagen nicht. Immer wieder soll er die Schülerin geschlagen haben. Dafür war er auch rechtskräftig zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Auch soll er seiner Tochter mehrfach mit dem Tod gedroht haben - aber dies ist laut Oberstaatsanwalt kein Beweis für seine Schuld an ihrem Tod.

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